Es fehlte das Salz in der Suppe
Das Spitzenspiel der 2. Liga zwischen Aesch und Kleinhüningen wurde seit Wochen mit Spannung erwartet. Nach dem Abpfiff überwog jedoch bei vielen Zuschauern die Enttäuschung.

Aesch trug am Samstag den traditionellen Marco-Streller-Cup aus und schob dafür die Anspielzeit etwas nach hinten. Eine kluge Entscheidung, denn so erschienen auch sehr viele Fussballer, die ihre Begegnungen beendet hatten. Der äussere Rahmen passte zu diesem Spitzenspiel. Eigentlich war alles angerichtet für ein Fussballfest. Es duellierten sich die beiden auf dem Papier personell stärksten Teams; Kleinhüningen oder Aesch wird Meister und steigt in die 2. Liga interregional auf. Die Erwartungshaltung bei den Zuschauenden war deshalb recht hoch – zu hoch, wie sich später erwies.
Mit Süleyman Türkes und Luftetar Mushkolaj (er kam in der zweiten Halbzeit) fehlten bei den Baslern zwei der wichtigsten Spieler. Die Chance für Aesch? Auch das Team von Dejan Rakitic hatte Ausfälle zu verkraften: etwa Marco Mandal, der gesperrt war, oder Captain Marco Palmieri, dem wegen einer weiteren Fussverletzung das Karriereende droht, und Momo Coulibaly – dieser konnte nur mit grossem Verband und Schmerzmitteln spielen. «Ich erwartete Aesch offensiv, wollte sie kommen lassen und dann kontern», erklärte Kleinhüningens Trainer Mergim Bajraktari. Rakitic sah dies voraus und wollte den Gästen den Gefallen nicht machen, zu offensiv aufzutreten und dann einen möglicherweise fatalen Gegentreffer zu kassieren.
Es fehlte die letzte Konsequenz
Auf beiden Seiten machte man die Abwehrarbeit gut, trotzdem gab es immer wieder gefährliche Offensivaktionen, denen jedoch die letzte Konsequenz abging. Glück hatte Aesch in der achten Minute, als nach einem Eckball Robin Kamber den Ball Richtung Tor ablenkte. Das Spielgerät prallte an den Arm von Leandro Gaudiano und von dort an den Pfosten. Auf der anderen Seite hatte Robin Hänggi zwei gute Möglichkeiten für Aesch. «Wir hätten da in Führung gehen müssen», sagt Rakitic. «Wir hatten über die gesamte Spielzeit mehr und die besseren Möglichkeiten als der Gegner. Ein Tor hätte auch dem Spiel mehr Leben eingehaucht.» Er spricht damit an, dass trotz der vielen Zuschauenden keine Stimmung aufkam. Tore sind, gerade bei solchen Affichen, das Salz in der Suppe.
Bei Aesch hatte Stürmer Christian Schmidt einen schweren Stand. Der erfahrene Robin Kamber stellte ihn zu. Gleiches passierte mit Spielmacher und Aesch-Captain Ugur Findik. «Sie machten es wirklich gut, wir kamen zwar zu Aktionen, aber sie machten es uns extrem schwer. Ich hatte wenig Freiraum, um gefährliche Bälle zu schlagen», meinte dieser nach Spielschluss.
Mit der letzten Aktion des Spieles hatte Aesch zwar noch eine gute Möglichkeit, das Fussballfest zu einem Fest nach dem Fussball zu machen. Nach einem Freistoss flog das Spielgerät knapp neben dem Kleinhüninger Gehäuse vorbei. Beim Schlusspfiff lagen sich einige der Gästespieler in den Armen. «Jetzt haben wir es wirklich selbst in den Füssen, den Titel zu holen», sagt Türkes. «Nach einem Muskelfaserriss im letzten Spiel werde ich diese Saison kaum mehr spielen können. Aber zuschauen ist nichts für mich, ich bin viel zu nervös.»
«Noch ist es nicht entschieden»
Aeschs Sportchef Six Pavkovic wirkte gefasst, auch wenn ihm das Ergebnis nicht gefiel. «Noch ist es nicht entschieden, aber wenn es dann so weit ist, werden wir Kleinhüningen gratulieren.» Er sagt, dass sie es nun weiter nicht selbst entscheiden könnten, aber gratulieren würden sie erst, wenn es denn auch Tatsache sei. «Wir haben noch zwei Spiele, und die müssen und wollen wir gewinnen. Dann sehen wir, was herauskommt.»
Für den Sportchef ist es im Moment nicht einfach. Dauernd erhält er Nachrichten und Anrufe. «Ich muss schauen, mit wem aus dem aktuellen Kader wir in die nächste Saison gehen werden und welche Spieler wir verpflichten müssen. Die grosse Unbekannte ist, für welche Liga wir planen müssen, und das erschwert die Situation.» Gewinnt Aesch heute Donnerstag in Breitenbach, das zu Hause noch unbesiegt ist, nicht, kann Kleinhüningen am Samstag in Wallbach alles klarmachen.


