«Wir sind nicht da, um Vierte zu werden»
Am Samstag geht die Volleyballsaison 2026/27 in der höchsten Schweizer Spielklasse der Frauen in die nächste Runde. Die Volleyballerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen sind bereit, die Meisterschaft aufzumischen.

Nichts ist so wichtig in einer Sportmannschaft wie die Stimmung. Das ist auch im Team von Sm’Aesch Pfeffingen nicht anders. Die gute Stimmung ist quasi die Währung dieser Mannschaft. Darauf legt die neue Cheftrainerin Melanie Cina, die im August ihre Tätigkeit aufgenommen hat, grossen Wert. Cina möchte etwa, dass Unstimmigkeiten sofort angesprochen werden. «Eine Spielerin sollte verstehen, wenn ihr die Mitspielerin sagt, sie stehe falsch – und das ohne eingeschnappt zu sein», erklärt Cina.
Die gebürtige Walliserin bittet die Spielerinnen denn auch regelmässig zum Gespräch. Rund zehn Minuten müssen sie dann der Trainerin erklären, wie sie sich fühlen und was sie zum letzten Match denken. «Diese zehn Minuten können lang dauern», sagt Cina schmunzelnd, denn ihre Lieblingsfrage sei: «Und was noch?» Meist werde beim dritten Mal dann das auf den Tisch gebracht, was die Spielerin wirklich beschäftige.
Arbeit und Spitzensport unter einen Hut bringen
Nicht nur der Trainerinnenposten ist neu besetzt, auch die Aufgabe der Capitaine wurde neu an Libera Romina Schnyder vergeben. Sie habe Hühnerhaut gehabt, als sie zur Capitaine erkoren wurde: «Es ist Verantwortung und ein gewisser Druck, den man sich selber macht», sagt sie ehrlich. Als Spielerin müsse man sich organisieren. «Es ist der Preis, den wir zahlen, aber er lohnt sich.»
Alle Spielerinnen sind Profis, einige studieren nebenbei an einer Fernuniversität oder arbeiten nebenher. Der Lohn von Sm’Aesch reiche gerade so, um durchs Leben zu kommen, da sind sich alle einig – ohne Zahlen zu nennen. Dem stimmt auch die zweite Libera, Livia Saladin, zu. Sie ist eine der wenigen Spielerinnen, die nebenbei arbeiten – als Treuhänderin, wie sie erzählt. Wie das funktioniert? «Die Kommunikation und die Organisation sind entscheidend.» Sie müsse mit ihren Mitarbeitenden viel absprechen und entscheiden, was wichtig sei und sofort erledigt werden müsse, sobald sie sich an ihren Arbeitsplatz setze. Das heisst auch, dass sich Saladin neben den zwei Sm’Aesch-Trainings am Tag morgens, mittags und abends ins Büro begibt. «Ich brauche diese Balance, diesen Ausgleich», erklärt sie.
Dutzende Trainings, viele Stunden Fleissarbeit
Vor der Saison verbrachten die Aescherinnen sehr viel Zeit als Team, auf und neben dem Feld. Trainerin Cina nennt eindrückliche Zahlen zur Vorbereitungsphase. Seit dem Trainingsstart vor 50 Tagen wurde an 40 Tagen trainiert, stärkten die Spielerinnen 22‑mal im Krafttraining ihre Muskeln, absolvierten zehn Freundschaftsspiele und erholten sich zwischenzeitlich. Dazu kam das Programm neben dem Training: Meetings, Anlässe mit der Bevölkerung und Präsentation des Teams mal hier, mal dort. Ein Höhepunkt sei der Besuch im Alterszentrum Im Brühl gewesen. Den Bewohnenden habe die Aufwartung der Volleyballerinnen sichtlich Spass gemacht: «Es herrschte eine kleine Stadionatmosphäre», freut sich Geschäftsführer Fabio Back.
Am Samstag nun trifft Sm’Aesch zum Auftakt auf den BTV Aarau. Back kann das Spiel kaum erwarten: «Wir freuen uns unglaublich auf die Saison.» Das erste Heimspiel in der Löhrenackerhalle wird dann am 18. Oktober gegen Infomaniak Genève Volley stattfinden.
Und auch wenn niemand ein konkretes Saisonziel nennt, so rutscht der Trainerin im Gespräch doch heraus: «Wir sind nicht da, um Vierte zu werden. Und wenn wir in einen Halbfinal kommen, dann wollen wir ihn gewinnen.»
Voller Spielplan
WOB. Am 27. Oktober und am 3. November trifft Sm’Aesch zusätzlich zur Meisterschaft im Europacup auf OK Marina Kaštela aus Kroatien. Damit bestreiten die Volleyballerinnen aus Aesch im Oktober fünf Partien (vier in der Meisterschaft, eine im Europacup).


