Die Musik drückt aus, was sich mit Worten nicht sagen lässt

Mit beschwingter Musik begann am letzten Wochenende in der reformierten Kirche für das Orchester Arlesheim unter dem Dirigat von Markus Teutschbein das Jahr. Das Orchester überzeugte durchweg.

Überboten sich selbst: Dirigent Markus Teutschbein und das Orchester Arlesheim.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Überboten sich selbst: Dirigent Markus Teutschbein und das Orchester Arlesheim. Foto: Thomas Brunnschweiler

Man hätte vom Gesamtklang eine Steigerung kaum für möglich gehalten, aber sie war am Samstagabend deutlich zu hören. Die Streicher sind unter Teutschbein noch klarer und homogener geworden. Das vollbesetzte Holzregister ergab mit dem Blechregister neben dem Streicherensemble der Harfe und dem Schlagwerk einen homogenen volltönenden Klang, der für das Programm erforderlich war. Bereits in Bizets L’Arlésienne-Suite Nr. 1 war die gute Abstimmung von Bläsern und Streichern zu hören. Das zu Beginn unisono angespielte und vierfach variierte Hauptthema wird von einer Saxofonkantilene
in As-Dur abgelöst. Das Liebesthema schliesslich erinnert an Wagner. Nach dem tänzerischen Minuetto erklang das kurze, gefühlvolle und auch so interpretierte Adagietto. Carillon (Glockenspiel) beginnt mit pausenlosen Moll-Terzen-Wechseln der Fagotte und Hörner. Eine sicilianoartige Episode, getragen von Flöten und Klarinetten in cis-Moll, für Bizet: «tragisch, hellklingend, vornehm». Teutschbein dirigierte unaufgeregt, aber stets mitschwingend.


Von Fauré zurück zu Bizet

Gabriel Faurés Pavane ist ein Werk, das von gezupften Streichertönen als auch Flöten- und Klarinettengesängen geprägt ist. Nach langem Triller der hervorragenden Flötistin setzen die Streicher mit dem Hauptthema ein. Man sah vor sich einen Barocksaal mit edel schreitenden Tänzern. Ein Wechsel in Rhythmik und Dynamik führt zu einer abgewandelten Reprise des Themas in der Flöte. In der Pavane kamen auch die Stärken des Oboisten deutlich zum Ausdruck. Mit Béla Bartók betrat man ein harmonisch weniger gewohntes Terrain. Das Orchester interpretierte die von Teutschbein zupackend dirigierten Rumänischen Volkstänze mit Spielfreude und hoher Präsenz. Alexander Borodins Steppenskizze aus Mittelasien ist ein beliebtes Stück. Es beginnt mit sirrenden hohen Streichertönen, bevor die Oboe mit der Melodie einsetzt. Hier entwickelte sich ein wuchtiger, volltönender Orchesterklang. Die Musik drückte aus, was sich mit Worten nicht sagen liesse. Mit der Valse triste von Sibelius, einem langsamen Walzer, der aber auch orgiastische und bedrohliche Takte kennt, wusste das Orchester ebenfalls zu gefallen. Aram Khatchaturians Maskeraden-Suite war der Schlusspunkt. In der fünfteiligen Suite, die effektvolle dynamische Wechsel hat, brillierte Konzertmeisterin Sonja Heckel in den soloartigen Passagen.

Das Finale ist ein wilder Ritt, der nach der verträumten Romance den gelungenen Abschluss bildet. Den langen Applaus belohnte das Orchester mit der Zugabe der Farandolle aus der 2. Arlésienne-Suite, die zum Hauptthema des ersten Satzes der Suite Nr. 1 zurückführt: eine Mischung von heiterem D-Dur und düsterem c-Moll mit einem wunderschönen Finale.

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