Die Klinik Arlesheim ist für den Ausnahmezustand gewappnet

In der Klinik Arlesheim spürt man die Ruhe vor dem Sturm. Für eine spätere Phase der Pandemie steht sie auch mit einer Covid-19-Station bereit.

Verschiedene Therapieverfahren: Der ärztliche Leiter der Klinik Arlesheim, Lukas Schöb, kennt auch ergänzende Methoden, die zur Linderung bei Lungenkrankheiten beitragen.  Foto: Christian Jaeggi
Verschiedene Therapieverfahren: Der ärztliche Leiter der Klinik Arlesheim, Lukas Schöb, kennt auch ergänzende Methoden, die zur Linderung bei Lungenkrankheiten beitragen. Foto: Christian Jaeggi

Auch vor der Klinik Arlesheim macht die Pandemie nicht Halt: «Wir sind voll gefordert — in Bezug auf die Patientinnen und Patienten, die Mitarbeitenden sowie als Betrieb», sagt Verena Jäschke, Leiterin Kommunikation, gegenüber dem Wochenblatt. Man habe «die nötigen Massnahmen ergriffen und Taskforces eingesetzt, welche optimal arbeiten». Entsprechend der Vorgaben des BAG verschiebt die Klinik «nicht dringende Patiententermine». Zudem wurden geplante stationäre Aufenthalte abgesagt. Dadurch sollen Ressourcen für das Covid-19-Referenzspital auf dem Bruderholz frei werden. Jäschke dazu: «Wir stellen dem Bruderholz unkompliziert Personal und Material zur Verfügung.» Konkret handelt es sich dabei um bis zu acht Fachärzte, Spitalbetten und Zubehör. «Die langjährige und gute Zusammenarbeit unter den Spitälern bewährt sich nun in der Krise, dies unabhängig davon, ob es sich um ein privates oder ein öffentliches Spital handelt.»


Im kantonalen Krisenstab
Aktuell herrscht im Gesundheitswesen eine Art Ruhe vor dem Sturm, denn niemand kann genau sagen, wie sich das Virus in der Schweiz entwickelt und ob Zustände wie in Italien zu erwarten sind.

Die Klinik Arlesheim ist jedenfalls auch für das Schlimmste vorbereitet: «Als grösstes Spital in privater Trägerschaft im Kanton mit über 500 Mitarbeitenden sind wir im kantonalen Krisenstab vertreten.» Konkret bereite man in Absprache mit dem Kanton und dem Krisenstab eine Covid-19-Station vor: «Den damit verbundenen grossen Aufwand leisten wir gerne und sind überzeugt, ihn mit unseren motivierten Mitarbeitenden zu bewältigen», so Jäschke.

Doch Covid-19 hin oder her — derzeit werden 65 Patientinnen und Patienten mit einer anderen Erkrankung in der Klinik Arlesheim stationär behandelt. Auch für sie bedeutet die aktuelle Lage eine Veränderung der Situation: «Die grösste Veränderung besteht für sie im allgemeinen Besuchsverbot.»


Andere Therapiemethoden
Als Klinik mit anthroposophischem Ansatz «haben wir jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung von Lungenentzündungen und viralen Atemwegserkrankungen», sagt Lukas Schöb, ärztlicher Leiter der Klinik. Man verfüge über ein «differenziertes, die konventionelle Medizin ergänzendes Konzept zur Unterstützung der Menschen mit natürlichen Massnahmen wie Wickel und Einreibungen. Diese können wir gezielt einsetzen.» Man stehe in intensivem Austausch mit international tätigen Kolleginnen und Kollegen. «Aus Italien haben wir bereits Berichte. Der Ansatz mit äusseren Anwendungen, natürlicher Fiebersenkung und natürlichen Medikamenten bewährt sich in der Praxis. Darauf können wir in der Behandlung auf der geplanten Covid-19-Station aufbauen.»


Umgang mit Schwerstkranken
Im Umgang mit schwerkranken Menschen habe die Klinik eine «sehr grosse Erfahrung. Menschen mit einer schlechten Prognose finden bei uns die nötige Begleitung auf ihrem möglicherweise letzten Weg.» Trotz der aktuell herausfordernden Situation wolle man das Konzept wissenschaftlich überprüfen. «Gemeinsam mit Spezialisten des Bruderholz-Spitals wollen wir eine vergleichende Untersuchung durchführen.»

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