Historischer Cup-Triumph für Aesch

Dem FC Aesch gelang auf souveräne Art die Krönung der Saison. Für viele war der deutliche 6:1-Erfolg gegen den SC Binningen im Basler Cupfinal weit mehr als ein Trostpflaster für den verpassten Aufstieg.

Grosser Jubel: Der FC Aesch gewinnt nach 50 Jahren wieder den Pokal. Foto: Edgar Hänggi
Grosser Jubel: Der FC Aesch gewinnt nach 50 Jahren wieder den Pokal. Foto: Edgar Hänggi

Schon Minuten vor dem Abpfiff des Unparteiischen Mile Tokic konnten sich die ausgewechselten Aescher Spieler das angefertigte Cupsieger-Shirt überstreifen. Da stand es 4:1 und der zweite Pokal in der Aescher Vereinsgeschichte stand so gut wie in der Vitrine auf dem Löhrenacker. Dann führten ein Eigentor und ein Treffer von Joel Schultz noch zum Kantersieg. «Es ist leider eines der klarsten Ergebnisse geworden. Fakt ist, wir haben verloren, und wir gratulieren Aesch zum verdienten Sieg», gab sich Binningen-Trainer Darius von Graffenried sportlich. Er war nach einer gelben Karte zu viel im Halbfinal für das Endspiel gesperrt und musste sich die Begegnung auf der Gegenseite der Tribüne ansehen. «Ich litt extrem, hatte allerdings eine grössere technische Zone, um mich zu bewegen», sagte er und fand sein Lachen bereits wieder.

War Aesch in Ballbesitz, sollten zwei eng stehende Fünferketten dem Favoriten, der die 2. Liga auf Rang zwei abgeschlossen hatte, ein Durchkommen verunmöglichen. «Wir erhofften uns dadurch, mit einem torlosen Remis in die Pause gehen zu können. Vielleicht würde Aesch dann ja nervös», blickt von Graffenried zurück.

Doch das liess Aesch-Trainer Dejan Rakitic nicht zu. «Wir rechneten damit und legten gleich forsch los. Der Auftakt mit der schnellen Führung kam uns natürlich entgegen.»

Nach sechs Minuten und Treffern von Houssem Hablani und Marc-Louis Lehr führte Aesch bereits 2:0. Vor allem der erste Treffer war herrlich herausgespielt. Marco Mandal – er wird den Verein Richtung Old Boys verlassen – spielte sich mit Leandro Gaudiano, einem der Besten auf dem Platz, auf der rechten Seite durch und brachte das Spielgerät flach in den Fünfmeterraum, wo Hablani den Ball problemlos einschieben konnte.

Binningen kam kurz danach zum Anschlusstreffer. Aesch-Keeper Srdan Lazic unterschätzte einen Freistossball von Remo Hirschi, liess ihn an den Pfosten prallen, und der aufgerückte Innenverteidiger Simon Herren dankte.

Die Vorentscheidung fällt schon vor der Pause

Als viele gedanklich bereits in der Pause waren, fiel die Vorentscheidung. «Das 3:1 vor dem Pausenpfiff war die Entscheidung», fand Captain Ugur Findik. Robin Hänggi schob einen Flankenball von Mandal, der sich erneut mit Gaudiano durchspielte, mühelos an Pascal Müller vorbei. Hänggi nahm die Gratulationen der Teamkollegen völlig emotionslos entgegen. «Nein, da ist nichts. Ich war einfach völlig fertig, konnte nicht mehr jubeln», nahm er möglichen Interpretationen den Wind aus den Segeln.

Aeschs Präsident Andrea Marescalchi – von Bier und Sekt geduscht – hielt den Pokal glücklich in den Armen: «Ich bin jetzt 17 Jahre Präsident und heute konnten wir erstmals in meiner Amtszeit einen Pokal gewinnen. Das hilft bei der Verarbeitung der Enttäuschung über den erneut verpassten Aufstieg.» Daraufhin deutete Findik seinen Abgang an: «Ich bekam den Pokal als Captain überreicht und es heisst, man solle auf dem Höhepunkt einen Schlussstrich ziehen. Noch ist es nicht offiziell, aber ich habe nach den vielen Jahren Fussball keinen Biss mehr.»

Binningen feierte nach dem Spiel mit den Fans die Cupfinal-Teilnahme. «Das ist eben Binningen 4», sagte Remo Hirschi dazu.

Derweil hofft man in Aesch auf das grosse Los im Schweizer Cup. Dank regionaler Einteilung ist ein Duell mit dem FC Basel möglich.

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