«Wir müssen uns der Welt stellen»

Der Bundesrat erläuterte am Pfeffinger Forum seine Aussenpolitik, die dem Verhältnis zu den europäischen Nachbarstaaten höhere Priorität einräumt als noch seine Vorgängerin.

Klares Votum: Bundesrat Didier Burkhalter sprach sich für ein offenes und eigenständiges Auftreten der Schweiz aus. Foto: Martin Toengi
Klares Votum: Bundesrat Didier Burkhalter sprach sich für ein offenes und eigenständiges Auftreten der Schweiz aus. Foto: Martin Toengi

Lukas Hausendorf

Schon als Junge war Aussenminister Didier Burkhalter überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg der Schweiz in ihrer Offenheit begründet ist. Die offene Schweiz, über die der freisinnige Bundesrat am Montagabend am Pfeffinger Forum referierte, ist aber ein sehr abstraktes Konzept. Was er darunter versteht, veranschaulichte er nicht zuletzt am Beispiel der Grenzregion Basel. «Es gibt wenige Orte in der Schweiz, die so geeignet sind, über dieses Thema zu sprechen», so Burkhalter.

Seit Jahrzehnten werde hier die kleine Aussenpolitik der Kantone besonders erfolgreich betrieben, erklärt er. Anstatt sich abzuschotten, habe man hier erkannt, dass Grenzen vielmehr als Brücken zu verstehen seien. Die Grenzgänger als wichtiger Baustein des wirtschaftlichen Erfolgs der Region seien auf die grenzübergreifende Mobilität angewiesen, die auch die Personenfreizügigkeit brachte. Insgesamt bewertete Burkhalter den pragmatischen und offenen Umgang mit unseren Nachbarländern in der Grenzregion Basel als Modell für die Schweiz, die wie Basel auch substanziell von Exporten lebt.

Fokus auf Europa
Weil 60 Prozent der Schweizer Exporte in die Europäische Union gehen, rücken die Beziehungen zu unseren Nachbarstaaten und der EU nun auch wieder stärker in den Vordergrund der von Didier Burkhalter Anfang Jahr neu definierten aussenpolitischen Strategie der Schweiz. «Der Bundesrat hat seither die Beziehungen zu allen unseren Nachbarn intensiviert. Diese betreffen die Schweiz unmittelbar, wie die Beispiele des Fluglärmstreits mit Deutschland oder der Arbeitsrechtszwist auf dem EuroAirport Basel-Mulhouse zeigten.

Lösungen seien dabei viel einfacher zu erreichen, wenn man sich gut kenne und verstehe, ist Burkhalter überzeugt. «Das Verhältnis zur EU ist für die Schweiz darum so fundamental wichtig.» Das wird im Steuerstreit genauso von Gültigkeit sein wie bei der weiteren Ausgestaltung der bilateralen Verträge. Hierbei stellte er klar, dass der automatische Nachvollzug von Europäischem Recht, wie es die EU-Kommission fordert, keine Option ist. «Die Schweiz soll selbst entscheiden. Unser Referendumsrecht steht nicht zur Disposition, die EU muss das akzeptieren.»

Weitere Artikel zu «Aesch und Pfeffingen», die sie interessieren könnten

Freuen sich auf die neue Saison: Geschäftsführer Fabio Back und Trainerin Melanie Cina. Foto: Fabian Schwarzenbach
Aesch und Pfeffingen07.10.2026

«Wir sind nicht da, um Vierte zu werden»

Am Samstag geht die Volleyballsaison 2026/27 in der höchsten Schweizer Spielklasse der Frauen in die nächste Runde. Die Volleyballerinnen von Sm’Aesch…
«Es ist der richtige Moment»: Urs David kann sich nun vermehrt auf seine anderen Engagements fokussieren. Foto: Florin Bürgler
Aesch und Pfeffingen30.09.2026

Lässt Pommes und Co. hinter sich: Urs David verabschiedet sich vom Badi-Beizli

Nach sechs Jahren als Pächter des Badi-Beizlis im Aescher Schwimmbad hört Urs David auf. Im Gespräch mit dem Wochenblatt blickt er auf diese Zeit zurück und…
Ziehen an einem Strang: Die langjährige Leiterin Valerie Lauper (in der Mitte) umgeben von Nadine Bron (links) und Jasmine Gutzwiller (rechts), die das Brüggli ab Januar führen werden. Fotos: Florin Bürgler
Aesch und Pfeffingen23.09.2026

«Ich gehe mit zwei weinenden Augen, aber einem glücklichen Herzen»

Am vergangenen Freitag fand das jährliche Brüggli-Fest im Familienzentrum Brüggli statt. Für die langjährige Leiterin Valerie Lauper war es gleichzeitig ein…