Plädoyer für die Digitalisierung

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wird kommenden Montag die Chancen der Digitalisierung für die Schweiz in Pfeffingen beschwören. In Bern fand er damit noch nicht so viel Gehör.

Hauptreferent am Pfeffinger Forum: Bundesrat Johann Schneider-Ammann.  Foto: ZVG
Hauptreferent am Pfeffinger Forum: Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Foto: ZVG

Die Digitalisierung sei ein Tsunami, der auf uns zukomme, sagte Johann Schneider-Ammann unlängst am Rande eines Podiums in der Zentralschweiz. Das trifft es vermutlich. Die digitale Transformation unterwirft die Wirtschaft einem Wandel wie eine Naturgewalt. Ökonomen nennen das «Disruption» – es ist ein Wort, das in jüngerer Zeit immer öfter verwendet wird. Und zwar immer dann, wenn eine Unternehmung Kraft seiner digitalisierten Wertschöpfungskette ein bestehendes Geschäftsmodell über den Haufen wirft. Zum Beispiel der Fahrdienstvermittler Uber, der das Taxigewerbe in Nöte bringt. Die Beispiele, wo die digitale Transformation schon stattfindet, scheinen mittlerweile schier endlos. Die Digitalisierung ist längst in unserem Alltag angekommen und doch ist es erst der Anfang einer Entwicklung, die als nichts Geringeres als eine industrielle Revolution angekündigt wird: Industrie 4.0. Algorithmen und Roboter stehen davor, Dutzenden Berufen und ganzen Branchen den Garaus zu machen. Und trotzdem begreift der Wirtschaftsminister die Digitalisierung als Chance für die Schweiz.

Am kommenden Montag ist der FDP-Bundesrat Hauptreferent des Pfeffinger Forums, das heuer unter dem Motto «Chance Digitalisierung» stattfindet. Schneider-Ammanns Referat steht unter dem Titel «Effiziente Chancenverwertung im Zeitalter der Digitalisierung». Das Thema ist zum Steckenpferd des 65-Jährigen geworden, allerdings hapert es beim Magistraten noch etwas mit der effizienten Chancenverwertung. Der Bundesrat hat im Juli seinen «Aktionsplan Digitalisierung» zwar zur Kenntnis genommen, aber noch keinen Franken dafür bewilligt. Schneider-Ammann forderte mindestens 150 Millionen Franken, um die digitalen Kompetenzen der Jungen sowie der 20- bis 50-Jährigen zu fördern. Der Finanzbedarf ist mittlerweile gestiegen. Viele Mittel sollen an die Eidgenössischen Technischen Hochschulen fliessen. Dort sollen 25 neue Professuren für Informatik und «Computing Science» entstehen, so Schneider-Ammann im Juli zum «Tages Anzeiger».


Gesellschaftspolitischer Zündstoff


Zweifelsohne wird das Bildungswesen matchentscheidend für das Reüssieren der Schweiz in der digitalisierten Zukunft sein. Sicher ist aber auch: Der Umwälzungsprozess stellt die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen, die heute schon kontrovers diskutiert werden. Eine angeregte Debatte dazu wird sich auch das hochkarätig besetzte Podium am Pfeffinger Forum liefern. Es diskutieren Gewerkschafter Corrado Pardini (SP), IT-Unternehmer Ruedi Noser (FDP), die Sozialwissenschaftlerin und Ökonomin Kathrin Bertschy (GLP), IT-Unternehmer Franz Grüter (SVP) sowie der Biologe Stefan Müller-Altermatt (CVP) unter der Leitung von Professor Philipp Hammel.

Das Pfeffinger Forum findet am Montag, 13. November, in der Mehrzweckhalle in Pfeffingen statt. Beginn ist um 20 Uhr. Es hat noch freie Plätze; eine Anmeldung via www.pfeffingerforum.ch ist empfohlen. Das «Wochenblatt» verlost 5 × 2 beste Plätze in den vorderen Reihen. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort «Forum» an die Adresse <link mail>wettbewerb@wochenblatt.ch senden. Einsendeschluss ist der Freitag, 10. November, 14 Uhr. Viel Glück!

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