Und dann war der Traum vom Meistertitel vorbei

Nach mehreren Corona-Fällen bei Spielerinnen und Trainern wurde Sm’Aesch Pfeffingen vom Verband aus dem Titelrennen genommen. Das Urteil schlug hohe Wellen.

«Unfinished Business»: Trotz vollem Einsatz ist der Kampf um den Titel für die Birseckerinnen diese Saison gelaufen. Foto: Edgar Hänggi
«Unfinished Business»: Trotz vollem Einsatz ist der Kampf um den Titel für die Birseckerinnen diese Saison gelaufen. Foto: Edgar Hänggi

Am Montag traf sich nach dem Schock vom Donnerstag zuvor der Vorstand. Das Signal aus der Sitzung ist klar: Es soll und muss weitergehen. Dazu passt, dass sogleich die Verpflichtung von Sarah Van Rooij, der Topscorerin von VBC Cheseaux bekannt gegeben wurde. Dieses positive Denken bei den Verantwortlichen von Sm’Aesch Pfeffingen ist alles andere als selbstverständlich. Geäusserte Wut und Enttäuschung wären genauso verständlich. Sie sind auch da, verrät Geschäftsführer Fabio Back. Aber das Verhalten nach dem Aus am grünen Tisch durch den nationalen Verband zeigte eindrücklich: Sm’Aesch geht auch in der wohl grössten Enttäuschung der jüngeren Klubgeschichte mit erhobenem Haupt vom Platz.

Doch von vorne: Am Dienstag vergangener Woche traten bei zwei Spielerinnen Erkältungs- und Grippesymptome auf. Sie gingen mitsamt dem ganzen Team zum Corona-Test. Insgesamt drei Spielerinnen und zwei Betreuer wurden positiv auf das Coronavirus getestet. Der Kantonsarzt ordnete eine sofortige Quarantäne für das ganze Team inklusive Betreuerstab an. Die dritte Partie in der Halbfinalserie gegen Volley Düdingen am Mittwochabend musste abgesagt werden.

Aus wegen zweie Punkten

Am Tag danach das folgenschwere Urteil von Swiss Volley: Die Halbfinalserie wurde gemäss aktuellem Spielstand gewertet. In den Sätzen stand es 3:3. Weil Düdingen insgesamt zwei Punkte mehr verbucht hat, wurden die Freiburgerinnen als Siegerinnen gewertet und ziehen in den Final ein. Den Favoritinnen und Qualifikationssiegerinnen von Sm’Aesch Pfeffingen bleiben eben nur Wut und Enttäuschung. «Am Anfang waren wir alle am Boden zerstört, es zog uns den Boden unter den Füssen weg. Man arbeitet die ganze Saison auf dieses Ziel hin und dann wird dir das alles plötzlich weggenommen. Das schmerzt unglaublich», berichtet Capitaine Madlaina Matter aus der Quarantäne. Nach wenigen Tagen versuchte die Pfeffingerin aber bereits wieder, das Positive zu sehen. «Ich habe mir einfach gesagt, dass uns dieser Rückschlag ­Extrapower gibt und wir aus dieser Situation stärker und besser zurückkommen, als wir es je waren. Ich werde von nun an jedes Spiel angehen, als wäre es das letzte.»

Keine sportliche Entscheidung

Besonders ärgerlich am Aus am grünen Tisch ist die Tatsache, dass der Verband das entsprechende Reglement erst dafür geschaffen hat, dass Spitzenvolleyball inklusive Playoffs trotz Corona funktioniert. Dass dieses Reglement, das eben auch Interpretationsspielraum zulässt, dermassen strikt ausgelegt wird, enttäuscht Geschäftsführer Fabio Back besonders. «Wir hätten uns gewünscht, dass wir uns alle gemeinsam an einen Tisch setzen und eine sportliche Lösung finden. Doch das war nicht erwünscht.» Back spricht damit die Gegnerinnen aus Düdingen an. Deren Präsident Christian Marbach sagte am Tag des Entscheids zur bz: «Es ist nicht unsportlich, wenn man das Reglement anwendet. Und das ist für mich in diesem Fall eindeutig.» Diese Worte bereut Marbach mittlerweile vielleicht, denn auch sein Team vermeldete am Montag fünf Corona-Fälle. Ob sie die Finalserie am Ostermontag beginnen können, ist unklar.

Die Worte des Düdingen-Präsidenten dürften im Birseck so oder so nicht besonders gut angekommen sein. Es ist zu hoffen, dass Sm’Aesch auch aus ihnen neue Energie gewinnen kann. Denn das diesjährige Motto «Unfinished Business» gilt in der kommenden Saison mehr denn je. Doch zuerst gilt es, dass alle wieder gesund werden. Am Montag ­vermeldete Fabio Back bereits neun ­Corona-Fälle.

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