Einradhockey: Die Mischung macht’s

Eine Fusion verschiedenster Sportarten stand vergangenen Samstag in der Sporthalle Hagenbuchen im Fokus. Der Einrad Club Arlesheim organisierte das Heimturnier im Rahmen der Schweizer Meisterschaft des Einradhockeys.

Volle Fahrt voraus: Noemi Koller der Arlesheimer OneHooks gegen die Golden Spokes aus Olten. Foto: Reto Probst
Volle Fahrt voraus: Noemi Koller der Arlesheimer OneHooks gegen die Golden Spokes aus Olten. Foto: Reto Probst

Grün-, weiss- und pinkfarbene Reifen rollen durch die Halle der Hagenbuchen. Das Feld ist mit Banden abgerundet und drei Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter kommunizieren per Funk über das Spielgeschehen. Gespielt wird mit Minifussballtoren, Eishockeyschlägern und natürlich dem Einrad.

Die fünf Spielerinnen und Spieler jagen während zwölf Minuten einem Tennisball hinterher – Unterbrüche gibt es wenige. Diese spezielle Melange ergibt die in Arlesheim vergleichsweise populäre Randsportart des Einradhockeys. Durch das fehlende Seitenaus entsteht ein lebhaftes Spielgeschehen, das auch ohne grosse Regelkenntnisse für Neulinge Unterhaltung bietet. Das Ganze wirkt teilweise ein wenig wuselig, doch dies sorgt gleichzeitig auch für Spannung, da somit schnell neue Spielsituationen entstehen können. Immer wieder ist ein kurzes Gerumpel zu vernehmen, denn in der Hitze des Gefechts kann der Verlust des Gleichgewichts schnell zu einem unfreiwilligen Absteigen oder sogar zu einem Sturz führen. Dank der Schoner kann es aber nach einem kurzen Richten des Einrades meist ohne Blessuren weitergehen.

Seit dem Jahr 2006 kann in Arlesheim dieser Randsportart nachgegangen werden. Damals spielte man noch unter dem Namen «Snakes», was auch die grüne Trikotfarbe erklärt. Bereits erste Erfolge und Schweizer-Meister-Titel konnten ­erspielt werden. Ab 2018 war es an der Zeit für frischen Fahrtwind im Vorstand, und mittlerweile haben die bei-den Schwestern Melanie und Caroline Weber das Zepter des Einrad Club Arlesheim übernommen – Melanie als Präsidentin und Caroline als Kassierin. Aktuell gibt es zwei Teams in Arlesheim: Die ­YoungHooks und die OneHooks, die jeweils in den Ligen C beziehungsweise B bei den Schweizer Meisterschaften vorne mitmischen. Zusätzlich gibt es die Einradriege, in der auch die Kleinsten erste Fahrversuche machen können.

Der Kassierin Caroline Weber ist die Begeisterung für den Einradhockeysport beim Erzählen förmlich anzusehen, ein anderes Indiz ist ihr vielseitiges Engagement im Verein: «Aktuell bin ich Trai­nerin der YoungHooks, Kapitänin der ­OneHooks und Kassierin», meint die 22-jährige Gempnerin. Neben dem Studium der Pflegewissenschaften in Bern beansprucht der Verein viel Zeit: «Das Einradhockey bestimmt momentan einen grossen Teil meines Alltags. Als Trainerin und Spielerin bin ich teilweise drei Tage in der Woche eingebunden, doch es macht mir sehr viel Spass», so Weber.

Rad- und Randsportart – eine bunte Vermischung

Aktuell zählt der Einrad Club Arlesheim 20 Mitglieder. Weber dazu: «Wir waren schon mal mehr, vor fünf Jahren gab es beispielsweise noch drei Mannschaften. Viele fahren Einrad, doch wissen gar nichts von unserem Verein, deswegen wollen wir auch vermehrt auf unser Angebot aufmerksam machen.» Problemlos gelungen ist dies bei der 18-jährigen Aline Zingg – sie ist schon seit sechs Jahren mit von der Partie. «Mir gefällt die Vielseitigkeit und die Vermischung der Sportarten. Es gibt auch keine Altersklassen und so hat man einen interessanten Austausch», meint die Reinacherin. Genau das scheint das Einradhockey auszumachen: Die Vermischung verschiedenster Sportarten, Altersklassen und Geschlechter, was in ein vielfältiges Teamleben mündet.

Der Klang kleiner Kuhglocken hallt bei jedem Treffer der Arlesheimer Teams durch die Hagenbuchen-Halle. Zu feiern gibt es genug – am Ende des Tages erreichen die YoungHooks den zweiten Platz und liegen in der Gesamtwertung der Liga C auf Rang drei. Noch besser läuft es für die OneHooks, die mit dem Turniersieg ihre Tabellenführung in der Liga B weiter ausbauen können.

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