Handgemachte Mode made in Arlesheim

Die Yoga-Lehrerin Sally Cox gründete vor drei Jahren ihre eigeneKleiderlinie. Im Gespräch verrät die passionierte Designerin, wie es dazu kam und worauf sie bei ihrer Kollektionbesonderen Wert legt.

Setzt auf Handarbeit: die Yogalehrerin Sally Cox in ihrem Atelier in Arlesheim. Foto: Désirée Bellwald
Setzt auf Handarbeit: die Yogalehrerin Sally Cox in ihrem Atelier in Arlesheim. Foto: Désirée Bellwald

Schon seit über zwanzig Jahren unterrichtet Sally Cox Yoga in Arlesheim. Ausgebildet in der Tradition des Iyengar-Yoga lege sie dabei besonderen Wert auf Präzision. Die Yoga-Lehrerin erklärt: «Es ist essenziell, die Übungen korrekt auszuführen, um dem Körper nicht zu schaden. Von der Stellung der Zehen bis zum kleinen Finger korrigiere ich deshalb alles.» Diese Präzision zeige sich auch in ihrer Kleiderlinie. Entstanden sei die Kollektion aus dem Bedürfnis ihrer Schülerinnen und Schüler nach hochwertiger Yoga-Kleidung.

«Sehr viele Kleidungsstücke bestehen aus synthetischen Materialien oder sind so geschnitten, dass sie einfach nicht auf den Körper abgestimmt sind», gibt die gebürtige Britin zu bedenken. Wo sie die Inspiration für ihre Kollektion hernehme? Aus ihrem Inneren. Manchmal seien es gar Träume, durch welche Cox auf neue Ideen komme. Aber auch die Beobachtung ihrer Schülerinnen und Schüler sei wertvoll. «Kein Körper ist gleich und in der Praxis sehe ich sofort, was gebraucht wird und wo Verbesserungen angebracht werden können.» Den direkten Kontakt mit ihrer Kundschaft schätze sie deshalb besonders.

Learning by Doing

Auf die Frage, wie es von der Idee der Kleiderlinie schliesslich zu ihrem eigenen Atelier gekommen sei, erklärt die ursprünglich studierte Marketing-Spezialistin, «einfach einmal ein paar Iyengar-Shorts genäht» zu haben. Schon als junges Mädchen habe sie ihre eigenen Kleider genäht und ursprünglich hätte sie auch gerne Mode-Design studiert. Aus Gründen der Zweckmässigkeit jedoch habe sie sich schliesslich für ein Marketingstudium entschieden.

Mit ihrer Tochter Amber Rose, die mittlerweile in den Couture Ateliers in Münchenstein ihre Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin absolviert, habe sie vereinzelt Nähkurse besucht, «der Rest war Learning by Doing». In den vergangenen drei Jahren gesellten sich so zu den Shorts zahlreiche weitere Stücke und Modelle hinzu – von Tanktops über Kapuzenpullover und Trainerhosen bishin zu Sweatshirts. Aber auch Alltagsbekleidung fertigt die Yoga-Lehrerin von Hand.

Besonders wichtig sei ihr auch die Qualität der Materialien. Ihre durchgängig auf Naturbasis gehaltenen Stoffe importiert Cox deshalb von einem Stoffproduzenten aus Dänemark. Stark orientiert am Grundsatz von Minimal Waste, also möglichst keinen Abfall zu produzieren, bestelle sie nur Mengen, von denen sie wisse, dass sie sie verarbeiten wird. «Vereinzelte Stoffreste kann ich entweder meiner Nachbarin weitergeben, die ebenfalls Textilprodukte fertigt, oder ich verwende sie selbst weiter beispielsweise für Bündchen, Handtaschen und Scrunchies.» Gerade das sorge auch für die Einzigartigkeit der Stücke. Auch nachträgliche Änderungen nimmt Cox gerne vor, damit das Kleidungsstück möglichst optimal angepasst sitzt und damit auch möglichst lange und gerne getragen werde.

Zu Besuch an der «Blickfang» und im Pop-up-Store

Gekauft werden können die Kleidungsstücke von Cox derzeit in erster Linie in ihrem Atelier direkt neben dem Yogastudio. «Es ist hier bestimmt nicht wie in einem Laden», erklärt Cox, während sie einen ihrer Kleiderständer zurechtrückt, «aber ganzjährig auch noch einen Laden zu betreiben neben den Yogastunden und der Zeit, die ich für die Fertigung brauche, das liegt nicht drin». Umso lieber nutze sie Gelegenheiten wie die Blickfang Messe in Basel, an welcher sie vom 20. bis zum 22. März mit einem Stand vor Ort sei.

Durch ihre Tochter inspiriert, werde sie vom 18. bis zum 30. Mai ausserdem auch erstmals einen Pop-up-Store im Atelier Kunstpart am Spalenberg in Basel betreiben. Dort habe im letzten Herbst die Tochter die Kollektion der Couture Ateliers verkauft. Darauf sei sie schon jetzt gespannt: «Ich denke, das wird auch nochmals eine ganz eigene Erfahrung, mit meiner Kollektion in der Stadt in einem Pop-up-Store sichtbar zu sein.» Damit hofft Cox auch auf Kundschaft ausserhalb ihres Stammkunden-Segments, das derzeit zum grossen Teil aus ihren Schülerinnen und Schülern bestehe.

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