Geplante Quartier-Verdichtung stösst in Arlesheim auf Unmut

Heute Donnerstag stimmt die Gemeindeversammlung über den Quartierplan «Uf dr Höchi II» ab. Den Gegnern ist die Überbauung zu dicht.

Bald überbaut: Über den Quartierplan für dieses Landstück wird heute Donnerstagabend an der Gemeindeversammlung abgestimmt.  Foto: sav
Bald überbaut: Über den Quartierplan für dieses Landstück wird heute Donnerstagabend an der Gemeindeversammlung abgestimmt. Foto: sav

Es werden scheibchenweise die letzten Freiflächen zubetoniert», sagt René Haltiner über die geplante Überbauung «Uf dr Höchi» in Arlesheim. Die Wohnbauten an bester Lage zwischen Finkelerweg und Schwynenbach sind für ihn «nicht zukunftsgerichtet», denn es seien «einige Klötze mitten in einem Einfamilienhausquartier». In vielen Leserbriefen im «Wochenblatt» zum gleichen Thema klingt es ähnlich. Da ist die Rede von einem «Fremdkörper für diese Gegend», und man sieht ein «inakzeptables, ja beängstigendes Verkehrsaufkommen» aufs Quartier zukommen. «Wollen wir Arlesheim eine Stadt werden lassen?», fragt eine besorgte Leserbriefschreiberin suggestiv.

Laut Haltiner sind die Gegner der Überbauung bei Weitem nicht nur Anwohner. Gemeinsam wollen sie an der Gemeindeversammlung vom 22. November den Quartierplan «Uf dr Höchi II» zu Fall bringen. Er soll den rechtsgültigen Quartierplan aus dem Jahr 2006 ersetzen.


Zeller: «Mehr Grün bleibt übrig.»

Vorgesehen sind auf dem 13 786 Quadratmeter grossen, nach Südwesten ausgerichteten Areal vier Reiheneinfamilienhäuser mit zwölf Wohneinheiten und sechs Häuser mit 32 Wohnungen im Stockwerkeigentum. «Gegenüber dem Zonenplan sieht der von uns vorgeschlagene Quartierplan vier bis fünf Wohnungen mehr vor», sagt Gemeindepräsident Karl-Heinz Zeller. Eine «Verkehrslawine», wie von den Anwohnern befürchtet, gebe das sicher nicht.


Und auch von «verdichtetem Bauen» will er nicht reden und verweist auf den höheren Grünflächenanteil gegenüber den Richtlinien des Zonenplans. Tatsächlich zeigen die Zahlen, dass drei Prozent mehr Grün bleibt. Dagegen werden 5,2 Prozent mehr Wohnfläche zur Verfügung stehen, weil einige grössere Blöcke geplant sind. «Mit dem Quartierplan werden die Gebäude etwas grösser, dafür bleibt mehr Grün dazwischen übrig», sagt Zeller. Das veranlasst wiederum Quartierplan-Gegner Haltiner, von einem «Riegel quer durchs Quartier» zu reden. Der Gemeinderat habe keine Alternativen dazu angeschaut. In zwanzig oder dreissig Jahren werde die letzte Grünfläche der Gemeinde überbaut sein. Er vermisst eine Diskussion über die räumliche Entwicklung Arlesheims.


Rechtsweg nicht ausgeschlossen

Diesen Vorwurf weist Zeller von sich. Er verweist auf das breit diskutierte Strategiepapier des Gemeinderates, das als Grundlage zur aktuell laufenden Zonenplanrevision diene. Und er erinnert daran, dass «Uf dr Höchi» bereits eingezontes Bauland ist. Bei einem Nein der Gemeindeversammlung wäre immer noch der alte Quartierplan gültig.

Gibt aber der Souverän heute Donnerstag grünes Licht für das Projekt, schliesst Haltiner nicht aus, dass die Gegner weitere Rechtsmittel ergreifen. Sie könnten zum Beispiel Einsprache gegen das Baugesuch einreichen. Die Gegnerschaft habe sich gut organisiert. «Wir werden die demokratischen Möglichkeiten ausschöpfen», kündet er an. Vorerst mobilisieren die Gegner für die Gemeindeversammlung am Abend möglichst viele Anhänger.

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