Ein glänzender Abend

Am kommenden Dienstag dreht sich in der Trotte alles um Edelsteine aus Sri Lanka. Das «Wochenblatt» hat im Vorfeld der Veranstaltung mit dem Dornacher Edelsteinexperten und Referenten Herbert Pfammatter gesprochen.

Rohsteinsaphir: Glücklicher Fund in einer Mine in Sri Lanka.  Foto: ZVG
Rohsteinsaphir: Glücklicher Fund in einer Mine in Sri Lanka. Foto: ZVG

Thomas Brunnschweiler

Herbert Pfammatter ist gelernter Goldschmied und Gemmologe mit über 30-jähriger Berufserfahrung in der Uhren- und Schmuckbranche. Das macht ihn zum gefragten Prüfungsexperten, Gutachter und Referenten.

Wochenblatt: Seit 2500 Jahren kennt man Sri Lanka – das frühere Ceylon – als Fundstätte edler Steine. Was macht den Fundort Sri Lanka so einzigartig?
Herbert Pfammatter: Die Einzigartigkeit besteht in der geologischen Entstehung der Insel, die ursprünglich mit dem heutigen Mozambique und Madagaskar verbunden war. Vor 150 Millionen Jahren brach der Urkontinent Pangäa dann auseinander und mit der Kontinentaldrift verschoben sich die Orte, wo man heute noch viele Edelsteine findet. Auf Sri Lanka finden sich rund 30 verschiedene Edelsteinarten. Bis 25 Prozent der Insel gelten als potenzielle Fundorte. Ich war selbst vor Ort und werde Bilder von den Mondsteinminen zeigen sowie einen Schwerpunkt bei den Saphiren setzen.

Sie sind Gemmologe. Was ist das genau, wozu braucht es diesen Beruf?
Herbert Pfammatter: Die Gemmologie gehört zur Mineralogie. Ein Gemmologe ist ein Spezialist für Edelsteine und arbeitet im Edelsteinlabor. Er ist Detektive in Sachen Edelsteine. Er muss beurteilen können, ob ein Edelstein echt, behandelt oder synthetisch ist. Ich selbst habe den Vorteil, dass ich nicht nur die Edelsteine und Schmuckstücke prüfen kann, sondern auch die Marktpreise kenne.

Wie sieht Ihr beruflicher Alltag als Gemmologe aus?
Herbert Pfammatter: Ich mache Erbschaftsschätzungen, wenn Familienschmuck vorhanden ist. Ich schreibe Gutachten für Rechtsanwälte, Treuhänder und Erbschaftsämter. Nicht zuletzt muss ich auch Diebesgut schätzen. Ein klassischer Fall ist die Anfrage, Schmuck zu schätzen, den man spontan im Ausland gekauft hat. Übrigens gehe ich zu den Leuten nach Hause, weil viele ihren Schmuck nicht ausser Haus bringen wollen.

Wo liegen die besonderen Herausforderungen?
Herbert Pfammatter: Die Herausforderung des Berufs besteht darin, stets auf dem neusten Wissensstand zu sein. Jedes Jahr mache ich als Mitglied der Schweizerischen Gemmologischen Gesellschaft regelmässige Weiterbildung. Wenn man Tricks zur Optimierung von Edelsteinen kennt – wie etwa das Einbringen von Glasfüllungen in minderwertige Rubine unter Hitze und Druck –, so ist es nicht schwer, diese zu durchschauen.

Worauf sollte man beim Kauf von Schmuck achten?
Herbert Pfammatter: Generell sollte man in einem renommierten Fachgeschäft kaufen. In Europa kann sich niemand Unregelmässigkeiten leisten, zudem gelten Welthandelspreise. Im Ausland ist oft nicht böser Wille dabei, sondern einfach fehlende Fachkenntnis. Ab 2014 gibt es an der Volkshochschule beider Basel Kurse in Gemmologie/Edelsteinkunde, bei denen man sein Wissen vertiefen kann.

Die Veranstaltung «Sri Lanka – Insel der Edelsteine» findet am Dienstag, 29. Oktober, im Ortsmuseum Trotte statt. Beginn ist 18.30 Uhr. Hinter der Veranstaltung stehen das Uhren- und Schmuckfachgeschäft Strobel sowie das Reisegeschäft Media Reisen. Um Anmeldung wird gebeten (Telefon 061 701 25 60). Wer über den Referenten Herbert Pfammatter mehr wissen will, besucht in Internet folgende Adresse: www.schmuckschätzungen.ch.

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