«Die Arbeit mit jungen Menschen hält fit im Kopf»

Gaby Meyer feiert ihr 15-Jahr-Jubiläum als Leiterin des Jugendhauses Arlesheim. Das Wochenblatt hat sich mit ihr unterhalten.

Für alles, wenns um Jugend geht: Gaby Meyer leitet das Jugendhaus Arlesheim seit 15 Jahren – ein Vollzeitjob.  Foto: Caspar Reimer
Für alles, wenns um Jugend geht: Gaby Meyer leitet das Jugendhaus Arlesheim seit 15 Jahren – ein Vollzeitjob. Foto: Caspar Reimer

Sie ist seit 15 Jahren das Gesicht des Arlesheimer Jugendhauses: Als dessen Leiterin ist Gaby Meyer nicht nur für das Jugendhaus selber, sondern sogar für die ganze lokale Jugendarbeit in Arlesheim verantwortlich – ein Vollzeitjob. Doch die Sozialpädagogin scheint mit Leib und Seele bei der Arbeit zu sein: «Mir macht es viel Spass, mit jungen Menschen zu arbeiten. Das hält mich fit im Kopf, man muss immer auf dem Laufenden sein», sagt die 56-Jährige. Da sie selber keine Kinder hat, empfindet sie ihre Arbeit als besondere Bereicherung: «Es ist ein gutes Gefühl, die eigene Lebenserfahrung in irgendeiner Form weitergeben zu können.»

Als Leiterin des Jugendhauses ist sie die Schnittstelle zwischen der Jugend-arbeit im ganzen Dorf, den Behörden, anderen Organisationen oder den Eltern der Jugendlichen. Arlesheim ist mit dem Unicef-Label «Kinderfreundliche Gemeinde» ausgezeichnet, was gewisse Verpflichtungen in der Kinder- und Jugendarbeit mit sich bringt. Gaby Meyer sorgt dafür, dass diese Verpflichtungen erfüllt werden. «Für alle Belange, die Kinder und Jugendliche betreffen, sind wir zentrale Anlaufstelle.»

Die Frontarbeit mit den Jugendlichen überlässt Meyer grösstenteils jüngeren Kollegen. «In meinem Alter wäre es nicht passend, wenn ich mit den Jugendlichen abhängen würde. Die würden sich doch fragen, was diese Grossmutter will», sagt Meyer scherzend. In den letzten 15 Jahren hat sie viele Jugendliche kommen und gehen sehen: «Mittlerweile bringen Jugendliche von früher ihre eigenen Kinder mit ins Jugendhaus. Das ist eine gute Bestätigung für unsere Arbeit», so Meyer.

Treffen ganz real, nicht digital

Die Sorgen und Nöte, die Jugendliche bewegen, waren und sind immer ähnlicher Natur: «Die Pubertät ist eine Baustelle. Das haben wir alle ja erlebt.» Trotzdem sieht Meyer auch Veränderungen im Laufe der letzten 15 Jahren: «Noch vor 15 Jahren waren die Jugendlichen mehr in Gruppen unterwegs. Es gab etwa die Arlesheimer Bande oder jene aus dem Nachbardorf.» Die Jugendlichen hätten damals mehr in Gruppen gegen die Ordnung der Erwachsenen rebelliert. Das hat sich laut Meyer geändert: «Solche Banden gib es kaum mehr. Die Jugendlichen rebellieren heute einzeln, jeder für sich und auf seine Weise. Das passt auch zum Zeitgeist.»

Zudem kämen die Jugendlichen heute in einem jüngeren Alter ins Jugendhaus, die dürfen länger in den Ausgang und tragen bereits mehr Verantwortung. Auch die digitale Revolution hat das Verhalten der Jugendlichen in den letzten zehn Jahren ganz grundlegend verändert: «Früher war es den Jugendlichen manchmal auch langweilig, in einem positiven Sinne. Heute nimmt man schnell das Smartphone zur Hand, wenn gerade nichts los ist», so Meyer. Dem wollte man im Jugendhaus entgegenwirken: So gibt es im ganzen Haus keinen freien Internetzugang über WLAN und Lademöglichkeiten für Smartphones gibt es nur gerade eine: «Es ist uns wichtig, dass sich die Jugendlichen hier von Angesicht zu Angesicht treffen, etwas zusammen unternehmen.»  www.jugendhaus-arlesheim.ch

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