Barocker Ohrenschmaus

Das Orchester Arlesheim begeisterte am Sonntagabend unter der Leitung von Markus Teutschbein mit einem anspruchsvollen Konzert auf hohem Niveau.

Kompakter Klangkörper: Das Orchester Arlesheim unter der Leitung von Markus Teutschbein.  Foto: Isabelle Hitz
Kompakter Klangkörper: Das Orchester Arlesheim unter der Leitung von Markus Teutschbein. Foto: Isabelle Hitz

Über mangelndes Interesse kann sich das Orchester Arlesheim nicht beklagen: Am Konzert vom Sonntagabend war die reformierte Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. Das kon-trastreiche Programm umfasste neben Werken von Schubert und Mozart auch zwei Barockkonzerte: Das Concerto Grosso Nr. 1 in F-Dur für Streicher und zwei Flöten von Pietro Alessandro Scarlatti, Vater von Domenico und Pietro Philippo Scarlatti, und das Doppelkonzert in d-Moll für zwei Violinen und Streicher von Johann Sebastian Bach.

Alte Musik auf neuen Instrumenten

Barockmusik wird heute oft nur noch von Spezialensembles auf historischen Instrumenten gespielt, erklärte Andreas Nüesch, Präsident und Cellist des Orchesters, nach dem Konzert. Das Orchester Arlesheim hat sich erfolgreich der Herausforderung gestellt, mit modernen Instrumenten zwei barocke Meisterwerke zu erarbeiten. Unterstützt wurden die Musiker dabei von Andreas Gilly, Bratschist des Sinfonieorchesters Basel und Experte für alte Musik auf neuen Instrumenten. «Wir mussten zum Beispiel lernen, anders zu betonen, leere Saiten einzusetzen und ohne Vibrato zu spielen. Das war eine interessante Erfahrung», erzählte Nüesch.

Mit beschwingt weichen Tönen sorgte Scarlattis Konzert in vier Sätzen für einen gelungenen Einstieg in die barocken Klangwelten. Im Anschluss daran präsentierten die Streicher des Orchesters Bachs Doppelkonzert mit viel Hingabe und Gefühl. In den Solopartien überzeugten Solistinnen aus den eigenen Reihen: Konzertmeisterin Sonja Heckel und Geigerin Silke Thieme.

Klangvoll und ausdrucksstark

W. A. Mozarts Serenade in c-Moll (KV 388/384) für acht Bläser bot einen eindrücklichen Kontrast zu den beiden Barockkonzerten von Scarlatti und Bach. Durch die ausdrucksstarke Interpretation wurde die beachtliche Intensität dieses ernstere und dunklere Töne anschlagenden Werks eindrücklich erlebbar.

Zum Abschluss vereinten sich Streicher und Bläser in Franz Schuberts Sinfonie Nr. 3 in D-Dur (D 200) und begeisterten unter dem präzisen und engagierten Dirigat von Markus Teutschbein mit einer souveränen Darbietung. Das Publikum dankte mit lang anhaltendem Applaus.

Das nächste Konzert des Orchesters Arlesheim mit Werken von Schumann, Beethoven und Ravel findet am Sonntag, dem 17. Juni 2018, statt. Es werden noch Amateurspieler gesucht, insbesondere Geigen und ein Kontrabass, aber auch Bläser sind willkommen. <link http: www.orchester-arlesheim.ch>www.orchester-arlesheim.ch

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