Auch das Feiern gehört bei Würth zur Firmenkultur

Die Würth AG Schweiz ist 50 geworden. Am letzten Freitag feierte die Firmenführung und die Belegschaft in Arlesheim und in Basel.

Firmensitz am Dornwydenweg: Die Würth-Gruppe legt grossen Wert auf qualitätsvolle Architektur.  Fotos: Edmondo Savoldelli
Firmensitz am Dornwydenweg: Die Würth-Gruppe legt grossen Wert auf qualitätsvolle Architektur. Fotos: Edmondo Savoldelli

Edmondo Savoldelli

Die Zahlen sind eindrücklich: Letztes Jahr erarbeiteten 680 Mitabeitende in der Schweiz über 167 Millionen Franken Umsatz. Ausser einer kleinen Baisse in den 70er-Jahren ist die von Reinhold Würth am 30. April 1962 in Basel als zweite Auslandsgesellschaft gegründete Firma stetig gewachsen und wird dies weiterhin tun. Im selben Jahr kamen die Niederlassungen in Holland und Österreich dazu.

 Aus dem Schraubenhandel in Künzelsau (D), den Reinhold Würth 1954 als 19-Jähriger von seinem früh verstorbenen Vater übernahm, ist mittlerweile ein Weltkonzern geworden, welcher 2010 mit 66000 Mitarbeitenden in 400 Gesellschaften und 84 Ländern 8,6 Milliarden Euro erwirtschaftete, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 14,8 Prozent bedeutete. «Um ein Unternehmen jung zu behalten, braucht es Wachstumraten von 10 bis 15 Prozent», sagte der sichtlich gut gelaunte 77-jährige Unternehmer, der mittlerweile ins zweite Glied zurückgetreten ist und den Posten als Beiratsvorsitzender seiner Tochter Bettina Würth übergeben hat.   
 
Grüsse aus Liestal und Arlesheim

Am Festakt im Auditorium des Forums Würth, an welchem das obere und mittlere Kader von Würth AG Schweiz, aber auch der Sprecher der Konzernführung aus Künzelsau, Robert Friedmann und die Familie Würth anwesend waren, überbrachte Regierungspräsident Peter Zwick Grüsse und Glückwünsche der Regierung. Er betonte die Wichtigkeit solch vorbildlicher Unternehmen, in welcher die Mitarbeitenden mit Begeisterung Verantwortung übernähmen und die Leistungen in einer Unternehmenskultur sichtbar würden. Reinhold Würth sei ein Unternehmer, welcher seine Sozialkompetenz auch in Investitionen in Kultur, Kunst und sozialem Engagement zum Ausdruck brächte.

 Der Gemeindepräsident Karl-Heinz Zeller betonte seine Affinität zum Kunstort Forum Würth und wies darauf hin, dass das Schrauben-Unternehmen einen grossen Beitrag an die Gestaltung des Gewerbegebietes an der Birs geleistet und dazu beigetragen habe, dass acht Birstaler Gemeinden nun die Auszeichnung «Landschaft des Jahres» von der Stiftung Landschaftschutz Schweiz verliehen würde.

Eine Lehrstunde in Unternehmensphilosophie

Reinhold Würth selbst nutzte die Gelegenheit, um den Anwesenden einen Einblick in seine Ideen der Unternehmensführung zu gewähren. «Stagnation oder gar Rezession der Wirtschaft haben für die Würth-Gruppe keine Bedeutung», meinte er. «Allein in Deutschland sind noch etwa 90 Prozent Marktanteil, die es zu erobern gilt, da werden wir weiter wachsen.» «So wenig Organigramme wie möglich, so viel Kreativität, Individualität und Dezentralisierung wie möglich», war ein weiterer Leitgedanke, und: «Im Spannungsfeld zwischen Zentralismus und Laisser-faire liegt die virtuose Kreativität eines eleganten Managements».

 Der Triptychon von Segantini, «Werden, Sein, Vergehen», in St. Moritz sei ihm immer Vorbild gewesen. Man müsse ein Unternehmen in der Jugendlichkeit des Wachstums halten, sonst nähmen Verwalter mit ihren Kontrollen und Statistiken überhand.

Reinhold Würth vergass auch in der Feierstunde nicht, seinen Weggefährten zu danken, insbesondere dem inzwischen pensionierten Ehepaar Hans und Vreni Siegrist aus Arlesheim. Hans Siegrist war seit 1964 wesentlich am Erfolg beteiligt, in den Jahren 1974 bis 2004 als Geschäftsführer. Zum Schluss luden die beiden jetzigen Geschäftsführer in Arlesheim, Kurt Meier und Markus Rupp die Anwesenden zum grossen Fest in die St. Jakobshalle, wo auch die übrigen Gäste und die gesamtschweizerische Belegschaft erwartet wurde.

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