«Es ist mir ein Anliegen, meine Bedürfnisse kundzutun»

Arlesheim startet den Prozess für das neue Leitbild 2035. Dafür wurden mit acht Personen Interviews geführt, aus denen man Ausschnitte hören kann.

Küchentischgespräche: Mit dem Handy kann man den QR-Code auf den Plakaten im Dorfkern scannen ,um den acht befragten  Arlesheimerinnen und Arlesheimern zuzuhören. Foto: Tobias Gfeller
Küchentischgespräche: Mit dem Handy kann man den QR-Code auf den Plakaten im Dorfkern scannen ,um den acht befragten Arlesheimerinnen und Arlesheimern zuzuhören. Foto: Tobias Gfeller

«Wie prägen Sie das Dorfleben mit?» «Was fehlt Ihnen in Arlesheim?» «Finden Sie Arlesheim fortschrittlich?» «Wie ist Arlesheim für Junge?» Das sind vier von über zehn Franken, die Lineo Devecchi von der Fachhochschule St. Gallen im Auftrag des Gemeinderats acht ausgewählten Personen aus Arlesheim stellte. Sämtliche Antworten und andere Aussagen zum Leben in Arlesheim sind nun auf der Website der Gemeinde aufgeschaltet. Die Aussagen der einzelnen Protagonisten können aber auch über die im Dorf neu aufgestellten Plakate mit deren Fotos gehört werden, in dem mit dem Handy die QR-Codes gescannt werden. Mit den Plakaten will die Gemeinde die Themen und die Protagonisten im Rahmen dieser «Küchentischgespräche» sichtbarer machen.


Leitbild gibt Rahmen vor
Mit den Interviews begann der Prozess für das neue Leitbild 2021-2035. Das vor 15 Jahren gestartete aktuell noch geltende Leitbild läuft Ende Jahr aus. «Wir sind jetzt wieder daran, 15 Jahre in die Zukunft zu blicken», erklärte Gemeindepräsident Markus Eigenmann (FDP) am Samstagmorgen anlässlich der Plakatvernissage auf dem Postplatz. Der Gemeinderat will sich Gedanken machen, wie Arlesheim bis ins Jahr 2035 aussehen soll. In diesen Prozess will er die Bevölkerung eng miteinbeziehen. Dafür bietet sich am Bevölkerungsforum am 23. September die Möglichkeit, wenn der Gemeinderat der von ihm ausgearbeitete Entwurf des Leitbilds präsentiert und in Zusammenarbeit mit den Teilnehmenden in der Detailarbeit überarbeiten will. «Wir wollen wissen, was wir anpassen oder schärfen müssen», so Eigenmann. Das Leitbild sei in der Arbeit des Gemeinderats ein wichtiges Instrument. «Es gibt die Richtschnur und den Rahmen für jeden Entscheid vor. Mit dem Leitbild haben wir immer vor Augen, wo wir hinwollen.»


Themen sichtbar machen
In den Gesprächen mit den acht Arlesheimerinnen und Arlesheimern wurden nicht nur die typischen politischen Themen, sondern auch Themen wie Geruch, Lieblingsort, Entwicklung und Mut angesprochen. «Es ging für einmal nicht um den Steuerfuss, den Autobahnanschluss oder den Takt des Trams», verrät Lineo Devecchi. «Wir wollten bewusst Themen sichtbar machen, die nicht Teil des politischen Diskurses in der Gemeinde sind.» Gerade weil es in den Dörfern immer schwieriger werde, die Menschen zur Teilhabe zu animieren, brauche es dafür einen speziellen Rahmen. Devecchi ist überzeugt, dass dieser mit den Küchentischgesprächen und den Plakaten dazu gefunden wurde.

Einer der acht Protagonisten ist Walter Beutler. Er war schon beim Leitbildprozess vor 15 Jahren dabei. «Es ist mir halt ein Anliegen, meine Bedürfnisse kundzutun.» Er begrüsse es, dass der Gemeinderat bemüht ist, die Meinungen der Leute abzuholen und die Bevölkerung in den Leitbildprozess miteinzubeziehen. Der Start dafür ist jedenfalls gelungen. Eifrig hielten am Samstag Passantinnen und Passanten – ein Teil davon natürlich die Protagonisten selber – ihre Handys auf die QR-Codes und hörten sich die Aussagen an.  Bis zum  23. September bleibt Zeit, sich selber Gedanken über «sein» Arlesheim der Zukunft zu machen. Für das Bevölkerungsforum ist eine Anmeldung nötig.

 

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