«Ich gehe mit zwei weinenden Augen, aber einem glücklichen Herzen»
Am vergangenen Freitag fand das jährliche Brüggli-Fest im Familienzentrum Brüggli statt. Für die langjährige Leiterin Valerie Lauper war es gleichzeitig ein Abschied, da sie die Geschäftsleitung per Ende Jahr in neue Hände übergibt.
Bereits von der Strasse aus war das bunte Gewusel und rege Treiben der spielenden Kinder zu vernehmen, die mit ihren Eltern zahlreich am letzten Freitag zum Brüggli-Fest gekommen waren. Es war ein grosses Fest für die ganz Kleinen: Viele Kinder fanden den Weg zum Schminktisch und verliessen ihn wieder als Tiger oder Feen. Etwas weiter bot sich die Möglichkeit, sich beim Entlein-Fischen zu versuchen, und auch das Dosenschiessen aus herzerwärmend kurzer Distanz erfreute sich grösserer Beliebtheit.
Das jährliche Fest des Familienzentrums Brüggli in Aesch gibt es seit vielen Jahren, doch die jetzige Ausgabe dürfte einigen sicher besonders in Erinnerung bleiben – allen voran Valerie Lauper, die die Leitung des Familienzentrums per Ende Jahr abgibt. Seit zehn Jahren kümmert sie sich als Geschäftsführerin um alles, was im und ums Brüggli ansteht und anfällt. Wie sehr sie diesen Ort geprägt hat, wird unter anderem dadurch sichtbar, wie sie beim Gespräch mit dem Wochenblatt am Rande des Festbetriebs alle paar Minuten um Rat oder Auskunft gefragt wird, wo genau sich irgendetwas befinde oder was es allgemein noch zu tun gebe.
Von der Besucherin zur Leiterin
Das Familienzentrum Brüggli versteht sich als Begegnungsort für Familien und Kinder. Als Lauper vor mittlerweile 14 Jahren nach Aesch kam, kannte sie hier nur wenige Leute und stiess dann auf die Eltern-Kind-Gruppe: «Das war eine super Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Aus diesen Bekanntschaften ergaben sich gute Freundschaften, die bis heute halten – das gilt für mich wie auch für meine Kinder, die ebenfalls noch Freunde aus dieser Zeit haben.»
Ausgehend von ihren eigenen positiven Erfahrungen liess sie sich zur Eltern-Kind-Gruppenleiterin und später auch zur Spielgruppenleiterin weiterbilden, bevor sie dann 2017 die Geschäftsleitung übernahm. Das heutige Angebot umfasst einerseits die Eltern-Kind-Gruppe, was früher als Krabbelgruppe bezeichnet wurde, und andererseits die Spielgruppe sowie die Waldspielgruppe, wo der Fokus auf das Kennenlernen der Natur gelegt wird. Zusätzlich gibt es den offenen Treff, bei dem man sich ohne Anmeldung im kleinen hauseigenen Café austauschen kann.
Zudem haben sich über die Jahre einige weitere Anlässe und Projekte rund ums Brüggli etabliert, wie der Fasnachtsgarten für die Kinder, die zu jung für die Schulfasnacht sind, oder der Spendenraum, bei dem Kleider und andere hilfreiche Artikel für bedürftige Personen aus der Region gesammelt werden.
In den vergangenen zehn Jahren hat Lauper viel angestossen und umgesetzt, teils auch unter herausfordernden Bedingungen. So erzählt sie beispielsweise von Live-Videocalls während der Corona-Zeit, um den Austausch in der Eltern-Kind-Gruppe trotzdem irgendwie zu ermöglichen. «Ich gehe mit zwei weinenden Augen, aber einem glücklichen Herzen. Nach diesen vielen Jahren ist es jetzt Zeit für frischen Wind und neue Ideen», sagt Lauper über die Beweggründe.
Der Blick nach vorn
Für diesen frischen Wind im Brüggli sollen ab Januar nun Jasmine Gutzwiller und Nadine Bron sorgen. Sie werden sich die Leitung des Familienzentrums teilen – Bron leitet bereits eine eigene Spielgruppe in Pfeffingen und werde sich dementsprechend mehrheitlich um das Administrative und die Spielgruppe kümmern, während Gutzwiller für die Eltern-Kind-Gruppe und das Café zuständig sein werde. «Wir wollen am Bewährten festhalten, aber gleichzeitig auch unsere neuen Ideen einfliessen lassen», sagt Bron. Dazu gehört ein neues Logo, die Umgestaltung des Spielraums wie auch neue Events und Anlässe, die ein breiteres Publikum ansprechen sollen. So sind zukünftig beispielsweise «Märli-Stunden», Kindertanzen und Gesellschaftsspielnachmittage geplant.
Und es werde die Möglichkeit geben, betreute Kindergeburtstage im Brüggli zu veranstalten. Gutzwiller meint zum Schluss: «Die Fussstapfen sind natürlich gross, aber wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit dem Team und das neue Kapitel.»






