Neues Primarschulhaus im Schützenmatt:«Das müssen wir uns leisten können»
Gestern präsentierte Aesch das Siegerprojekt für das künftige Primarschulhaus Schützenmatt.

In Aesch ist Schulraum ein knappes Gut. Das zeigte sich spätestens diesen Sommer bei den Kindergärten – kurzfristig mussten während der Sommerferien zwei provisorische Standorte aufgebaut werden. Damit konnte der akute Platzmangel behoben werden. Weniger prekär und dennoch herausfordernd ist auch die Situation eine Stufe höher in der Primarschule. Im Neumatt steht bereits ein Provisorium, ausserdem müssen das Neumatt- wie auch das Schützenmattschulhaus in absehbarer Zukunft saniert werden. Dazu laufen seit einiger Zeit die Planungen. Abhilfe soll ab 2031 ein neues Primarschulhaus samt Doppelkindergarten im Schützenmatt schaffen – auf der Wiese zwischen dem jetzigen Schulhaus und dem Gartenbad. Nun hat die Gemeinde das Siegerprojekt erkoren und gestern Abend der Bevölkerung vorgestellt. Das Wochenblatt erhielt bereits im Vorfeld Einsicht in das Projekt.
Gemeindepräsidentin Eveline Sprecher (SP) sprach von einem besonderen Moment, ja gar einem «wichtigen Meilenstein» auf dem Weg zu neuem Schulraum: «Wir sind stolz darauf, dass ein solch schönes Projekt entstanden ist.» Sie zeigte noch einmal das Verfahren auf: 51 Bewerbungen erhielt die Gemeinde auf die erste Ausschreibung. An einer zweitägigen Arbeitssitzung wählte eine Jury aus Architekten und aus Vertretern von Gemeinde und Primarschule aus diesen 51 Bewerbungen sieben Teams aus, mit denen der Studienwettbewerb für das neue Schulhaus weitergeführt wurde.
Pädagogisches Konzept zentral
Bei der Erarbeitung des Entwurfs mussten sich die Architekturbüros an klare Vorgaben der Gemeinde halten. Zentral war dabei ein pädagogisches Konzept. Dieses hatte die Schule in Zusammenarbeit mit der Gemeinde während eines halben Jahres erarbeitet. Dabei wurde geklärt, wie in Zukunft in Aesch unterrichtet werden soll und welche Räumlichkeiten dafür nötig sind. Vorbei sind die Zeiten mit endlosen Gängen und Türen zu den einzelnen Zimmern. Zukünftig wird in sogenannten Clustern unterrichtet: Das sind jeweils vier Klassenzimmer angeordnet um einen zentralen Raum, getrennt durch kleine Arbeits- und Gruppenräume.
Am besten umgesetzt hat dieses Konzept das Architekturbüro Weyell Zipse aus Basel. Ihr Projekt – ein zweistöckiger Holzbau – bietet Platz für 16 neue Schulklassen, organisiert in vier Clustern. Der Holzbau folgt der Wildhecke am westlichen Rand der Parzelle. Damit setze sich die neue Primarschule wie von der Gemeinde gewünscht klar von den bestehenden Schulgebäuden ab, schreibt die Jury in ihrem Bericht. Dort, wo heute der Parkplatz ist, kommt die neue Doppelturnhalle zu stehen. Neben dem Schulraum für die 16 Klassen gibt es künftig auch Platz für einen Doppelkindergarten, die Tagesstrukturen und den Mittagstisch. Das Siegerprojekt biete trotz eines neuen Schulhauses nach wie vor viel Freiraum und beanspruche nur einen Teil der heutigen Rasenfläche, betont Sprecher.
Nach dem Neubau folgt die Sanierung
Sollte die Gemeindeversammlung im kommenden Dezember den Kredit für das Bauprojekt bewilligen, soll die Schule im Sommer 2031 bezugsbereit sein. Danach folgen stufenweise die Sanierungen der bestehenden Schulhäuser Schützenmatt und anschliessend Neumatt. Zu den genauen Kosten kann die Gemeinde im gemeinsamen Gespräch noch keine Angaben machen. Vor zwei Jahren war aber für sämtliche Schulprojekte – also der Neubau und die beiden Sanierungen – von 70 Millionen Franken die Rede. Das Ganze wird ein finanzieller Kraftakt für die Gemeinde.
Das weiss auch die Gemeindepräsidentin: «Wir sind uns bewusst, dass wir es nicht einfach haben wegen der Finanzen.» Trotzdem ist Sprecher zuversichtlich und unterstreicht die Wichtigkeit des Projekts. Eine Gemeinde baue nicht alle Tage ein neues Schulhaus. Es werde wohl mehr als 50 Jahre dauern, bis wieder grundsätzlich neuer Schulraum geschaffen werden müsse, sagt Sprecher und bezieht sich dabei auf Studien, die die Gemeinde in Auftrag gegeben habe. Darum ist für die Gemeindepräsidentin klar: «Das müssen wir uns leisten können. Es ist die Aufgabe der Gemeinde, genügend Schulraum zur Verfügung zu stellen.» Den Investitionskredit für das neue Schulhaus wird im Dezember 2027 die Gemeindeversammlung bewilligen müssen.


