Vom Einheitsgrün zur bunten Wildblumenwiese

Bereits mit kleinen Veränderungen kann Grosses bewirkt werden im Kampf gegen das Bienensterben. Über das Kursangebot des Bienenzüchtervereins Arlesheim kommt man zudem zu eigenem Honig.

Im Bienenparadies: Manuela Plattner, Präsidentin des Bienenzüchtervereins Arlesheim.  Foto: Bea Asper
Im Bienenparadies: Manuela Plattner, Präsidentin des Bienenzüchtervereins Arlesheim. Foto: Bea Asper

Das eigene Gemüse und die eigenen Früchte zu ernten und gleichzeitig Gutes zu tun für die Bienen, geht leichter als gedacht», sagt Manuela Plattner, Präsidentin des Bienenzüchtervereins Arlesheim. Sie und ihre Vorstandskollegen können bei Fragen der Gartengestaltung aus einer langjährigen Erfahrung schöpfen. Die Dörfer im Bezirk Arlesheim bienenfreundlich zu gestalten, ist eines der Ziele, die der über 50-jährige Verein verfolgt. Seit der Film «More than Honey» auf die verheerenden Folgen des Bienensterbens aufmerksam machte, verzeichnet der Bienenzüchterverein Arlesheim einen regelrechten Run. Der Dokumentarfilm holte ins Bewusstsein, dass mehr als ein Drittel der Nahrungsmittel ohne das Zutun der Bienen, also ohne Bestäubung, nicht gedeiht. Als Blütenbestäuber haben die Insekten einen riesigen, unersetzbaren Wert für Menschen und Natur. «Bei den Anmeldungen für die Imkerausbildung kam es plötzlich zu Wartelisten», erzählt Plattner. Der eigene Honig schmecke definitiv am besten, doch um den Bienen Gutes zu tun, müsse man nicht unbedingt Imker werden, sondern vor allem die Gärten bienenfreundlich gestalten.


Den Mut haben, etwas auszuprobieren
Auf einem Rundgang durch Plattners Paradies wird schnell klar: Der farbenprächtigen Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. «Man freut sich auf die knackigen Karotten und den frischen Salat, daneben blühen die Kamille und die Ringelblumen, aus denen später die Heilsalbe wird, und es duftet nach Oregano, Thymian, Salbei, Rosmarin und Safran – für die besondere Würze beim Kochen. Safran kann sich hier wunderbar entwickeln», betont Plattner, räumt aber ein: «Allerdings nicht jede Knollenart. Man muss einfach auch den Mut haben, etwas auszuprobieren.» Die Vielseitigkeit und das Experimentieren im Garten bereite der ganzen Familie viel Spass – die Enkelkinder lieben das Naschen im für sie angelegten Beeriland. Durch die Vielfalt und Abwechslung im Garten und bei der Blütezeit sorgt man dafür, dass die Bienen ein ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung haben. Nicht alle Zierpflanzen bieten Pollen und Nektar. Bei Geranien mit «gefüllten» Blüten wurde das Staubblatt, das sonst Pollen liefert, in ein Blütenblatt umgezüchtet, und die Nektarsammler gehen leer aus.


Bienenpatenschaft
Als Alternative zum Rasen kann Plattner das im Laden erhältliche Saatgut Wildblumenwiese empfehlen. «Ein wahres Blütenparadies, einfach im Unterhalt und spannend in der Entwicklung.» Bei der Auswahl der Pflanzen sei auch die Blütezeit sehr wichtig, sagt Plattner. Für den Herbst eignen sich die Aster und die Fetthenne. Abgerundet wird der Lebensraum für Bienen mit Nisthilfen und Wasserstellen. Für Tipps und Anregungen ist der Bienenzüchterverein Arlesheim mit seinen 200 Imkern offen. Die Mitglieder treffen sich jeden Monat im «Culinarium» in Arlesheim zum gemütlichen Höck. Ausserdem bietet der Verein auch eine Bienenpatenschaft an: Rentabee. «Dann gehört dir für ein Jahr ein Bienenvolk. Dieses trägt deinen Namen und steht bei einem Verbandsimker in deiner Nähe. Der Imker hegt und pflegt dein Volk und du hilfst ihm dabei.»

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