Bühnete voller Highlights

Die 19. Ausgabe der Bühnete vermochte das Publikum einmal mehr zu begeistern. Allein schon das Pausen-Orchester war ein Genuss.

Boy-Group mit Schnuuregiige: Der Auftritt der drei Veteranos war einer der Höhepunkte in der Domplatzturnhalle. Fotos: Jay Altenbach
Boy-Group mit Schnuuregiige: Der Auftritt der drei Veteranos war einer der Höhepunkte in der Domplatzturnhalle. Fotos: Jay Altenbach

Jay Altenbach

Was mag das für ein Anlass sein, der so viele Leute an einem Sonntagnachmittag in die Dorfturnhalle in Arlesheim lockt? Die Tische sind von Anfang an gut besetzt. Anstatt auf der Hauptbühne treten die Künstler auf einer Bühne an der Längsseite der Halle auf. Der Eintritt ist gratis und das Buffet wird von den Gästen bestückt. Herrlich, diese Idee! Und es funktioniert. Ständig bringen Leute Esswaren und andere bedienen sich genüsslich davon.

Viel Leidenschaft, viel Humor

Den Anfang auf der Bühne macht Daniel Gygax, der mit seiner Frau Regula Duette vorträgt. Abgelöst werden sie von Erna und Willi, die Geschichten erzählen, welche sie mit verschiedenen grossen Mundharmonikaklängen unterstreichen. Die Backfische kennt man hier. Nach zwei Medleys spielen sie «The gentle light that wakes me» und wir spüren dieses zarte Licht. Philipp Iberg spielt die Melodie auf dem Chalumeau. Es ist ein Instrument, das aussieht wie eine Flöte und sich anhört wie eine Klarinette. Seine Frau Judith Iberg am Akkordeon und Flo Hunziker am Bass begleiten ihn.

Während des Bühnenumbaus werden Bilder von Heinz Messerli auf einer Leinwand gezeigt. Dazu ertönen seine Gedanken, mal witzig, mal nachdenklich und auch mal abstrakt. Der Youngster der diesjährigen Bühnete, Max Fröhlich, zeigt anschliessend eine atemberaubende Diabolo-Nummer. Nicht jedes Diabolo landet, wo es sollte, doch überspielt der junge Künstler dies mit Charme und erobert das Publikum im Nu. Charme versprühen auch die drei Veteranos, die wohl älteste Boy-Group. Mit Georg Bechtel (90 Jahre), Werner Vollmer (78) und Hans Willin (77). Sie wissen zu gefallen. Sogar Moderator Guido Bruggmann meint, er freue sich aufs Altwerden, wenn er die drei Veteranos anschaue. Die Energie, welche die drei Senioren versprühen, ist unglaublich und die Freude am Auftritt unübersehbar.

Die letzte Umbaupause füllt die Bühnete-Band French Connection mit dem Libertango von Astor Piazzolla. Ein tolles Stück und wir spüren sofort die Hitze Südamerikas – es fehlt nur noch ein Tango tanzendes Paar. Sie hätten mehr Aufmerksamkeit verdient. Die bekommt nun Jürg Seiberth mit seiner Gitarre. Er hat sich vorgenommen, vermehrt Musik mit seinen Texten zu verknüpfen. Sein Vortrag ist zwar sehr kurz, aber gefällt. Das Stück «Vo Rynach luegsch nach Oschte» ist noch ein Werkstattstück, aber es verheisst feinsinnigen Humor. Der schrecklich traurige Prinzessinnen-Blues ist ein älteres Stück, voller Witz und Ironie.

Krönender Abschluss

Den Abschluss macht SULP, die Swiss Urban Ländler Passion. Das Warten hat sich gelohnt. Matthias Gubler am Saxofon, Simon Dettwiler am Schwyzerörgeli und Hannes Fankhauser am Kontrabass, dann an der Tuba und zu guter Letzt am Alphorn bringen den Saal noch mal so richtig in Schwung. Erstaunlich, was für Töne so ein Alphorn von sich gibt, bis es zum Schluss wie ein Didgeridoo tönt. Nach lüpfigen Ländlern legt der Alphornbläser mit «Over the rainbow» los. Den Abschluss macht er mit Angelo Branduardis «Pulce d’Aqua» und plötzlich ist die Müdigkeit verflogen. Wir hätten gerne mehr. Viel mehr. Jetzt ist Geduld angesagt: Die nächste Bühnete, die 20. Ausgabe, findet im November 2016 statt.

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