Waldgang: Auf der Spur des «Oil of Arlesheim»

Was verbindet Öl und Holz? Dieser Frage ging der Arlesheimer Förster Fredi Hügi auf den Grund.

Holz: Beim Behördenrundgang begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Spurensuche. Foto: Heiner Leuthardt
Holz: Beim Behördenrundgang begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Spurensuche. Foto: Heiner Leuthardt

Bei der Spurensuche klärte Fredi Hügi vergangenen Samstag die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des alljährlich stattfindenden Behördenwaldgangs auf, was es mit dieser Frage auf sich hat. Die Antwort liegt auf der Hand, vielleicht selbst bei den Ölscheichs.

Vor kurzer Zeit, gegen Abend, seien weiss gekleidete Gestalten, da beim Gspänig unterwegs gewesen. «Geister sind es nicht, denn sie liefen unsicher», erzählte der Revierförster von Arlesheim und Münchenstein, Fredi Hügi. «Hier haben wir uns getroffen. Sie mit ihren wallenden, weissen Gewändern und der weissen Kopfbedeckungen.» Sie erzählten, sie suchten das «Oil of Arlesheim. Where ist the Quelle, the Field?» Er habe nur die Achseln gezuckt. Es war kalt und nass, was den Entdeckungsdrang der Herren bremste. Ratlos gingen sie weg. Kurz darauf rauschte eine weisse Limousine in die Nacht. «Hätten Sie es gewusst, wo unser Öl zu finden ist?» Einige verlegen fragende Blicke. Fredi Hügis Augen ­blinzeln schelmisch. Dann zeigt er auf den mächtigen Holzhackhaufen hinter seinem Rücken. «Das ist das Oil of Arlesheim», lacht er. Dieser wird zu rund 400 Kubikmeter Hackschnitzel verarbeitet. «Ein Kubikmeter davon setzt die ­gleiche Energie frei wie 105,8 Liter Heizöl. Somit stehen sie vor 42320 Liter Oil of Arlesheim.» Abzuziehen sei die aufgewendete graue Energie von rund 1000 Liter Diesel für das Fällen der Bäume, den Transport an den Wegrand, die Verarbeitung zu Hackschnitzel und der Lieferung. «Damit haben wir eine sehr gute Energiebilanz. Gleichzeitig profitieren wir von der Nachhaltigkeit unseres nachwachsenden Brennstoffs.»

Klimawandel und Topografie setzen Grenzen

Nach der Renaissance des Holzes als Energielieferant stieg in den letzten Jahren die Nachfrage. Umgekehrt verhält es sich mit dem Industrieholz, also Holzqualitäten, die früher für die Zellulose- und Spanplattenherstellung verkauft wurden. Mangels fehlendem Absatz wird auch daraus Energieholz. «Pro Jahr gewinnen wir im Arlesheimer Wald rund 2000 Kubikmeter Hackschnitzel. Damit erreichen wir die Kapazitätsgrenze», erklärte der Revierförster. Bleibt noch das sägefähige Nutzholz, das nur aus gutem Stammholz gewonnen werden kann. «Bei uns fallen jährlich rund 200 Kubikmeter Holz von dieser Sorte an. Gerne hätte ich mehr, aber der Klimawandel und die ­Topografie setzen Grenzen.» Damit wechselt der Revierförster zur Waldbewirtschaftung. Ein Teil ist durch Schutzgebiete eingeschränkt oder untersagt. Bei den nutzbaren Flächen ist das Ziel, mit der Bewirtschaftung einen naturnahen Wald zu erreichen, bei dem Baumarten vermehrt eingesetzt werden, die den Klimawandel gut vertragen. «Die Buche gehört leider zu den Verlierern. Gewinner sind Nussbäume, Ahornarten, wie der Schneeballblättrige Ahorn, aber auch die Elsbeere und weitere Arten.» Nach einem Holzschlag spurt der Förster mit dem Pflanzen von robusten Baumarten vor, was in 120 bis 140 Jahren geerntet werden kann. «Wir sprechen da von der Umlaufzeit. Gleichzeitig achte ich darauf, dass wir verschiedene Altersstufen haben, um eine kontinuierliche Holzernte sicherzustellen. Für unserer Kunden, gerade von Holzschnitzeln, ist es wichtig, dass wir die benötigte Menge liefern können. Ein wichtiger Faktor im Vergleich vom Oil of Arlesheim mit dem Erdöl», betonte Hügi.

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