«Immer sind es die Menschen»

Das Forum Würth zeigt in einer Gastausstellung Skulpturen und Zeichnungen der Basler Bildhauerin Barbara Philomena Schnetzler.

Kopf geneigt: Barbara Schnetzler mit einer ihrer Skulpturen ohne Titel, in persischem Travertin, von 2016.  Foto: Bea Asper
Kopf geneigt: Barbara Schnetzler mit einer ihrer Skulpturen ohne Titel, in persischem Travertin, von 2016. Foto: Bea Asper

Bea Asper

Die Kopfstellungen sind geneigt in einer Geste des In-sich-Schauens. Die Figuren wirken in sich gekehrt. «Wenn einem etwas bewusst wird, kann dies ein Gefühl von Schmerz auslösen», meint die Bildhauerin Barbara Schnetzler. «Es sind immer die Menschen», so der Titel ihrer Ausstellung im Forum Würth Arlesheim, wo man in den kommenden Wochen ihre Skulpturen und Zeichnungen bestaunen kann. Und ins Staunen und Grübeln kommt man; vielleicht auch über sich selbst, wenn man sich dabei ertappt, mit einer Gestalt aus Marmor in Gedanken zu sprechen, Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen. Ein solcher Dialog bringt den Betrachter in eine innere Bewegung, macht ihn selbst schöpferisch.

«Immer sind es die Menschen. Du weisst es, ihr Herz ist ein kleiner Stern, der die Erde beleuchtet», zitiert Schnetzler das sie inspirierende Gedicht von Rose Ausländer (1901– 1988). Die Schriftstellerin bedient sich der Sprache, um Antworten auf Lebensfragen zu finden. Barbara Schnetzler führt die Auseinandersetzung mit dem Menschsein über die Bildhauerei – mit scharfem Werkzeug, manchmal mit der Kettensäge – und stets in technischer Meisterschaft. Nebst Marmor, Kunststein oder Travertin wählt sie auch Fundstücke wie Holzstämme oder Tierknochen als Materialien für ihre Werke. Die Materialbeschaffung verbindet sie mit ihrer Liebe zur Natur, sucht sich die schweren Blöcke des Carrara-Marmors zu Fuss in den Steinbrüchen in Ligurien.

Innere Welten

Bewusst bearbeitet sie ihre Materialien nicht nur zu glatten Oberflächen, die reflektieren. So spricht auch das Innere des Steins mit und man taucht in Mythen oder auch in herzerwärmende Träume. Wie im wahren Leben entdeckt man in der Ausstellung Hoffnungsträger: Symbole für ein Über-sich-Hinauswachsen, Erleuchtungen und innere Welten. «Je länger die Suche, desto intensiver das Glücksgefühl über das Gefundene», sinniert die Künstlerin, die im Forum Würth auch Kurse anbietet für Kinder und Erwachsene.

Manchmal arbeite sie drei Monate, bis sie eine Skulptur als beendet erklärt. Die z. T. rohe Bearbeitung, das Non-finito, zeigt den Entstehungsprozess und die Herangehensweise der Künstlerin und überlässt dem Betrachter noch allen Spielraum für eigene Interpretationen. Alles sei im Fluss und im Dialog miteinander, kommentierte Kunsthistoriker Invar-Torre Hollaus an der sehr gut besuchten Vernissage von letztem Donnerstag. Die Bewegungen und die Art, wie Barbara Schnetzler in ihrem Schaffen die Position des Menschen in der Welt zu finden suche, machten ihre Werke zu einer Inspirationsquelle, bemerkte Hollaus.

«Immer sind es die Menschen». Zeichnungen und Skulpturen von Barbara Philomena Schnetzler. Gastausstellung im Forum Würth, Dornwydenweg 11. Sonntag bis Freitag, 11–17 Uhr. Samstag geschlossen. Bis 18. Dezember.

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