Pflegekosten und Parkplatz-Diskussionen

Dank Einmaleffekten schliesst die Pfeffinger Rechnung positiver ab als budgetiert. Die steigenden Alters- und Pflegekosten machen sich bemerkbar.

Bis jetzt parkiert man kostenlos: Eine Kommission sieht keinen Grund für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftungauf den Pfeffinger Strassen. Foto: Archiv / Roland Schmid
Bis jetzt parkiert man kostenlos: Eine Kommission sieht keinen Grund für eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftungauf den Pfeffinger Strassen. Foto: Archiv / Roland Schmid

«Wir haben es hier mit einem positiven Einmaleffekt zu tun, leider sieht es für dieses Jahr wieder schlechter aus», betonte Ruben Perren, der Gemeindepräsident von Pfeffingen, an der Gemeindeversammlung vergangenen Donnerstagabend. Der Schuh drückt, wie bei so manchen Baselbieter Gemeinden, bei den Finanzen. Bei 36 Grad Aussentemperatur versammelten sich etwa 20 Personen in der überraschend abgekühlten Mehrzweckhalle zur Gemeindeversammlung. Perren begann die Versammlung stolz mit einem Auszug des kürzlich veröffentlichten «Bilanz»-Gemeinderankings der Schweiz, auf dem Pfeffingen auf Platz 211 landete und somit als beste Baselbieter Gemeinde abschnitt. Nach den erfreulichen Nachrichten wurde dann die weniger erfreuliche Angelegenheit zum Diskussionspunkt – die Rechnung des vergangenen Jahres. Die Einmaleffekte zeigen sich bei den Kennzahlen der Jahresrechnung, denn diese sehen eigentlich gar nicht so schlecht aus. Bei Einnahmen von 13839699 Franken resultiert ein Aufwandüberschuss von 35099 Franken.

Doch dieses Ergebnis ist vor allem auf den letztjährigen Verkauf des Pfeffinger Kabelnetzes an die InterGGA und die Auflösung der Spezialfinanzierung der Antennenanlage zurückzuführen, wovon rund 800000 Franken in die Erfolgsrechnung flossen. Da der Verkauf aber natürlich einmalig und somit kein nachhaltiges Einkommen der Gemeinde ist, zeigt die milde Jahresrechnung nicht die effektive Situation des Pfeffinger Gemeindebudgets und wirkt durch den von Perren erwähnten Einmaleffekt positiver.

Die präsentierten Zahlen zeigten ebenfalls Abweichungen bei der Investitionsrechnung, da viele der geplanten Projekte des letzten Jahres verschoben wurden. Das heisst, dass dort mehr Ausgaben budgetiert wurden, als dann effektiv angefallen sind. Darunter beispielsweise die Sanierung der Verbindungswasserleitung zum Reservoir oder die Sanierung der Drainageleitungen. Diese Projekte sollen laut Gemeinderat noch in diesem Jahr finalisiert werden.

Einen der grössten Ausgabenposten stellen die Pflegebeiträge an Altersheime und Spitex dar. Seit 2023 sei die Summe dieser Beiträge um 83 Prozent gestiegen, gerade die Altersheimbeiträge haben sich dabei verdoppelt. Ein Einwohner des Dorfes meldete sich, er verstehe nicht, wie es passieren konnte, dass die Altersheimbeiträge so massiv in die Höhe stiegen. «Heutzutage versuchen viele Leute, auch noch im hohen Alter so lange wie möglich zu Hause zu bleiben. Sie gehen erst ins Altersheim, wenn sie schon stark pflegebedürftig sind. Zu diesem Zeitpunkt brauchen sie dann eine intensive Pflege, was sehr kostspielig ist. Dadurch, dass Bewohner kürzer im Altersheim wohnen, aber dann stark gepflegt werden müssen, kommen sehr hohe Kosten zusammen», so der Gemeinderat. Zurzeit gebe es auch keine konkrete Lösung für die Kostensteigerung auf Gemeindeebene.

Gibt es in Pfeffingen bald eine Parkraumbewirtschaftung?

Im zweiten Teil der Gemeindeversammlung wurde ein Antrag eines Einwohners von letztem Juni besprochen, der forderte, dass der Gemeinderat den Parkraum in Pfeffingen aufstocken soll. Da der Parkraum von einer Kommission geprüft wurde und diese es «für nicht notwendig empfand, eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung aufzuziehen», wurde der Antrag im vergangenen November wieder zurückgezogen. Dies jedoch unter der Bedingung, dass sich der Gemeinderat weiterhin mit dem Thema beschäftige.

Damit der Gemeinderat die Bedürfnisse der Einwohner besser einordnen kann und um dann dementsprechend zu handeln, werde es am 29. Oktober einen Informationsanlass für die Bevölkerung geben, um verschiedene Lösungsvarianten und Pläne aufzuzeigen. Die Thematik soll dann im Sinne der Bevölkerung weiterverarbeitet werden und vielleicht an einer nächsten Gemeindeversammlung nochmals angesprochen werden.

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