«Das ist eine Riesensache»

Am Tag der offenen Baustelle der Uptown Basel AG auf dem Schorenareal in Arlesheim durften die Kinder selber Hand anlegen, während die Erwachsenen spannende Informationen erhielten.

Keiner zu klein: Ein Lehrling führt einen Buben in die Kunst des Mauerns ein.  Foto: Tobias Gfeller
Keiner zu klein: Ein Lehrling führt einen Buben in die Kunst des Mauerns ein. Foto: Tobias Gfeller

Der Haken des Krans schwingt unkontrolliert hin und her. Der Kranführer hat alle Hände voll zu tun, um den Kessel am Haken zielgenau in die Wanne zu steuern. Wenige Meter daneben wird ebenfalls engagiert gearbeitet. Die Holzwand nimmt bereits am Morgen Form an. Die Bretter werden kraftvoll an die Pfeiler genagelt. Mal klappt es allein, mal hilft das Mami, der Papi oder der Lehrling der Baufirma. Derweil zeichnet Lina mit Lehrtochter Seraina eine Ausspaltung ins Holz, aus der einst ein Fenster entstehen könnte. Mit voller Kraft sägt sie das überflüssige Stück Holz ab. Die Euphorie ist nach dem Erfolgserlebnis gross. «Das ist toll, noch besser als hämmern.» Danach gehts weiter mit Betonieren. Die Backsteine liegen bereit und Seraina hat den Beton in der Wanne angemischt. Mehrere Mitarbeiter der Baufirma geben Tipps und packen mit an. Genau wie die Holzwand wächst auch die Backsteinmauer rasch. «Wenn das so weitergeht, seid ihr morgen hier fertig», lacht ein Beobachter zu den Bauarbeitern.


Umfassende Schadstoffsanierung

Die Eltern staunen und strahlen, während ihre Kinder vergnügt mitanpacken. In den Festzelten können Elektroschalter zusammengebaut und Solarautos zusammengesetzt, draussen sogar Bagger gefahren werden. Die Räder für die Autos kommen aus dem 3D-Drucker. «Wir zeigen im Kleinen, was hier in Zukunft im Grossen passieren wird», erklärt Arealentwickler Hans-Jörg Fankhauser, neben Hauptinvestor Thomas Staehelin treibende Kraft hinter Uptown Basel auf dem Schorenareal.

Die Organisatoren haben am Samstag alles dafür getan, dass Kinder in die Arbeit auf der Baustelle und in die zukünftige Industrie eintauchen konnten. Die Erwachsenen erhielten derweil umfassende Informationen und wenn gewünscht Führungen über das Areal. «Es ist natürlich eindrücklich, was hier passiert», fand Marcel Amstutz. Als Naturfreund mache er sich aber auch Gedanken über die Folgen für die Umwelt. «Der Druck auf die Birslandschaft nimmt auch wegen anderer Bauvorhaben natürlich immer mehr zu.» Amstutz lobt aber auch, dass das Schorenareal selber mit Uptown Basel weit grüner wird, als es mit der Industrie zuvor je war. Seine Frau Marianne Amstutz brachten die Entwicklungen auf den 70000 Quadratmetern ins Staunen. «Das ist einfach eine Riesensache.»

Für Hans-Jörg Fankhauser war es wichtig, der Bevölkerung einen Augenschein vor Ort zu gewähren. «Ohne die Bevölkerung geht es nicht», stellt der Arealentwickler klar. Dabei wollte er aufzeigen, wie viel im Bereich Nachhaltigkeit bereits realisiert wurde und noch wird. Die ehemaligen Gebäude
sowie der Boden nach deren Abriss wurden komplett schadstoffsaniert. Die Botschaft hinter dem Leitmotiv von Uptown Basel in Arlesheim: «In der Elek-trifizierung liegen unsere Wurzeln, in der Digitalisierung unsere Zukunft und in der Nachhaltigkeit unser Handeln» werde in der Realität umgesetzt, betont Fankhauser.

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