Schiessen liegt im Trend

Mit 130000 Teilnehmenden verbuchte das Eidgenössische Feldschiessen dieses Jahr einen neuen Rekord. Auch in der Region wurde fleissig geschossen.

Schiessen ist nicht nur bei aktiven Schützen beliebt: Die meisten Besucherinnen und Besucher des Feldschiessens kamen ohne eigene Waffe und mussten sich mit einem Leihgerät zurechtfinden. Bild: Archiv / Thomas Brunnschweiler
Schiessen ist nicht nur bei aktiven Schützen beliebt: Die meisten Besucherinnen und Besucher des Feldschiessens kamen ohne eigene Waffe und mussten sich mit einem Leihgerät zurechtfinden. Bild: Archiv / Thomas Brunnschweiler

Im Schürfeld herrschte am Wochenende Feststimmung: Viel knallender Schall, in der Luft lagen die Gerüche von Schiesspulver und kulinarischen Köstlichkeiten – man dachte an den Jahrmarkt. Die Männer und Frauen zielten aber nicht mit dem Luftgewehr auf Ballone, sondern mit dem Sturmgewehr auf die 300 Meter entfernte Zielscheibe. Geschossen wurde auch mit der Pistole, über die 25- und die 50-Meter-Distanz. Der Schiess-Spass war gratis: Die Teilnehmenden mussten weder eine Startgebühr bezahlen noch für die Patronen aufkommen. Möglich machte dies der Bund – die Schützenvereine könnten ihre Abrechnungen an die eidgenössische Amtsstube weiterreichen, erklärt Jürg Meyer. Der Präsident der Feldschützen Pfeffingen war letztes Wochenende einer der fleissigen Helfer, die für den reibungslosen Ablauf in der Gemeinschaftsanlage Schürfeld sorgten. Mit 400 Teilnehmenden konnte man sich nicht über rückläufiges Interesse beklagen. Der Trend geht ganz klar nach oben, Schiessen ist beliebt. Dies zeigt sich auch an der steigenden Zahl der jungen Schützen.


Ein Rekordjahr

Schweizweit wurde das diesjährige Feldschiessen als das grösste Volksfest gefeiert mit einem Rekord von 130 000 Teilnehmenden. In der landesweiten Rangliste gab es beim 300-Meter-Schiessen zahlreiche Meister, welche die Maximalpunktzahl von 72 erreichen. Im Schürfeld betrug das Spitzenresultat 70 Punkte, und der Grossteil lag nur knapp darunter. Das sei beeindruckend, sagt Jürg Meyer, denn es gebe keine Probeschüsse. «Die Schwierigkeit ist, auf Anhieb ins Zentrum zu treffen mit einem ungewohnten Gewehr», verdeutlichte Meyer. Die meisten Teilnehmenden stammten nicht aus den Reihen der aktiven Schützen, sondern waren ohne Waffe auf den Platz gekommen und mussten sich mit einem Leihgerät zurechtfinden.


Tradition, die noch immer begeistert

«Nicht aus der Übung zu geraten», ist der Ursprung der 130-jährigen Tradition. So ist historisch festgehalten: «Bei der Einführung des jährlichen Zielschiessens im Jahre 1850 waren die Resultate unbefriedigend. Von den auf die Distanz von 300 Metern auf Mannsfigur abgegebenen Schüssen haben nur 15 Prozent getroffen und 85 Prozent sind vorbeigegangen.» Daraufhin wurde die obligatorische  ausserdienstliche Schiesstätigkeit eingeführt und in der Region wurden die ersten Schiessvereine gegründet. Seit 1995 haben die Gemeinden Aesch, Pfeffingen, Ettingen, Therwil und Reinach die Schiessanlage Schürfeld als Gemeinschaftsprojekt.

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