Lässt Pommes und Co. hinter sich: Urs David verabschiedet sich vom Badi-Beizli

Nach sechs Jahren als Pächter des Badi-Beizlis im Aescher Schwimmbad hört Urs David auf. Im Gespräch mit dem Wochenblatt blickt er auf diese Zeit zurück und erklärt die Beweggründe hinter dem Abschied.

«Es ist der richtige Moment»: Urs David kann sich nun vermehrt auf seine anderen Engagements fokussieren. Foto: Florin Bürgler
«Es ist der richtige Moment»: Urs David kann sich nun vermehrt auf seine anderen Engagements fokussieren. Foto: Florin Bürgler

Urs David steht inmitten von leeren Regalen und Schränken im Beizli der Badi Aesch, welches er in den vergangenen sechs Jahren zusammen mit seiner Frau Beatrice als Pächter und Inhaber geführt hat. Wie viel Detailplanung in diesem eigentlich doch recht kleinen Raum nötig ist, um den Hunger und Durst der Gäste an einem heissen Nachmittag in der Hochsaison zu stillen, erklärt David bei einem kurzen Rundgang. Alle paar Schritte verweist er auf Geräte oder Maschinen und erklärt deren Vorzüge und wie sie zu einem möglichst reibungslosen Ablauf von der Bestellung über die Bezahlung bis zur Essensausgabe beitragen. «Wir haben probiert, aus der kleinen Fläche das Maximum für die Gäste herauszuholen», sagt David. Auch wenn er selbst nicht hinter der Fritteuse stand – von der Kasse bis zum Wurstsalatschneiden, vom Nachschubholen bis zum Nachfüllen der Glacé habe er an Tagen, an denen viel los war, stets an der Front an den verschiedensten Stellen mitgeholfen.

Treuhänder, Gemeinderat und Badi-Beizli-Chef

Seine Kernkompetenz liege aber vor allem in der Planung und Organisation des ganzen Drumherum, was durchaus mit Eigenschaften zu tun hat, die er aus seinem sonstigen Joballtag mitbringt. David ist selbstständig und betreibt eine eigene Treuhandfirma in Aesch, wodurch er bereits mehrfach mit Restaurantbetrieben als Kundschaft in Kontakt kam, was ihm bei seinem Vorhaben mit dem Badi-Beizli zugutegekommen sei. Als er im Herbst 2020 auf die Ausschreibung gestossen sei, habe er keine Sekunde gezögert: «Ich sah das als eine tolle Chance, mich in meinem Dorf zu engagieren, und eine wunderbare Möglichkeit, der Aescher Bevölkerung etwas zurückzugeben», meint David über die Beweggründe. Mittlerweile haben sich auch noch weitere Engagements angesammelt. So ist er neben seiner Selbstständigkeit und dem Badi-Beizli seit 2024 als Gemeinderat für die Partei Die Mitte in der Lokalpolitik aktiv. Zudem ist er Präsident der Reformierten Kirche Aesch-Pfeffingen und amtet als Statthalter der Aescher Zunft zu Wein- und Herbergsleuten.

7,5 Tonnen Pommes gingen diesen Sommer über die Theke

Auch wenn der Start ins Abenteuer im Sommer 2021 mit einer der wettertechnisch schlechtesten Saisons begann, bot dies doch auch einige Chancen, meint David: «So konnten wir in den etwas ruhigeren Phasen jeweils gleich über die Bücher gehen und analysieren, was wir besser machen konnten oder anders gestalten mussten.» Dabei sei vor allem an der Modernisierung und Diversifizierung des Angebots getüftelt worden. So fanden neben den Badi-Klassikern wie Pommes und Chicken Nuggets auch Holzofen-Pizzen und Flammkuchen, Croque Monsieurs und verschiedene frische Salate den Weg auf die Menütafel.

Der Dauerbrenner seien aber nach wie vor die grosse Portion Pommes, die im Aescher Badi-Beizli besonders grosszügig ausgefallen seien. Das übersetzte sich in diesem Rekordsommer auf folgende Kennzahlen, die David herausgesucht hat: «Von Mai bis September haben wir 17000 Portionen Pommes verkauft, was rund 7,5 Tonnen Ware entspricht.» Gleichzeitig habe es auch schon Saisons gegeben, in denen weniger als die Hälfte davon über die Theke gingen. «Man ist stark vom Wetter abhängig, doch damit muss man umgehen und flexibel sein in der Planung», wozu er mit grosser Regelmässigkeit verschiedenste Wetter-Apps konsultiere.

Zu den schönsten Momenten seiner Zeit beim Schwimmbad-Beizli zählt er die vielen Begegnungen mit den Badi-Gästen, die er hierdurch machen durfte, sowie die Zusammenarbeit mit dem Team und dem Badi-Personal. Aber auch die selbst veranstalteten Livemusik-Abende mit Barbetrieb, die häufig viele Leute anzog, seien für ihn stets Highlights gewesen. Nach diesem intensiven Sommer sei nun aber die Zeit gekommen, die Pacht in neue Hände zu geben: «Man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Aufgrund meiner anderen Aufgaben und Engagements, die sich angesammelt haben, ist es nach diesen schönen und erlebnisreichen sechs Jahren der richtige Moment. Jetzt freue mich wieder auf mehr Zeit mit meiner Familie und auf Sommerferien – oder auch einfach mal wieder auf einen Badi-Besuch als Gast.»

«Jetzt freue mich wieder auf mehr Zeit mit meiner Familie und auf Sommerferien – oder auch einfach mal wieder auf einen Badi-Besuch als Gast.»

«Ich sah das als eine tolle Chance, mich in meinem Dorf zu engagieren.»

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