Wenn die Kinder in die Fussstapfen ihrer Eltern treten

Am Fasnachtsumzug wurde der beste Aescher Wagen prämiert. «D Schlitzöhrli» überzeugten die fünfköpfige Jury mit ihrem aufwendig gestalteten Kunstwerk auf Rädern.

«Aesch am See»: «D Schlitzöhrli» (vorne im Bild), die Kinder der «Schlitzohre», punkteten mit ihrem lokalen Sujet.  Fotos: ZVG

«Aesch am See»: «D Schlitzöhrli» (vorne im Bild), die Kinder der «Schlitzohre», punkteten mit ihrem lokalen Sujet. Fotos: ZVG

Fischli, Seegras und d Marianne: Der Wagen der «Schlitzöhrli» stach mit geschliffenen Sprüchen und aufwendigem Dekor hervor.

Fischli, Seegras und d Marianne: Der Wagen der «Schlitzöhrli» stach mit geschliffenen Sprüchen und aufwendigem Dekor hervor.

Bunt, ausgefallen und mit viel Liebe gestaltet waren sie fast alle, die Aescher Wagen, die sich am vorletzten Sonntagnachmittag den Weg durch die Menge bahnten. Überall flogen die Orangen, Dääfeli und natürlich auch die Räppli in die Menge; wer Glück hatte, erhielt zum Trost ein kleines Stofftier oder sogar eine Rose. Für die fünfköpfige Jury, in der unter anderem auch Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger Punkte vergab, war es nicht leicht, aus den 13 Aescher Wagen den Besten auszuwählen.


Auf ganzer Linie gepunktet
Als Jurymitglied tat man gut daran, das weisse Bewertungsblatt nicht allzu sichtbar auszufüllen – denn kaum entdeckten die Waggisse einen solchen «Zeedel», versuchten sie das Resultat mit allen Mitteln zu ihren Gunsten zu beeinflussen. «Möchtsch öbbis ztrinke – oder was hättsch gärn, mit was kame dir e Freud mache?» oder «Ou, gisch uns denn aber e gueti Note, gäll», waren die beiden Sätze, die man am meisten zu hören bekam, wenn man sich vor dem Umzug auf dem Schulhausplatz einen ersten Überblick über die Wagen verschaffen wollte.

«Die Jurymitglieder wurden so ausgewählt, dass sie das Publikum möglichst gut vertreten. Wir haben versucht, aus allen Bereichen eine Person zu finden», erklärt Timo Geiser vom Fasnachtskomitee Aesch. Der Publikumspreis wurde dieses Jahr zum vierten Mal verliehen.

Bewertet wurden die fahrenden Kunstwerke anhand von vier Kriterien. Für den Wagen, das Kostüm, das Sujet und für die Interaktion mit dem Publikum konnten die Jurymitglieder jeweils zehn Punkte vergeben. So waren 40 Punkte das Maximum, das jeder Wagen von einem Jurymitglied erhalten konnte. Mit nur zwanzig Punkten unter dem Maximum von insgesamt 200 Punkten überzeugten «D Schlitzöhrli» auf ganzer Linie. Mit 180 Punkten lagen sie nur knapp vor den «Andärä» und den «Chatzebuggler», die sich den zweiten Platz mit 174 Punkten teilten. Entgegennehmen dürfen «D Schlitzöhrli» den Preis an der Subventionsauszahlung am 30. April.


Seit Oktober am Wagen gebaut
«D Schlitzöhrli» bestehen aus den
Kindern der Schlitzohren, die vor 31 Jahren gegründet wurden und letztes Jahr den Preis für den besten Wagen entgegennehmen durften. «Wir freuen uns sehr für unsere Kinder, dass sie gewonnen haben. In diesem Wagen steckt viel Arbeit», sagt Martin Glatz, Gründungsmitglied der Schlitzohre. Zehn Kinder im Alter zwischen 12 und 16 Jahren werkelten mit der Unterstützung der Älteren seit Oktober an dem farbenprächtigen Wagen. «Wir wünschen uns natürlich, dass die Kinder später auch als Erwachsene mit dem Wagenbau weitermachen», sagt Glatz. Der Preis des Publikums ist sicherlich ein guter Ansporn dafür.

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