Premiere zeigt: Kulturzirkus kann auch Bundesfeier

Der Kulturzirkus sprang für die Bürgergemeinde ein und organisierte zum ersten Mal eine 1.-August-Feier. Wie es weitergeht, ist offen.

Zirkuswiese: Der neue Ort für die Bundesfeier kam bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. Fotos: Caspar Reimer

Zirkuswiese: Der neue Ort für die Bundesfeier kam bei den Besucherinnen und Besuchern gut an. Fotos: Caspar Reimer

Wie gewohnt gut: Der Musikverein Arlesheim überzeugte mit einem peppigen Programm.

Wie gewohnt gut: Der Musikverein Arlesheim überzeugte mit einem peppigen Programm.

Präsidiale Rede: Markus Eigenmann ist mit dem Kulturzirkus eng verbunden.

Präsidiale Rede: Markus Eigenmann ist mit dem Kulturzirkus eng verbunden.

«Warum ist es nicht schon immer so gewesen?» Diese Frage war an der 1.-August-Feier, die in diesem Jahr zum ersten Mal auf der Zirkuswiese stattfand und vom Verein Kulturzirkus Arlesheim organisiert wurde, immer wieder zu hören. Der Kulturzirkus war, nachdem die Bürgergemeinde aus organisatorischen Gründen die Bundesfeier nicht durchführen wollte, kurzfristig eingesprungen: «Wir haben die Grundstruktur der Bundesfeier übernommen und sie dem Setting der Zirkuswiese angepasst», sagt der Co-Präsident des Vereins Kulturzirkus Arlesheim, Balz Stückelberger. Im Badhof, wo die Bürgergemeinde die Bundesfeier seit Jahren organisierte, kam die Feier klassisch und traditionell daher, eben so, wie man sich eine Landesfeier vorstellt. Dem Setting auf der Zirkuswiese dagegen liess sich ein gewisser alternativer Touch nicht absprechen. «Die Feedbacks, die wir bekommen haben, sind sehr positiv», so Stückelberger.

Rund 450 Menschen sollen die Bundesfeier besucht haben. Wie es im nächsten Jahr weitergehe, wisse man nicht: «Wir sind in diesem Jahr eingesprungen, fühlten uns verpflichtet. Aber wir wollen der Bürgergemeinde die Bundesfeier nicht wegnehmen.»

«Es ist wichtig, dass wir uns kennen»

Neben Vertretern der Kirche hielt Gemeindepräsident Markus Eigenmann (FDP) seine Rede und begrüsste Anwesende aus dem Ausland in englischer Sprache – seine Worte stellte er Flüchtlingen auf Ukrainisch und Russisch zur Verfügung: «Die Schweiz ist kein Nationalstaat, sie ist eine Willensnation. Unser Land wird nicht durch eine gemeinsame Sprache oder eine einheitliche Kultur zusammengehalten, sondern durch eine gemeinsame Geschichte und ein gemeinsames politisches System, in dem Werten wie Freiheit und Selbstbestimmung eine hohe Bedeutung zukommt.» Damit politische Diskussionen mit Respekt und jenseits von Polemik geführt werden, «ist es wichtig, dass wir uns kennen». Die Zirkuswiese sei ein Ort, wo eine Begegnung unterschiedlichster Menschen möglich sei. Der Kulturzirkus sei für ihn «ein Herzensprojekt geworden». Neben vielen anderen stand auch er den ganzen Tag auf der Wiese, um bei den Vorbereitungen mitzuhelfen.

Wie immer war der Musikverein Arlesheim für den musikalischen Pep im ersten, ernsthafteren Teil der Feier zuständig. Neben klassischen Märschen überzeugte er wieder einmal mit einem vielseitigen Mix unterschiedlicher Stilrichtungen. Im zweiten Teil sorgten die beiden ukrainischen Teenager Karina und Vladimir Verich, die aus Kiew kommen und jetzt in Arlesheim wohnen, für Begeisterung und grossen Applaus. Wer dann noch nicht genug hatte, war eingeladen, sein Tanzbein zu schwingen.

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