Fasnachtsfüür und Sprängredlischiesse im alten Steinbruch

Am Sonntagabend loderte beim alten Steinbruch das Fasnachtsfeuer. Zum Tee, Klöpferbraten und Sprängredlischiessen hatte die Säulizunft eingeladen. Rund 300 glühende Scheiben flogen ins Tal.

Lichterzauber: Ein Sprängredli zischt ins Tal und hinterlässt seine feurige Spur.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Lichterzauber: Ein Sprängredli zischt ins Tal und hinterlässt seine feurige Spur. Foto: Thomas Brunnschweiler

Trotz des feuchten und kühlen Wetters fanden rund 100 Arlesheimerinnen und Arlesheimer den Weg zum alten Steinbruch. Bereits um 19 Uhr brannte das sachkundig in Pyramidenform aufgebaute riesige Fasnachtsfeuer lichterloh. 15 Feuerwehrleute mit Einsatzwagen waren abkommandiert worden, um im Notfall eingreifen zu können; glücklicherweise hatte es zuvor noch kräftig geregnet. An einem kleineren Feuer zwischen den beiden Rampen für das Sprängredlischiessen brieten einige Klöpfer, andere liessen am Haselstecken ihre Holzscheiben durchglühen. Die Säulizunft stellte davon rund 300 Stück zu Verfügung. Das Angebot wurde fleissig genutzt und fast ununterbrochen zischten die glühenden Geschosse Richtung Tal. Einige verirrten sich zwar seitwärts oder ins nahe Gebüsch, andere aber flitzten Hunderte von Metern über die Rebberge hinweg. Leider hörte man keinen der früher üblichen Begleitsprüche und es gab sogar Zuschauer, die einander fragten, was dieser Brauch eigentlich bedeute.


Uralte Tradition

Der alte Feuerbrauch des Funkenfeuers ist im schwäbisch-alemannischen Raum, im Tiroler Oberland, aber auch in Ostfrankreich verbreitet. Er dürfte auf vorchristliche Traditionen zurückgehen, verband sich aber später mit dem christlichen Fasnachtstermin. Wie das Fasnachtsfeuer selbst ist auch das Sprängredlischiessen dazu da, den Winter auszutreiben. Beim Scheibenschlagen wurden die Sprüche oft auch dazu bestimmt, namentlich genannte Personen zu ehren oder auch zu verspotten oder gar heimliche Liebschaften aufzudecken. Der durch eine brennende Scheibe ausgelöste Brand des Klosters Lorsch im Jahre 1090 wird als älteste Quelle des Brauchs gewertet.


Guter Jahrgang

Obwohl wegen der Auflösung der Ermitage-Schränzer das musikalische Element beim Fasnachtsfeuer leider fehlte, war das Fasnachtsfeuer 2017 laut Säulizunft-Meister Michael Konrad ein guter Jahrgang. «Dank des starken Windes hatten die Sprängredli Auftrieb und konnten weit fliegen», sagt er und ergänzt: «Ein besonderer Dank gilt der Feuerwehr für ihren Einsatz.»

Um 22 Uhr dann machten sich die letzten Hartgesottenen in einem Fackelumzug auf dem Weg zurück ins Dorf. Für die am 1. März 1969 gegründete Säulizunft steht die Pflege des dörflichen Lebens in Arlesheim an oberster Stelle. Darum engagiert sie sich unter anderem auch für die Silvesternacht und das Fasnachtsfeuer.

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