Fasnachtsfeuer: wo Träume und Funken sprühen

Am Fasnachtsfeuer von Arlesheim kommt es zu einem faszinierenden Spiel mit den züngelnden Flammen und die wonnige Wärme vertreibt die Winterkälte.

Versunken im Schauen:  Der Blick ins Fasnachtsfeuer kann etwas Magisches haben. Foto: Bea Asper
Versunken im Schauen: Der Blick ins Fasnachtsfeuer kann etwas Magisches haben. Foto: Bea Asper

Bea Asper

An diesem Ort lässt es sich draussen verweilen. Fasnachtsgenuss mal anders – thronend über dem Lichtermeer der Region Basel. Fasziniert und verträumt blicken Jung und Alt hoch über Arlesheim in das lodernde Feuer, das den Winter vertreibt. Im Innern knistert das Holz, die Flammen züngeln, erhellen die dunkle Nacht und erfüllen die Umgebung mit einer wonnigen Wärme.

Die Dorfbewohner sind am Sonntagabend zahlreich zu diesem Brauchtum erschienen, teilen den Moment, widmen einander das Gespräch und geniessen das fröhlich sinnliche Beisammensein. Man versucht sein Glück beim «Sprängredlischiessen» und schaut den fliegenden Funken nach, die durch die Luft wirbeln, nachdem man ein brennendes Holzscheibchen an der Haselrute im Feuer entzündete und an der Technik feilte, wie man dieses am treffsichersten vom Schlagbrett hinaus in die Nacht wirft. Man ruft frohe Sprüche oder entsendet einen Wunsch. «Das bringt Glück», sagt ein kleiner Junge mit leuchtenden Augen.

Die Kinder finden aber auch das Spiel mit den Fackeln so spannend. Voller Erwartung bringen sie diese zum Brennen und kreieren mit gekonnten Bewegungen Leuchtzeichen in die Nacht. Spontan bilden sie Formationen und mimen die perfekte Symbiose zu den in den Himmel emporsteigenden Flammen des Fasnachtsfeuers. Und mit dem Bräteln der Cervelas wird die Teilnahme am Fasnachtsfeuer-Anlass auch kulinarisch zu einem Vergnügen wie man es sonst eher in einer lauen Sommernacht zelebriert.

Eine Lichterkette talwärts
«Ein überaus gelungener Anlass», freut sich Zunftmeister Michael Konrad. Er und seine Kameraden der Säulizunft hatten die Arlesheimer zum krönenden Fasnachtsabschluss eingeladen und waren stolz auf das Tageswerk. Am Morgen hatten die Mitarbeitenden des Werkhofs zusammen mit Angehörigen der Säulizunft begonnen mit den Aufbauarbeiten. Am Abend standen sie vor einem riesigen Holzhaufen, der alle Erwartungen übertraf und später als eines der schönsten Höhenfeuer der Region Arlesheim leuchtete. Das war nicht immer so, einmal musste das Fasnachtsfeuer von Arlesheim abgesagt werden wegen Schneefall, und im Februar 2007 war der Holzhaufen von Vandalen abgefackelt worden.

Umso schöner war es nun diesen Sonntag. «Alles klappte wunderbar und wir freuen uns riesig darüber, dass viele tolle Leute gekommen sind und mitgemacht haben», sagte Konrad. Mit einer Lichterkette beendete die Menschenschar gemeinsam den Anlass. Begleitet von den fröhlichen Klängen der Guggemusig «Ermitage-Schränzer» bummelten die Arlesheimer im Fackelumzug vom Fasnachtsfeuer hinunter ins Dorf, wo die Fasnachtsklänge noch einmal alles gaben, der Winterkälte den Garaus zu machen.

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