Der Weltenbummler mit dem Auge fürs Detail
Schnappschuss-Fotograf Thomas Epple aus Arlesheim hat viel von der Welt gesehen. Genauso begeistert er sich aber auch für die Natur direkt vor der Haustür.
«Die Fotografie zog mich schon früh völlig in den Bann», sagt Thomas Epple über die Anfänge seiner bis heute gelebten Leidenschaft und erzählt davon, wie er bereits zu Schulzeiten stundenlang in der Dunkelkammer am Basteln gewesen sei. Von seinen Eltern angesteckt, erhielt er seinen ersten Fotoapparat mit 10 Jahren, bevor im Alter von 16 Jahren die erste Spiegelreflexkamera folgte. Auf der Liste der möglichen Berufsziele war Fotograf zu Epples Jugendzeiten durchaus in den oberen Rängen angesiedelt, schlussendlich kam es aber anders.
Denn etwas, was im Gespräch mit Epple schnell auffällt, ist grosse Neugier und ein breites Interessengebiet – Eigenschaften, die sich auch in seinen beruflichen Wegen wiederfinden lassen. Nach seinem Biologie- und Geografiestudium ging er zuerst einer anderen Leidenschaft nach, die sich wunderbar mit der Passion für die Fotografie verbinden liess: Als begeisterter Flugbegleiter war er auf der ganzen Welt unterwegs und knipste sich durch die unterschiedlichsten Länder und Kulturen. Nach zehn Jahren folgte dann ein nächstes Kapitel, das ihn für viele Jahre bis zu seiner Pensionierung erfüllen sollte: Epple begann, als Sekundarschullehrer in Arlesheim die Fächer Biologie, Chemie und Geografie zu unterrichten. Vor allem im Geo-Unterricht habe er mit seinen vielen Reisen, die er natürlich auch fotografisch festgehalten hatte, aus dem Vollen schöpfen können. Die Fliegerei liess ihn aber nie ganz los und so schlüpfte er in den Schulferien regelmässig wieder in die Steward-Uniform und sprang als Flugbegleiter ein.
Distelfalter und Alpensalamander
In seinen Alben finden sich Fotos aus der ganzen Welt, doch auch in der Natur direkt vor der Haustür in Arlesheim entdecke er viele Motive: «Mein Fokus liegt in der Natur- und Landschaftsfotografie, aber auch spannende Architektur fange ich sehr gerne ein», sagt Epple und zeigt auf seinem Handy eine Auswahl seiner liebsten Aufnahmen. Die Palette ist breit und reicht von gestochen scharfen Ablichtungen von Schmetterlingen und Alpensalamandern über eine herumtrappelnde Rinderherde bis zu Stein- und Pflanzenformationen, bei denen im Nachgang noch Gesichter hinzugefügt wurden. «Ein Foto ist für mich immer dann perfekt, wenn es etwas transportieren oder aussagen kann. Das kann beispielsweise über die Bildschärfe, den gewählten Ausschnitt oder die Komposition der Farben und Formen sein», sagt Epple, der seinen Fotos meistens gleich noch eine Bildlegende mit Informationen zu Motiv und Aufnahmeort anhängt.
Zeit und Geduld im Gepäck
Dieser Tage ist Epple bei seinen Fototouren häufig auf Spaziergängen in der Ermitage oder beim Steinbruch und den dortigen Teichen anzutreffen, wofür er sich meistens schon frühmorgens um 5 Uhr aufmacht, um das Erwachen des Waldes und seiner tierischen Bewohner einzufangen. Ausgestattet mit seinem Handy (falls es mal schnell gehen muss) und seiner Digitalkamera plus Teleobjektiv für detaillierte Nahaufnahmen lässt er sich von seiner Umwelt überraschen und hat stets genügend Zeit und Geduld mit im Gepäck, was wichtige Voraussetzungen für gute Fotografien seien. Mit seiner grossen Geduld müsse man aber auch umgehen können, so erzählt er schmunzelnd: «Mit mir kann man schlecht ins Museum gehen, denn ich brauche immer viel zu lange und mache, sofern es erlaubt ist, auch gerne ausführliche Aufnahmen von den Kunstwerken.»






