Wie man einen englischen Landschaftsgarten richtig pflegt

Spazierend die Natur entdecken, das gehört zur Idee des Landschaftsgartens. Beim Rundgang der Arlesheimer Behörden durch die Ermitage richtete sich der Blick aber auch auf anstehende Aufgaben und Probleme.

Begingen zusammen die Ermitage: Gemeinde- und Bürgerrat sowie Vertreter der Stiftung Burg Reichenstein und der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck, der Revierförster Fredi Hügi sowie weitere Gäste.  Foto: Heiner Leuthardt
Begingen zusammen die Ermitage: Gemeinde- und Bürgerrat sowie Vertreter der Stiftung Burg Reichenstein und der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck, der Revierförster Fredi Hügi sowie weitere Gäste. Foto: Heiner Leuthardt

Für einmal stand nicht die Waldpflege im Zentrum des jährlich stattfindenden Waldrundganges der Arlesheimer Behörden, sondern die Ermitage. Der Wald und die Waldpflege spielen auch hier eine Rolle, müssen aber auf das Konzept des Landschaftsgartens, so wie es in der Ermitage vor 234 Jahren definiert worden ist, Rücksicht nehmen. Das betonte die Baselbieter Denkmalpflegerin Brigitte Frei gleich zu Beginn des Rundganges, an dem der Gemeinde- und der Bürgerrat sowie Vertreter der Stiftung Burg Reichenstein und der Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck, der Revierförster Fredi Hügi sowie Gäste vergangenen Samstag teilnahmen.


Besonderheiten des Landschaftsgartens


Drückten Barockgärten wie die Anlagen bei Schloss Versailles noch das Wesen der Feudalherrschaft aus, so wendet sich in der Ermitage – einem englischen Landschaftsgarten der Spätaufklärung – der Blick der Natur zu. Man nähert sich ihr, versucht, ihr Wesen durch gezielte Eingriffe zu stärken, um darin die Naturverbundenheit der Seele zu fühlen. «Hier lernt man spazieren, was zuvor nur den Adligen gestattet war», erklärte Brigitte Frei. Spazieren meint, mit allen Sinnen die Vielfalt der Natur zu erleben.

Um diesen Garten entsprechend den Grundideen erhalten und pflegen zu können, muss er in seiner Wesenheit erfasst und verstanden werden. Dazu gehören die bewusste Wegführung, das Einbinden der Höhlen, die geführten Innen- und Aussenblicke und das gezielte Pflanzen von ortsfremden Baum- und Buscharten. Dies wird kombiniert mit dem Bauernbetrieb, dem Baumgarten und weiteren Elementen. Zu beachten ist, dass im inneren Bereich der Ermi-
tage Nieder- und Mittelwald bestehen soll und der Hochwald erst nach dem Delille-Denkmal folgt. Die verschiedenen Vorgaben und Zusammenhänge wurden im Parkpflegekonzept zusammengefasst, das bei der Pflege konsultiert wird.


Bäume werden mit Helikopter gefällt

Konflikte gibt es dort, wo etwa aus forstlicher Sicht die Sicherheit durch Bäume gefährdet ist. «Wir versuchen, die Bäume möglichst lange zu halten, aber auch sie haben ein Lebensende», betonte Fredi Hügi. So werden in den kommenden Tagen Bäume gefällt, von denen ein latentes Sturzrisiko ausgeht. Dabei kommt ein Helikopter für ein schonungsvolles Fällen zum Einsatz. Aktuell ist auch die Weihersanierung oder die Sanierung der Mauer beim Karussellplatz. Die Kosten für diese Eingriffe übernimmt teilweise der Kanton. Die Gemeinde ist bei den Pflegearbeiten der Anlage intensiv engagiert. Mit Sylvan Buchwalder hat sie einen umsichtigen und engagierten Mitarbeiter im Einsatz. Dennoch steht die Stiftung vor grossen finanziellen Herausforderungen, etwa bei der Pflege und Sanierung von Teilen des Schlosshofes oder Stallungen bei der Öli. «Es fehlt uns das erforderliche Geld», gab Stiftungspräsident Kalle Zeller zu bedenken.

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