Ein Garten voller Kunst

Eigene Geschäfte, fünf Kinder und die Leidenschaft für die Kunst – das Arlesheimer Künstlerpaar Sibylle Waldmann und Harry Schaffer führt ein intensives und ein sich gegenseitig inspirierendes Leben.

Licht und Farbe: Sibylle Waldmann und Harry Schaffer haben sich am Hollenberg ihr kleines Künstlerparadies geschaffen.
Licht und Farbe: Sibylle Waldmann und Harry Schaffer haben sich am Hollenberg ihr kleines Künstlerparadies geschaffen.

Idyllischer Wohnen geht nicht. Direkt am Waldrand mit Blick auf die beiden imposanten Türme des Arlesheimer Doms hat sich Harry Schaffer in den letzten 30 Jahren eine wunderbare Oase geschaffen. Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen und äugen über den Gartenzaun. So imposant sind die Werke des Künstlers aus Stein, Metall oder Holz, welche Ein- und Durchblicke gewähren und einen Durchmesser von bis zu drei Metern haben. Für seine Skulpturen braucht der freischaffende Künstler das Schweissgerät oder auch mal einen Kran, um ein Kunstwerk aufzustellen. Ganz anders die Bilder von Sibylle Waldmann, die seit vielen Jahren malt und berufsbegleitend die Malschule Assenza besucht hat. Am Hollenberg malt sie mit Vorliebe auf der traumhaften Dachterrasse mit Blick über das Birstal und lässt sich von der Natur inspirieren. In ihren Bildern verarbeitet sie Themen, die sie sowohl in ihrer Arbeit als Therapeutin als auch als Mensch beschäftigen. Ihre Arbeit in der Malerei ist nicht nur Vergnügen – die Auseinandersetzung mit Farbe, Form und Linienführung brauche hohe Konzentration, erklärt Sibylle Waldmann.


Schaukelnd in den Sonnenuntergang

«Wir sind beide selbstständig erwerbend und leben beide sehr intensiv», erklärt Sibylle Waldmann. Harry Schaffer grinst und fügt bei: «Zusammen haben wir fünf Töchter zwischen 22 und 30 Jahren. Jeder von uns hat ein eigenes Geschäft und die Kunst, welche uns sehr wichtig ist.» Daher schätzen sie die gemeinsame Zeit am Hollenberg. Eine riesige Schaukel lädt ein, gemeinsam den Sonnenuntergang zu geniessen, wenn Harry Schaffer nicht plötzlich wieder eine Idee hat. Dann beginnt er zu schweissen oder rodet eine verwilderte Fläche, damit die Kunstwerke besser zur Geltung kommen. «Die Nachbarn sind zum Glück sehr tolerant», bemerkt Schaffer, der mit 40 noch ein Kunststudium absolviert hat. Wenn er eine Idee für ein neues Werk hat, dann entstehen die vielleicht zuerst auf einer Serviette in einem Restaurant. Anschliessend baut er einen Prototyp, berechnet die Statik und macht sich in der Folge an die Arbeit, das nötige Material zu besorgen. Beispielsweise zehn Kilometer Stacheldraht für sein Werk «Barbed Circle», einen 1200 Kilogramm schweren Ring mit an die 2,5 Meter Durchmesser, der an der diesjährigen Biennale in Venedig zu sehen ist.

 

Open Garden: Kunst und Musik

Am Wochenende vom 17. und 18. Juni öffnen Sibylle Waldmann und Harry Schaffer ihren Garten am Gempenweg 7 für interessierte Besucher. Dabei haben sie auch Gastkünstler eingeladen. Am Samstagabend bespielt der Soundkünstler Peter Philippe Weiss den Garten, um 22 Uhr treten Le tre sorelle mit einer Performance auf, die nebst Musik auch Tanz und Malerei im Schein der Feuerschalen beinhaltet. An einer Bar können sich die Gäste mit Getränken verpflegen. Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte für die Künstler erhoben. Am Sonntagmorgen lädt das Künstlerpaar ab 11 Uhr zur Führung. Öffnungszeiten: Samstag, 17. Juni, 16 bis 24 Uhr; Sonntag, 18. Juni, 11 bis 16 Uhr.

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