Ein Parkierreglement hätte es in Pfeffingen schwer
Nach Eingang eines Antrags eines Einwohners an der Gemeindeversammlung untersuchte der Pfeffinger Gemeinderat das Parkieren im Gemeindebann. An der Informationsveranstaltung wurde offensichtlich: Eine Einschränkung des Parkierens ist wohl nicht mehrheitsfähig.

Alles, was mit dem Auto zu tun hat, bewegt die Gemüter. Dass über 50 Personen vergangene Woche der Einladung der Gemeinde folgten, um über das Thema Parkieren in Pfeffingen zu diskutieren, überraschte dann doch. Der Gemeinderat präsentierte eine Untersuchung zum Parkieren und drei Handlungsvarianten, wie das Parkieren in Zukunft geregelt werden könnte. Am Ursprung dieser Untersuchung steht ein Antrag an der Juni-Gemeindeversammlung, mit dem ein Einwohner in Pfeffingen eine Parkraumbewirtschaftung anregte. Gemäss Gemeindepräsident Ruben Perren war es nicht das erste Mal, dass aus der Bevölkerung der Wunsch nach einem Reglement für das Parkieren an den Gemeinderat herangetragen wurde.
In der Folge beauftragte der Gemeinderat einen Verkehrsplaner, die Parkiersituation in Pfeffingen zu untersuchen. Zu drei Zeitpunkten – unter der Woche nachmittags und abends und an einem Samstagnachmittag – wurden in ausgewählten Strassenabschnitten und auf den drei grösseren öffentlichen Parkplätzen parkierte Fahrzeuge und freie Parkfelder gezählt. Das Fazit des Verkehrsplaners: Es besteht kein flächendeckendes Problem, aber ein konkretes Bedürfnis an einzelnen Standorten. «Aus verkehrsplanerischer Sicht besteht keine Notwendigkeit für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung», resümierte Perren.
Parkierte Autos an gefährlichen Stellen
Die Wahrheit ist aber auch, dass die drei grösseren Parkplätze beim Schulhaus, gegenüber der Kirche und beim Spielplatz vereinzelt von Dauerparkierern genutzt werden. «Es gab Autos, die über mehrere Monate so lange parkiert waren, dass Gras herauswuchs», berichtete Perren.
Auch werden Geschäftsfahrzeuge übers Wochenende auf den öffentlichen Parkplätzen und in den Strassen abgestellt. Dazu gehörten auch Anhänger, berichteten Teilnehmende der Informationsveranstaltung.
Verboten ist dies alles nicht, weil es keine Regelung und deshalb keine Beschränkung für das Parkieren in Pfeffingen gibt. So komme es vor, dass Fahrzeuge in den Strassen an gefährlichen Stellen gegenüber oder unmittelbar neben Einfahrten von Privatgrundstücken abgestellt würden.
Ein Problem stellt dieses «wilde Parkieren» vor allem beim Schulhaus dar. Lehrpersonen, die mit dem Auto zur Arbeit kämen, fänden morgens teilweise keinen Platz auf dem Schulhausparkplatz vor, hiess es aus dem Plenum. Der Parkplatz gegenüber der Kirche sei an den Wochenenden teilweise voll belegt, wenn Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstes einen Parkplatz suchten, mahnte eine Vertreterin der Kirchgemeinde. Auch Sicherheitsbedenken in Sachen Zugänglichkeit für Blaulichtfahrzeuge wurden aus dem Plenum angemerkt, wenn mehrere parkierte Fahrzeuge auf den Strassen die Durchfahrt behinderten.
Nur die drei öffentlichen Parkplätze regeln?
Von einer flächendecken Parkraumbewirtschaftung mit Parkfeldern auf den Strassen möchte der Gemeinderat wenn möglich absehen. «Wie schaffen wir eine pragmatische Lösung, um das Parkieren in Pfeffingen zu ordnen, und wie können wir verhindern, die ganze Gemeinde unnötig zu regulieren?», formulierte Gemeindepräsident Perren die übergeordnete Fragestellung. Neben dem Status quo ohne Regeln sieht der Gemeinderat ein Reglement für die drei öffentlichen Parkplätze als Option vor. Wie dort eine Beschränkung des Parkierens aussehen könnte, sei völlig offen und obliege der Kompetenz der Gemeinde und damit der Gemeindeversammlung, betonte Perren. Ausschliessen, dass es dann zu einer Verlagerung des Parkierens in die Quartiere käme, könne man aber nicht, räumte der Gemeindepräsident ein.
Parkierreglement kommtschlecht an
Bei einer Mehrheit an der Informationsveranstaltung kamen die Vorschläge für ein Parkierreglement schlecht an. Der Bedarf, das Parkieren in Pfeffingen einzuschränken und zu regeln, wird von vielen nicht gesehen, solange man jeweils einen Parkplatz findet. «Sie schlagen eine Lösung für ein Problem vor, bei dem Sie gar nicht wissen, wie gross es ist», kritisierte ein Veranstaltungsteilnehmer. Perren betonte mehrfach, dass der Gemeinderat noch keinen Entscheid getroffen habe, nur die Bedürfnisse aus der Bevölkerung abholen wolle. Geht es nach den Rückmeldungen an der Informationsveranstaltung, bleibt in Pfeffingen in Sachen Parkieren alles beim Alten.
Man könnte beim Schulhaus und dem Parkplatz vor der Kirche klarer markieren, dass die Parkplätze für Mitarbeitende oder Besucherinnen und Besucher der Kirche oder des Friedhofs gedacht sind, wurde mehrfach als Kompromissvorschlag genannt. Ob sich alle daran halten? Kritisiert wurde aber auch der Anspruch, das eigene Auto jederzeit auf der Allmend abstellen zu dürfen. Perren stellte klar, dass das Parkierproblem deutlich geringer wäre, wenn jede und jeder sein Fahrzeug auf der eigenen Parzelle abstellen würde. Der Gemeinderat werde das weitere Vorgehen intern besprechen, erklärte Perren. Ohne Beschluss der Gemeindeversammlung werde es sowieso kein Reglement geben.


