«Ich bin begeisterter Exekutivpolitiker»

Der Arlesheimer Gemeinde­präsident ­Markus ­Eigenmann (FDP) stellt sich zur Wahl für den frei werdenden ­Regierungssitz von ­Monica Gschwind.

Will in Liestal politisieren: Markus Eigenmann. Foto: Archiv / zvg

Vor zwei Wochen hat die Baselbieter ­Bildungsdirektorin Monica Gschwind ihren Rücktritt per Ende Jahr bekannt gegeben. Wer die FDP-Politikerin beerbt, wird seither heiss diskutiert. Als Erster die Hand hebt nun Markus Eigenmann: Der 54-Jährige will sich Ende Oktober zur Wahl stellen. «Nach einer gewissen Zeit in der Gemeindeexekutive liegt eine Kandidatur für den Regierungsrat fast auf der Hand», sagt er gegenüber dem Wochenblatt.

Seit neun Jahren ist Eigenmann ­Gemeindepräsident von Arlesheim. In dieser Funktion hat er schwierige lokalpolitische Dossiers wie die Ortskernre­vision betreut, aber auch an einem Deal von kantonaler Bedeutung mitgearbeitet: So sei er massgeblich daran beteiligt gewesen, dass der Implantate-Hersteller Straumann seinen Hauptsitz von Basel-Stadt nach Arlesheim verlegt. Neben seinem Exekutivamt ist der Ingenieur CEO eines Start-ups, das er zusammen mit Partnern gegründet hat. Zudem gehört er dem kantonalen Führungsstab an, der in Krisensituationen aufgeboten wird.

Er bringe vielfältige Erfahrungen für das Amt als Regierungsrat mit, zeigt sich Eigenmann überzeugt: «Als Gemeindepräsident muss man in allen Ressorts dossierfest sein. Das sind gute Voraussetzungen.» Für die Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion verfüge er über genügend Wissen: «Ich bin ursprünglich über die Bildung politisiert worden. Später leitete ich während vier Jahren das Bildungsressort im Gemeinderat.» Auch zur Kultur habe er eine gewisse Affinität: Das zeige sich etwa durch sein lokales Engagement im Arlesheimer Kulturzirkus.

«Verbesserungspotenzial» auf kantonaler Ebene

Eine Landrats- oder Nationalratskan­didatur hat Eigenmann nie verfolgt. «Ich bin ein begeisterter Exekutivpolitiker», erklärt er. Im Kanton sei er dennoch gut vernetzt: etwa dank der Arbeit im Verein Birsstadt oder in kantonalen Gremien. Bekannt ist der FDP-Mann auch als Präsident der «IG für einen massvollen Finanzausgleich». Diese setzt sich für eine Überarbeitung des kantonalen Finanzausgleichs ein. Kurzum: Die finanzstarken Gemeinden des Unterbaselbiets, zu denen auch Arlesheim gehört, wollen weniger in den Finanzausgleich bezahlen. Dass ihm das Engagement für die Initiative im finanzschwächeren Kantonsteil negativ ausgelegt werden könnte, glaubt Eigenmann nicht: «Vielleicht könnte man dieser Meinung sein, weil ich Präsident der IG und damit exponiert bin. Die Initiative ist jedoch nicht zu Lasten der Empfängergemeinden ausgerichtet, im Gegenteil, sie käme ihnen zugute. Eine Revision ist überfällig.»

Potenzial für Veränderungen auf kantonaler Ebene sieht Eigenmann an weiteren Stellen: So gäbe es seiner Meinung nach bei der Aufgabenverteilung zwischen Gemeinden und Kanton «Verbesserungspotenzial». «Die Gemeinden sehen sich mit grossen Aufgaben konfrontiert. Vielleicht wäre es teilweise sinnvoll, Fusionen anzudenken.» Klar sei aber auch: Die Gemeinden müssten gestärkt werden. «Unser Kanton ist recht zentralistisch reguliert. Es wäre wichtig, den Gemeinden mehr Freiraum zu ­lassen.»

Entscheiden werden die Delegierten

Wer am Ende für die FDP kandidiert, entscheidet eine Findungskommission beziehungsweise entscheiden die Delegierten am Parteitag Mitte August. Seine Konkurrenz kenne er noch nicht , meint Eigenmann: «Meine Kandidatur wurde früh bekannt. Es ist zu diesem Zeitpunkt schwierig, abzuschätzen, wer sonst noch Interesse bekundet.» Eigenmann dürfte nicht der einzige Kandidat bleiben. Parteiintern werden bereits weitere Namen diskutiert.

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