Günstiger Wohnraum und ein markanter Dorfeingang

Die Gemeindeversammlung Arlesheim genehmigte Quartierpläne für die Errichtung von neuen Wohn- und Gewerbeflächen. Auch ein Millionenkredit für die Sanierung der Turnhallengebäude Gerenmatte 2 wurde gutgeheissen.

Verdichtung: Diese Wiese, wo heute Hunde trainiert werden, wird mit Wohn- und Gewerbeflächen überbaut.  Foto: tok
Verdichtung: Diese Wiese, wo heute Hunde trainiert werden, wird mit Wohn- und Gewerbeflächen überbaut. Foto: tok

Oliver Sterchi

Der Bahnhof Dornach-Arlesheim mit seiner modernen Überbauung «Le Pont» ist so etwas wie das urbane Zentrum der beiden Agglomerationsgemeinden. Dass dieses Areal sich in besonderer Weise für ein verdichtetes Bauen eignet, darin waren sich die Arlesheimer Stimmberechtigten, die sich am Mittwoch vergangener Woche zur Gemeindeversammlung in der Aula der Gerenmattschulen eingefunden hatten, einig. Mit grosser Mehrheit verabschiedeten die rund 50 Anwesenden den Quartierplan «Bahnhof Nord», der für das Wiesendreieck zwischen Birseckstrasse, Bahnhofstrasse und Tramgleisen ein 7-geschossiges Gebäude mit Wohn- und Gewerbeflächen vorsieht.

Stimmen gegen den «Bau-Wahn»
Der Gemeinderat argumentierte, dass die verdichtete Bebauung der Parzelle das Bahnhofsgebiet aufwerte und eine erhöhte Nutzung der Verkehrsdrehscheibe mit ihren zahlreichen öV-Verbindungen wünschenswert sei. Ausserdem sehe man das Gebäude auch als Chance, am Dorfeingang einen markanten Auftakt zu setzen. Vereinzelte Stimmen aus der Bevölkerung hielten dagegen, dass das Dorf immer mehr zubetoniert werde und auch noch die letzten Grünflächen dem «Bau-Wahn» zum Opfer fielen. Ein Redner regte ironisch an, man könne beim Bahnhof doch gleich einen 80-Meter-Turm von Herzog & De Meuron errichten.

An die Annahme des Quartierplans waren zwei weitere Traktanden gekoppelt, die den Gemeinderat zum Verkauf der Parzelle «Bahnhof Nord» an die Basellandschaftliche Pensionskasse (BLPK) sowie zum Erwerb einer Liegenschaft an der Ermitagestrasse 2 ermächtigen sollten. Beide wurden von der Versammlung abgesegnet. Faktisch handelt es sich bei dem Kauf- und Verkaufsgeschäft um einen Tausch, da die Liegenschaft im Dorfkern der BLPK gehört. Der Gemeinderat wies indes nachdrücklich darauf hin, dass der Tausch trotz unterschiedlicher Parzellengrössen kostenneutral erfolgen werde. Von dem Erwerb der Immobilie erhofft sich Gemeinderat Daniel Wyss (Frischluft) «mehr Gestaltungsmöglichkeiten in der Entwicklung des Arlesheimer Dorfkerns.»

Alternative Energie-Standards
Ein weiterer Quartierplan, der im Gebiet «Schnäggebünte» den Bau von zwölf
gemeinnützigen Wohnungen vorsieht, wurde von den anwesenden Stimmberechtigten ebenfalls gutgeheissen. Einzig die Gemeindekommission und einzelne Parteien äusserten gewisse Vorbehalte gegen die geplante Minergie-P-Zertifizierung des Gebäudes. Ihrer Meinung nach schränke eine solche Vorgabe den architektonischen Planungsprozess zu sehr ein. Sie plädierten dafür, das Quartierplanreglement offener zu formulieren, um auch alternative Energie-Standards miteinzubeziehen. Ein entsprechender Antrag der Gemeindekommission wurde grossmehrheitlich angenommen. Schliesslich bewilligte die Versammlung noch einen Kredit in Höhe von 7,35 Millionen Franken zur Sanierung und Erweiterung der Turnhallengebäude Gerenmatte 2.

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