Frauenpower in der jodelnden Männerdomäne

«So schön wärs uf der Wält»: Sepp Meyer und Hanspeter Rickli bei ihrem Soloauftritt.  Foto: Bea Asper
«So schön wärs uf der Wält»: Sepp Meyer und Hanspeter Rickli bei ihrem Soloauftritt. Foto: Bea Asper

Der Jodlerclub Arlesheim läuft zur Hochform auf. Am Heimat- und Theaterabend vom letzten Wochenende bekamen die Jodler vom Publikum durch tosenden Applaus Höchstnoten für ihren Gesang und grosses Lob für das abwechslungsreiche Programm. Das Publikum hatte es geahnt. Die Turnhalle am Domplatz war bis auf den letzten Platz besetzt. Wer den Anlass verpasste, hat am kommenden Samstag noch die Chance, sich in der Mehrzweckhalle Pfeffingen (19.3 Uhr) einen Platz zu ergattern.

Mit der neuen Dirigentin Heidi Hartmann wagten sich die Mitglieder des kleinen Traditionsvereins an aussergewöhnliche Stücke mit schwierigem Naturjodel – und sie schafften es mit Bravour. Sensationell war auch der Soloauftritt von Sepp Meyer, begleitet von Hanspeter Rickli mit «So schön wärs uf der Wält» (Mathias Zogg). An der Qualifikation für das Eidgenössische Jodlerfest hat er dafür von der Jury die Note eins (also ein Sehr gut) bekommen.

Mit Therese Holinger hat der von Männern dominierte Chor nun erstmals auch eine Präsidentin. «Mit diesen Männern klappt das sogar wunderbar», meinte sie humorvoll und Ernst Binggeli zeigte sich erleichtert. 38 Jahre lang hat er den Verein geführt und sich bereits seit einiger Zeit neuen Elan für den Jodlerclub gewünscht. Im letzten Jahr musste der Verein die traditionelle Jodlerchilbi vom Sommer an den Nagel hängen. «Bei immer weniger helfenden Händen und steigenden Kosten war der Aufwand nicht mehr zu stemmen», erklärte Binggeli auf Nachfrage.


Dauerlacher und Schluss-Überraschung


In Bestform präsentierte sich auch die Theatergruppe mit einem Lustspiel von Carl Slotboom, in der Dialektbearbeitung von Isabelle Urdas-Maurer mit dem Titel: «Friede, Freude? Jo chasch dänke.»

Der wohlhabende Doktor Fred Linnenkamp ist in den Urlaub gefahren. Dies haben die Einbrecher Gerd Daun (gespielt von Joel Arnoux) und sein junger Komplize John Berger (Micha Wirz) gut ausspioniert und nutzen die Gelegenheit, den Tresor auszurauben. Die Einbrecher werden gestört von Gästen und versuchen sich mit sehr witzigen Einfällen mehr oder weniger aus der Patsche zu helfen – bis ein weiterer Gast eintrifft … Die Verwechslungen, Missverständnisse und Wortspielereien sorgen im Publikum für grosse Heiterkeit und Dauerlachen und das Ende kommt anders als man es erwartet. Die grossartigen Leistungen der Schauspieler würdigte das Publikum mit anhaltendem Applaus.

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