Begleitete Arbeitsplätze von Werkstar sind gesichert

Die Arlesheimer Stiftung Werkstar hat sich ­aufgelöst. Der Verein für ­Sozialpsychiatrie übernimmt den Betrieb.

Gasthaus zum Stärne: Der Betrieb des Restaurants an der Ermitagestrasse kann unter der neuen Leitung weitergeführt werden. Foto: Jeannette Weingartner
Gasthaus zum Stärne: Der Betrieb des Restaurants an der Ermitagestrasse kann unter der neuen Leitung weitergeführt werden. Foto: Jeannette Weingartner

Im «Gasthaus zum Stärne» an der Ermitagestrasse 1 lässt es sich gut, unkompliziert und zu fairen Preisen Mittagessen. Ganz besonders hervorgehoben wird in den Online-Kommentaren jedoch das Personal, das überaus freundlich sei. Wer die Hintergründe kennt, ist davon wenig überrascht. Denn die Angestellten im «Gasthaus zum Stärne» gehen nicht einfach irgendeinem Job nach, sondern nehmen ein Angebot in Anspruch, das Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung geschützte, also begleitete Arbeitsstellen bietet.

Über 31 Jahre lang war es die Arleshei­mer Stiftung Werkstar, die diese sozial wertvolle Angebot zur Verfügung stellte. Neben dem Gasthof gehörte auch der Verkaufsladen «fairgissmeinnicht», früher Claro Weltladen, zum Portfolio. Ende des vergangenen Jahres löste sich die Stiftung auf: Den Anforderungen, die heute an soziale Organisationen gestellt werden, sind kleine Organisationen kaum noch gewachsen. Um die Stellen der 110 Mitarbeitenden – davon 90 geschützte Arbeitsplätze – zu erhalten, suchte der Stiftungsrat eine neue Trägerschaft und wurde im Verein für Sozialpsychiatrie Baselland (VSP), mit Hauptsitz in Frenkendorf, fündig. «Der Prozess der Implementierung, der im Juli 2020 mit einer ersten Anfrage der Stiftung Werkstar zur Übernahme der Trägerschaft begann, wurde per Januar 2022 formal abgeschlossen, indem die begleiteten Arbeitsplätze in die Leistungsvereinbarung des VSP integriert wurden», sagt Silvie Schmid, Leiterin Management Support beim VSP. Konkret bedeutet das: «Alle Angebote bleiben bestehen und für uns das Wichtigste: Die Arbeitsplätze konnten erhalten werden. Das war unsere Motivation von Beginn an.»

Aus klein wird gross

Während die Stiftung Werkstar von ihrer Grösse her überschaubar und lokal verwurzelt war, ist der VSP einer der grössten Anbieter von Wohn-, Arbeits- und Tagesgestaltungsplätzen im Kanton: Die 110 Mitarbeitenden der Arlesheimer Stiftung erhielten auf einen Schlag 380 neue Kolleginnen und Kollegen: «Für Mitarbeitende sowie die Nutzerinnen und Nutzer der Angebote ist der Übergang von einer kleinen zu einer der grössten Organisationen vielleicht nicht immer ganz einfach. Wer sich auf den ­Prozess einlassen kann, findet ein innovatives, hoch dynamisches und spannendes Sozialunternehmen, das sowohl den Mitarbeitenden als auch den Menschen, die der VSP begleitet, vielfältige Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.»

Belastung durch Corona

Besonders für Menschen mit einem psychischen Leiden war die vergangene Coronazeit eine grosse Belastung gewesen: «Durch den markanten Rückgang der Gäste, Kundinnen und Kunden fehlten nebst dem Umsatz insbesondere die Begegnungen und damit die Grundlage unseres Tuns», so Schmid. Nicht auszudenken also, welch noch grösseres Leid durch den Verlust des Arbeitsplatzes angerichtet worden wäre. Mit der Aufnahme der Stellen in den VSP sind die Befürchtungen aber zerstreut. «Wir freuen uns, wenn das Gasthaus zum Stärne und der Laden wieder rege besucht werden und lebhafte Begegnungsorte sind.»

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