Griechische Botschafterin auf Kunstbesuch in Arlesheim

Klänge der Bouzouki, Foulards aus dem nordgriechischen Soufli und mittendrin eine Spitzendiplomatin: Der «f/two artroom» in Arlesheim lud vergangenen Freitag zur «Greek Night».

Seidenschals und Naturfotografie: (v. l.) Nicole und Karl Reber, die griechische Botschafterin Ekaterini Xagorari, Olympia Theofanopoulou, Romy Pfeifer, Patrick Rapp und Nicole Grüther. Foto: Florin Bürgler
Seidenschals und Naturfotografie: (v. l.) Nicole und Karl Reber, die griechische Botschafterin Ekaterini Xagorari, Olympia Theofanopoulou, Romy Pfeifer, Patrick Rapp und Nicole Grüther. Foto: Florin Bürgler

Doch alles der Reihe nach: Mitten im Arlesheimer Dorfkern liegt er, der kleine «f/two artroom», geführt von Nicole und Karl Reber. Sie studierte Kunstwissenschaften, seine Berufung ist die Archäologie, doch die gemeinsame Passion des Ehepaars ist die Fotografie. Die ausdrucksstarken Naturfotografien der Rebers bilden die Konstante im Artroom, während der weitere Teil des Ausstellungsraumes anderen, wechselnden Künstlerinnen und Künstlern überlassen wird.

«Wir wollen mit unserem Artroom ­einen lebhaften Austausch zwischen Kunstschaffenden fördern», meint Nicole Reber. Seit Mai dieses Jahres beherbergt der Kunstraum die Ausstellung «Colours of Light» von Romy Pfeifer. Die in bunten Farben erstrahlenden Waldfotografien werden ergänzt durch die Holzkunstwerke von Patrick Rapp, die im farblichen und thematischen Zusammenspiel die künstlerische Symbiose vollenden.

Fotografie auf Seide

Letzten Freitag wurde dem «f/two art­room» mit der Präsentation der Foulards-Kollektion eine ausserordentliche Por­tion griechischer Vita eingehaucht. Die Seidenschals mit dem Label «Olia Scarves featuring f/two» verbinden Arlesheim und Griechenland: In Zusammenarbeit mit der Athener Künstlerin Olympia Theofanopoulou entstanden fünf Varianten von Seidenfoulards, die mit den Motiven der Naturfotografien des Ehepaar Rebers bedruckt wurden. Produziert wurde im nordgriechischen Soufli, genauer gesagt im «Tsiakiris Silkhouse». «Im Norden Griechenlands gibt es eine lange und gut gepflegte Tradition der Seidenverarbeitung, deswegen produzieren wir genau dort», erklärt Theofanopoulou.

Entstanden ist die Zusammenarbeit eher durch Zufall: Karl Reber, der fliessend griechisch spricht und als Archäologe während sieben Jahren in Griechenland arbeitete, wurde durch einen Kollegen auf die Schals von Theofanopoulou aufmerksam. «Ich dachte mir, das wäre das perfekte Weihnachtsgeschenk für meine Frau», meint Karl Reber. Gedacht, getan: Was mit einem Weihnachtsgeschenk begann, mündete nach zehn ­Monaten und vielen Zoom-Calls in der Präsentation der gemeinsamen Kollektion in Arlesheim.

Hoher Besuch

Diesen künstlerisch-kulturellen Austausch wollte sich auch die griechische Botschafterin Ekaterini Xagorari nicht entgehen lassen. Die aus Bern angereiste Diplomatin gratulierte den Beteiligten zur gelungenen Zusammenarbeit und meint: «Es ist wunderbar, hier zu sein und zu sehen, wie die Kulturen in der Kunst verschmelzen.» Sie habe noch kein Foulard gekauft – doch was nicht ist, könne ja noch werden. Xagorari folgte einer persönlichen Einladung des Ehepaars Reber: «Wir hatten keine grossen Erwartungen, waren aber natürlich hocherfreut, als uns die Zusage erreichte», meint ­Nicole Reber. Sie sei sehr zufrieden mit dem Event. «Wir möchten in Zukunft versuchen, weitere solche internationale Projekte zu lancieren.» Der aktuelle Ruf hallte bis nach Athen – man wird sehen, wo er als Nächstes auf Resonanz stösst.

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