Arlesheimer Kaleidoskop künstlerischer Ideen

Die Weihnachtsausstellung in der Trotte, die noch bis zum 30. Dezember dauert, zeigt das vielfältige Schaffen der nicht-professionellen Kunstschaffenden in Arlesheim. Es gibt vieles zu entdecken.

Hölzerne Poesie: Das Liebespärchen von Claudia Schorno lässt sich vom Vernissagerummel nicht stören. Foto: T Brunnschweiler
Hölzerne Poesie: Das Liebespärchen von Claudia Schorno lässt sich vom Vernissagerummel nicht stören. Foto: T Brunnschweiler

Thomas Brunnschweiler

An der Vernissage am letzten Freitag begrüsste Ursula Husi-Meyer als Kuratorin der Ausstellung die zahlreichen Gäste. Insgesamt 26 Freizeitkünstler stellen im Parterre und ersten Stock rund 175 Werke aus. Alle drei Jahre haben diese nicht-offiziellen Kunstschaffenden Gelegenheit, in der Trotte eine Plattform zu finden, um ihre Zeichnungen, Gemälde und Objekte zu zeigen. «Das Interesse an der Ausstellung war gross. Bereits Anfang Oktober mussten wir mit Zusagen stoppen», sagte Ursula Husi.

Auch Gemeinderat Lukas Stückelberger, der das Präsidium der Trottenkommission innehat, war bei der Vernissage anwesend. Es sei wichtig, dass es Ausstellungen gebe, bei denen es keine Vorauswahl nach irgendwelchen Kriterien gebe, sagte Stückelberger im Gespräch. Ursula Husi hat in diesem Jahr die Weihnachtsausstellung zum letzten Mal kuratiert und erhielt von Sibylle von Heydebrand für ihren Einsatz einen Blumenstrauss.

Beliebte Aquarelltechnik
Nach wie vor beliebt ist die Aquarelltechnik, die Hedi Bühlmann-Fiechter stark realistisch, Hedy Fäh eher abstrakt und Elisabeth Schuler atmosphärisch-subtil einsetzt. Expressive Arbeiten in Acryl zeigen Monika Aschwanden und Erna Borer. Natacha Di Nucci überzeugt mit grossen neoimpressionistischen Gemälden. Christian Jäggi zeigt zwei eindrückliche fotografische Momentaufnahmen aus der Ostschweiz und Torgärd Gürtler setzt die Fotografie als verfremdendes Element ein. Dem Surrealismus hat sich Feyza Turan verschrieben, die mit bunten Acrylfarben arbeitet. Eher traditionellen Techniken fühlen sich Helga Rivier und Morena Suter verpflichtet; Letztere pflegt noch die Brandmalerei auf Holz. Mit Mischtechnik und in abstrakter Manier arbeiten Elisabeth Schmid und Claudia Wetzel. In Farbstiftfarben leuchten Roland Trutmanns abstrakt-geometrischen Formen.

Realismus noch nicht out
Noch immer ist die realistische Darstellungsweise eine wichtige Möglichkeit für Freizeit-Künstler. Kurt Grolimund malt akkurate, präzise Abbildungen von Blumen und architektonischen Situationen, wogegen sich Peter Höcklin offenbar von Fotos inspirieren lässt. Charlotte Wyss wählt für ihre realistischen Motive quadratische Formate und Verena Werthmüller malt Landschaften, die durch eine gewisse Unschärfe der Konturen bestechen, bei Alfred Leuenbergers Wüstenbildern kippt der Realismus fast wieder in die Abstraktion. Originell ist die konkrete Kunst mit Moosgummidruck von Nathalie Merkelbach.

Zwischen Malerei und Skulptur bewegt sich Judith Schmid mit ihren Fischbildern («Sushi-Reigen») und Thomas Hornung reduziert seine Kohlezeichnungen auf wenige Striche. Yvette Hafner und Bruno Weber präsentieren Glasskulpturen. Patrick Rapp überzeugt mit formschönen Objekten aus Holz, wie auch Claudia Schorno mit ihren bemalten Miniaturfiguren aus Ton, die voller verschmitzter Poesie sind.

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