Verjüngungskur für den Weiher an der Birs

Der Weiher neben dem Minigolf in Aesch wird derzeit saniert, damit sich Kröten und andereAmphibien dort wieder wohlfühlen.

Arbeiten für die Biodiversität: Der Weiher wird von Schlamm befreit. Foto: Fabia Maieroni
Arbeiten für die Biodiversität: Der Weiher wird von Schlamm befreit. Foto: Fabia Maieroni

Im Sommer quakt es aus dieser Ecke an der Birs besonders laut: Der Weiher, direkt neben dem Minigolf Birspark in Aesch gelegen, ist ein Lebensraum für Kröten und andere Amphibien. Dieser Tage dringen jedoch andere Geräusche aus dem kleinen Biotop: Bagger sind aufgefahren und haben den Weiher massgeblich umgestaltet: Einzelne Bäume wurden gefällt, Sträucher entfernt, das Wasser in die Birs abgelassen. Bereits vergangene Woche haben die Bauarbeiten begonnen. Das Wetter sei dafür ideal gewesen, weiss Niklaus Tanner, Umweltingenieur vom Ingenieurbüro Götz. «Wegen des Frosts konnten die Bäume und Sträucher entfernt werden, ohne dass der Boden rund um den Weiher stark beansprucht wird. Ausserdem sind die Amphibien zu dieser Jahreszeit nicht aktiv», so Tanner.

Die Bagger der Firma Wenger Gartenbau aus Aesch holen derweil Schlamm und Geröll aus der mit Kautschukfolie ausgelegten Weiherfläche. «Befindet sich dichte Vegetation rund um den Weiher, bildet sich durch den jährlichen Laubeintrag mit der Zeit eine dicke Schicht Schlamm», erklärt Tanner. Weil es für den 350 Quadratmeter grossen Weiher keinen grösseren Zu- und Abfluss gibt, verlandet er dadurch mit der Zeit.

Die Gemeinde Aesch hat deshalb die Sanierung des Weihers projektiert. Das Projekt ist ein Teil der Strategie der Gemeinde: Mit dieser Art von Arbeiten will Aesch die Biodiversität konsequent erhöhen. Nach der Sanierung und Aufwertung des «Biodiversitätshotspots» Minigolf mit der finanziellen Unterstützung der Stiftung Salzgut vor einem Jahr werde beim angrenzenden Weiher die längst notwendige Sanierung und Aufwertung umgesetzt, schreibt Roman Cueni, Leiter Gemeindeverwaltung, auf Anfrage. «So kann ein wichtiger ökologischer Trittstein wieder in Stand gesetzt werden. Der Weiher steigert zudem die Aufenthalts- und Erholungsqualität der Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Aesch», schreibt Cueni weiter.

Besonnte Weiher- und Uferhabitate entstehen

1988 wurde der Weiher künstlich errichtet – schon damals von der Firma Wenger. Zuletzt wurde er vor 15 Jahren ausgepumpt und Weihersedimente wurden abgesaugt. Jetzt wird er erneut saniert und die Umgebung aufgelichtet, damit wieder besonnte Weiher- und Uferhabitate entstehen. Ausserdem soll ein Unterhaltsstreifen entstehen, der die Weiherpflege in den kommenden Jahren erleichtern soll, heisst es im Projektbeschrieb. Der Weiher sei grundsätzlich in einem recht guten Zustand, sagt Tanner. Die Kautschukfolie, die vor rund 38 Jahren eingebaut wurde, scheine zum grössten Teil noch intakt – das Material hat eine Lebensdauer von über 50 Jahren. Der effektive Zustand der Abdichtung könne jedoch erst während des Baus festgestellt werden, sagt Tanner.

Fische und ihre ökologische Rolle im Weiher

Während der Umweltingenieur dem Wochenblatt Auskunft gibt, steht seine Kollegin im Wasser und fischt – im wahrsten Sinne des Wortes – im Trüben. Sie sucht nach Amphibien und Fischen, um sie vor den Baggern zu retten. «Wir haben die Information erhalten, dass hier Goldfische leben», erklärt Tanner. Diese müssten – wenn vorhanden – entnommen werden, da sie Amphibien stark konkurrenzieren. Die exotischen Fischarten würden das ökologische Gleichgewicht stören. Der Weiher werde deswegen komplett entleert, das heisst auch, das Substrat werde ausgetrocknet. «So kann verhindert werden, dass Fischlaich im Substrat überdauert», heisst es im Projektbericht. Die Umweltingenieure fanden im Aescher Weiher allerdings keine Fische mehr, wie Tanner später sagt.

Sind alle alten Weihersedimente entfernt, wird das neue Substrat mit lokalem Gelbkies und Kalkschroppen (kantiges Steinmaterial) ergänzt, um eine Überdeckung der Abdichtung von rund 30 bis 40 Zentimetern zu erreichen. Der Weiher werde mit einheimischen Ufer- und Wasserpflanzen bepflanzt, heisst es im Projektbeschrieb. Gewisse Pflanzen der Ufervegetation würden nach Bauabschluss wieder eingepflanzt. Das Holzmaterial der Rodungen sowie die Wurzelstöcke würden für Kleinstrukturen rund um den Weiher verwendet. «Die Kleinstrukturen erhöhen die Habitatvielfalt am Weiher und bieten diversen Tierarten Landlebensräume», heisst es weiter.

Die Kosten für die Sanierung trägt die Gemeinde. Unterstützt wird sie dabei von Aventron, einer Stromanbieterin mit Sitz in Münchenstein. Das Unternehmen nimmt die Gelder dafür aus einem entsprechenden Fonds. Aventron produziert Strom aus erneuerbaren Energien und betreibt unter anderem das Birskraftwerk in Dornach.

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