Erste Majorzwahl verdrängt CVP aus dem Gemeinderat

Frischluft und FDP erreichen ihre Wahlziele und machen je drei Sitze im Gemeinderat. Die SP konnte ihr Mandat halten. Nicht so die CVP, die ihren sicher geglaubten Sitz verlor.

Lukas Hausendorf

Wie sich der Systemwechsel vom Proporz- zum Majorzwahlverfahren auf den Ausgang der Wahlen auswirken würde, war für alle Parteien ungewiss. Mit Prognosen hielt man sich zurück. Zu Recht, wie sich herausstellt. Mit diesem Ergebnis hatte man nicht gerechnet, am wenigsten noch die CVP, die am Sonntag zur grossen Verliererin wurde. Weder ihr bisheriger Gemeinderat Martin Kohler noch Parteipräsident Stephan Kink erreichten das nötige Quorum. «Einen solchen Absturz hätten wir nicht erwartet», gibt Kink unumwunden zu.
Während die Christdemokraten im Tal der Tränen angelangt sind, schweben Frischluft und FDP auf Wolke sieben.

Die zwei grössten Parteien im Dorf haben beide ihre Wahlziele erreicht und sind je zu dritt im Gemeinderat vertreten. Die Frischluft hat den angestrebten dritten Sitz, den man vor vier Jahren noch knapp verpasste, mit Ursula Laager, die 953 Stimmen holte, erobert. Gemeindepräsident Karl-Heinz Zeller wurde mit dem Spitzenergebnis von 1349 Stimmen im Amt bestätigt, gefolgt von Daniel Wyss mit 1169 Stimmen. Die FDP konnte ihre beiden Vakanzen, Ruedi Brandenberger und Daniela Meury traten nicht mehr an, problemlos kompensieren und verteidigte ihre drei Sitze. Neu gewählt wurden Markus Eigenmann (877 Stimmen) und Lukas Stückelberger (1046 Stimmen), ihr bisheriger Anton Fritschi wurde mit 981 Stimmen bestätigt.

Eine Vakanz zu verteidigen hatte auch die SP, deren langjährige Gemeinderätin Marie Regez nicht mehr antrat. Sie wird von Anet Spengler Neff beerbt, die mit 986 Stimmen das viertbeste Ergebnis einfuhr.

Grün-liberale Koalition?

Mit dem Ausscheiden der CVP und dem Sitzgewinn der Frischluft ist die bürgerliche Mehrheit im Arlesheimer Gemeinderat Geschichte. Für FDP-Präsident Balz Stückelberger ist das kein Problem. «Jetzt haben wir eine grün-liberale Mehrheit, das passt doch ganz gut zu Arlesheim», findet er. Und er meint es ernst. Der Arlesheimer Freisinn, der zum progressiven Flügel der FDP gehört, hatte in der jüngeren Vergangenheit meistens ein einvernehmliches Verhältnis zur Frischluft, die ihre Anliegen sehr pragmatisch vertritt. Karl-Heinz Zeller ist als Gemeindepräsident darum auch bei der FDP unbestritten.

Frischluft-Präsident Urs Leugger hat darum auch keine Berührungsängste und glaubt an eine konstruktive Zusammenarbeit: «Mit Markus Eigenmann und Lukas Stückelberger haben wir gute Erfahrungen gemacht», sagt er. Die Grünliberale Partei, die ebenfalls angetreten ist, wird die nächsten vier Jahre aber nur eine untergeordnete Rolle spielen. Ihr Gemeinderatskandidat Jakob Rohrbach wurde nicht gewählt, schaffte aber den Sprung in die Gemeindekommission.

CVP in Opposition

Die CVP steht vor einer schwierigen Legislaturperiode. Aus der Exekutive ausgeschieden und mit nur noch zwei Sitzen in der Gemeindekommission ist es schwierig, die Politik mit zu gestalten. Bleibt der Traditionspartei nur noch der Gang in die Opposition. Die werde man machen, wo es geht, sagt Kink. Wenngleich das kein leichtes Unterfangen werde. «Die FDP wird nun einen schwierigen Stand haben in Finanzfragen», glaubt er.

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