Orange Blinklichter sollen vor Wildunfällen schützen

Der Kanton Basel-Landschaft nimmt versuchsweise auf der Strecke zwischen Aesch und Ettingen eine Wildtierwarnanlage in Betrieb.

Achtung Tiere: Blinken die Randleitpfosten, ist das Tempo zu reduzieren.  Foto: Caspar Reimer
Achtung Tiere: Blinken die Randleitpfosten, ist das Tempo zu reduzieren. Foto: Caspar Reimer

Wenn es blinkt, Tempo reduzieren», lautet die neue Botschaft des Kantons Basel-Landschaft an die Fahrzeuglenker auf der Strecke zwischen Aesch und Ettingen. Eine Signalisationstafel, eine «Elektronische Wildwarnanlage», macht die Verkehrsteilnehmenden auf das Novum aufmerksam. Wildtiere, die sich der Strasse nähern, werden von Sensoren erfasst. Die an den Randpfosten angebrachten orangen Blinklichter machen die Verkehrsteilnehmenden auf die mögliche Gefahr aufmerksam. «Bei blinkenden Randleitpfosten ist also das Tempo zu reduzieren, da sich Wildtiere in der Nähe der Strasse befinden», erklärt Holger Stockhaus, Jagd- und Fischereiverwalter des Kantons Basel-Landschaft. Man wolle in einem zweijährigen Feldversuch die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit dieses Wildwarnsystems prüfen. Der Kanton Basel-Landschaft zähle zu den Pionieren in diesem Gebiet, ist von Stockhaus zu erfahren. «Die Idee für die Installation von Wildwarnanlagen besteht schon seit langem. Vor knapp zwei Jahren wurde man auf das neue System aufmerksam.» Dieses biete die Möglichkeit, dass der Autolenker gewarnt wird, während beim Wild nicht ein Gewöhnungseffekt entstehen soll.

«Der Kanton Zürich hat als erstes eine Teststrecke angelegt und begleitet dies wissenschaftlich», ergänzt Stockhaus. Auch im Kanton Basel-Landschaft wird der Versuch begleitet und ausgewertet von der Jagdverwaltung, dem Tiefbauamt und der Polizei Basel-Landschaft. «Das mittelfristige Ziel ist die Reduktion von Verkehrsunfällen mit Wildtieren.»


Keine Unfälle mehr in Ziefen
Doch ein Grundsatz gelte immer, ob mit oder ohne Wildwarnanlage: «Bei Strassen im Wald sowie in der Nähe von Wald und Feld soll insbesondere in der Dämmerung und in der Nacht mit angepasstem Tempo und aufmerksam gefahren werden», rufen die Behörden in Erinnerung. Die erste Wildtierwarnanlage des Kantons Basel-Landschaft befindet sich am Holzerberg im Wald bei Ziefen. «Während des aktiven Betriebs wurden dort zwischen November 2019 und Ende Mai 2020 keine Wildtierunfälle verzeichnet», lautet die erfreuliche Bilanz. «Das System kommt von einer Firma aus Bayern. Dort gibt es ebenfalls Teststrecken», so Stockhaus.

Da sich das Gerät noch immer in der Entwicklung befinde, sei die Frage, ob und in welchem Kostenrahmen die Strassen im Kanton Basel-Landschaft mit einer solchen Technik ausgestattet werden sollen, noch offen. Man müsse nun Erfahrungen sammeln. Stockhaus geht letztlich aber nicht von einer flächendeckenden Anwendung aus.

Die Strecke zwischen Aesch und Ettingen sei auserwählt worden, weil sie ein Hotspot sei für Wildunfälle. Auf die Frage, warum Wildtiere trotz ihrer Furcht den Wald verlassen und sich Wohngebieten nähern, hält Stockhaus fest: «Für die meisten Wildtiere zählt auch Offenland zu ihrem Lebensraum. Rehwild nutzt dieses regelmässig zur Nahrungsaufnahme. Die Strassen liegen im natürlichen Lebensraum der Wildtiere. Sie müssen diese zwangsläufig passieren.» Für Rehe sind die Gräser auf den bewirtschafteten Flächen ein Leckerbissen, und Wildschweine lieben Maisfelder. Eine zu intensive Bewirtschaftung sei nachteilig für Wildtiere. «Es ist gut, wenn eine extensive und schonende Landwirtschaft betrieben wird, vor allem in der Nähe des Waldes», meint Stockhaus.

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