Ein Meister der Flexibilität

Vor zehn Jahren hat Giovanni Barbato das «Da Vinci Orchester ­Basel» ins Leben gerufen. Neben der Vorbereitung für das Konzert am 18. Mai in der reformierten ­Kirche, beschäftigt ihn zurzeit allerdings auch der Ukrainekrieg.

Geprägt von seiner Heimatstadt Neapel: Giovanni Barbato im Zentrum von Arlesheim. Foto: Thomas Brunnschweiler
Geprägt von seiner Heimatstadt Neapel: Giovanni Barbato im Zentrum von Arlesheim. Foto: Thomas Brunnschweiler

Giovanni Barbato, der Gründer und Leiter des Da Vinci Orchesters Basel, ist im Augenblick vor allem mit Hilfslieferungen für die Ukraine und dem Sammeln von Kleidern für die hier gestrandeten Ukrainerinnen beschäftigt. Das hat einen konkreten Grund: Seine Frau stammt aus Lwiw (Lemberg) in der Westukraine. Die Situation zu Hause sei schwierig, da sich seine Frau, seine geflüchtete Schwägerin mit Kind und er sich Sorgen machten.

Er und seine Frau haben auch 14 Kartons mit Lebensmitteln und Medikamenten über Polen in die Ukraine bringen lassen. Viel Zeit brachten Barbatos auch für die Wohnungs- und Möbelsuche für die Geflüchteten auf. Im Orchester spielen nun auch fünf Streicherinnen aus der Ukraine mit, die ein hohes Niveau haben. «Damit hilft man ihnen am besten, hier Fuss zu fassen», sagt Barbato. «Seit Krieg herrscht, sehe ich meine Frau anders. Sie ist traurig, da ihre Familie noch in Lwiw ist. Das geht mir sehr nah.»

Barbato hat bereits ein Konzert mit einer ukrainischen Sängerin organisiert. Alle Musizierenden spielten unentgeltlich und der Reinerlös geht an Spitäler im Osten der Ukraine.

Ein brillanter Violinist und Konzertmeister

Giovanni Barbato wurde 1972 in Neapel geboren und absolvierte dort am Conservatorio S. Pietro a Majella di Napoli sein Lehrdiplom mit Auszeichnung; es war das beste und preisgekrönte Diplom des Jahres. Er nahm an Meisterkursen in Europa und den Vereinigten Staaten teil und schloss im Jahre 2000 sein Solistendiplom an der Musik-Akademie der Stadt Basel bei Prof. Adelina Oprean ab. Barbato gewann zahlreiche nationale und internationale Preise. Seit 1997 macht er regelmässig Konzerttourneen in Südamerika, Frankreich, Deutschland, China, Italien und in der Schweiz.

Mit dem Pianisten Hristo Kazakov brillierte er mit den Violinsonaten von Beethoven am Goetheanum. Seine Arbeit brachte ihn mit weiteren bekannten Pianisten in Kontakt. Barbatos musikalisches Repertoire umfasst verschiedene Stilrichtungen: von Bach bis zu Tango, Jazz und Popmusik. Am 18. Mai spielt nun das Da Vinci Orchester Basel ein Konzert in Arlesheim unter dem Motto «Napoli in Basel».

Die aus Bulgarien stammende und in Arlesheim wohnhafte Sopranistin Svetlana Doneva und der gefragte spanische Tenor David Alegret bringen dabei die grössten Hits der neapolitanischen Volksmusik zu Gehör: Wer kennt sie nicht: «O sole mio», «O marenariello», «Maria mari’» oder «Funiculì funiculà». Mit diesen bekannten Melodien, die von einer hervorragenden Sängerin und einem virtuosen Sänger interpretiert werden, kann man nichts falsch machen.

Zum Da Vinci Orchester Basel sagt Barbato: «Ich wollte etwas Neues kreieren, eine Nische finden, die noch nicht besetzt ist.» Mit seinem Bossa-Nova-Programm hatte er einen riesigen Erfolg.

Giovanni Barbato ist von seiner Heimatstadt Neapel stark geprägt worden. «Dort herrscht immer ein Chaos», sagt er, «aber das zwingt die Menschen, flexibel zu sein und zu improvisieren.» Auch Barbato ist ein Meister der Flexibilität, wenn es um die Auswahl seiner Musik geht. Man sollte also dieses attraktive Konzert «Napoli in Basel» nicht verpassen.

Da Vinci Orchester Basel: «Napoli in Basel»: ref. Kirche Arlesheim, Mittwoch, 18. Mai, 19.30 Uhr.

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