Arlesheim
15.09.2021

Die Musik kommt von den Schuhen

Mit 12 schon sehr erfolgreich: Vince Bürki, Schweizer Meister Solo Boys, mit der Choreografie von Zoe Wehrmüller. Foto: zVg

Mit 12 schon sehr erfolgreich: Vince Bürki, Schweizer Meister Solo Boys, mit der Choreografie von Zoe Wehrmüller. Foto: zVg

Die Stepptanzschule Tanzwerk auf dem Dreispitzareal räumte an den Schweizer Meisterschaften zum wiederholten Mal gross ab. Ein Arlesheimer trumpfte besonders auf.

Von: Tobias Gfeller

Die Pokale stehen aufgereiht und glänzend auf den Schränken mit den Stepptanzschuhen. In den vergangenen Jahren hat das Tanzwerk, die Schule für Stepptanz, an Wettkämpfen mächtig abgeräumt. Am vergangenen Wochenende sind an den Schweizer Meisterschaften in Winterthur sechs weitere Pokale und Medaillen dazugekommen, wodurch sich mehrere Mitglieder für die Weltmeisterschaften Ende November qualifiziert haben. Es gab unter anderem Gold bei den Kindern in der Kategorie Small Group, bei der Giulia Paronuzzi aus Arlesheim, Nives Tamarut aus Reinach und Soleil Jäger aus Aesch mitgetanzt haben. Insgesamt holten neuen Tänzerinnen und Tänzer aus dem «Wochenblatt»-Gebiet Medaillen.

Einen besonderen Triumph feierte der zwölfjährige Arlesheimer Vince Bürki. Er siegte in der Kategorie Einzel und holte damit seine insgesamt dritte Goldmedaille an Schweizer Meisterschaften. Die Auftritte alleine auf der Bühne brauchen immer noch Mut, verrät Vince, der neben dem Stepptanzen auch noch Leichtathletik betreibt und in einer Clique pfeift. Zum Popsong «Rooftop» von Nico Santos legte er eine Performance hin, die vier der sieben Jurymitglieder als Beste des Tages bewerteten. «Vince hat sich im letzten Jahr nochmals extrem verbessert», schwärmt Sabine Freuler, Gründerin und Leiterin des Tanzwerks. ­Trainerin Zoe Wehrmüller lege viel Wert auf eine saubere Technik und einen ­starken Ausdruck. Denn Stepptanz ist weit mehr als salopp gesagt das Klopfen mit den Schuhsohlen, erklärt Freuler. «Es geht natürlich um die Technik, aber auch die Choreografie, das ­Zusammenspiel mit der Musik und der künstlerische Ausdruck in Kombination mit dem Kostüm.

Bewegungen aus dem Oberkörper

Gleich beim ersten Besuch in der Stepptanzschule legte Sabine Freuler Vince Schuhe an. Die Leidenschaft war geboren. Für den Zwölfjährigen ist Stepptanz die Verbindung von Musik und Tanz, wobei die speziellen Schuhe mit den Metallplatten an den Sohlen zu Musikinstrumenten werden. Das Klopfen der Sohlen gebe es in den verschiedensten Varianten, erklärt Sabine Freuler. «Es gibt so viele Möglichkeiten, mit den Füssen zu steppen und Geräusche zu machen, dass man in einem Stepptanzleben gar nicht alle lernen kann.»

Der Fuss bleibt beim Stepptanz «absolut passiv», wie die langjährige Stepptanztrainerin beschreibt. Die Bewegungen kommen aus den Armen, dem Oberkörper und den Knien. «Die Füsse hängen da quasi nur dran und werden bewegt.» Die Stile beim Stepptanz unterscheiden sich teilweise stark. Beim Tanzwerk spielt die Musik eine grosse Rolle. «Für uns ist Stepptanz auch Musizieren», betont Freuler, die früher fürs Tanzen oft nach New York reiste. Das Tanzwerk-Team ist auch immer für Innovationen zu haben.

Das Münchensteiner Tanzwerk ist eine Erfolgsgeschichte. In Riehen gegründet, fand Sabine Freuler vor fünf Jahren an der Olso-Strasse beim Freilager-Platz neue Räumlichkeiten. Mit den Trainerinnen und Choreografinnen betreut sie 50 Kinder und Jugendliche. Dazu unterrichtet sie auch Erwachsene und Seniorinnen und Senioren. Stepptanz sei für alle möglich, frohlockt Freuler und strahlt.

Öffentliche Aufführung

Übermorgen Samstag zeigen die 50 Kinder und Jugendlichen des Tanzwerks ihr Können an der Veranstaltung Dreispitz 4142. Zwischen 15.30 und 17.30 Uhr werden sie beim Haus der elektronischen Künste auf dem Freilager-Platz «ein bunt gemischtes Programm» aufführen, verspricht Leiterin Sabine Freuler. Damit sollen auch andere auf das Stepptanzen aufmerksam gemacht werden.

Wer einen Augenschein nehmen möchte, kann am Schnuppertag am 25. September, an dem mehrere Tanzstudios auf dem Dreispitzareal teilnehmen, ein paar Schritte mit den speziellen Schuhen wagen.