«Manche Leute werden schnell mal aggressiv»:Das Bring- und Holhüsli öffnet mit neuem Konzept
Nach längerer Pause hat das Bring- und Holhüsli auf dem Parkplatz des Gartenbads seinenBetrieb wieder auf-genommen. Die Betreiber wollen verhindern, dass der Ort erneut als Müllhalde missbraucht wird.

Gestern öffnete das Bring- und Holhüsli nach mehreren Monaten Pause erstmals wieder seine Türe. Vergangenen Herbst gab die Gemeinde Aesch bekannt, dass das Hüsli auf dem Gartenbad-Parkplatz seinen Betrieb per sofort schliesst. Sieben Jahre zuvor hatte Regula Gygax das damals erste solche Angebot in der Region initiiert und sich mit ihrem Team ehrenamtlich darum gekümmert.
Das Bring- und Holhüsli erfreute sich schnell grosser Beliebtheit und zahlreiche Personen aus Aesch und Umgebung brachten Gegenstände vorbei, die sie nicht mehr brauchten, damit diese von jemand anderem weiter genutzt werden können. Dazu wurde der Container fast täglich geöffnet. Leider wurde das Angebot immer wieder missbraucht und Leute nutzten den Container als kostenlose Müllhalde für ihr Sperrgut. Mühsame Aufräumarbeiten und das Entsorgen der Abfälle waren die Folge. Die Gemeinde installierte sogar eine Überwachungskamera auf dem Gelände, das Wochenblatt berichtete.
Alte und neue Gesichter im zehnköpfigen Team
Knapp vier Monate nach Gygax’ Rücktritt hat der grüne Container gestern wieder geöffnet – mit neuem Konzept und neuem Team. Wobei neu nicht ganz stimmt. «Wir sind zehn Personen, fünf Männer und fünf Frauen. Ein Teil vom Team war schon vorher dabei», sagt Jonathan Lüssi. Er ist eine von fünf Personen, die sich schon unter Regula Gygax für das Bring- und Holhüsli engagierten. Er und Rosa Eiriz Rudin, beide sind wohnhaft in Aesch, nahmen im Herbst die Sache in die Hand, stellten das neue Konzept auf und das Team zusammen. Neu hat das Bring- und Holhüsli nur noch zwei Mal in der Woche geöffnet – jeweils am Mittwoch- und Samstagvormittag zwischen 9.30 und 11.30 Uhr. Dafür seien an diesen Vormittagen jeweils zwei Personen aus dem Team vor Ort, um Gegenstände entgegenzunehmen.
«Manche Leute werden schnell mal aggressiv, wenn ihre Gegenstände abgewiesen werden», erklärt Lüssi. Darum seien jeweils zwei Personen vor Ort. Damit soll auch verhindert werden, dass das Bring- und Holhüsli wieder als Müllhalde missbraucht wird. Nur brauchbare Dinge können abgegeben werden – und nur während der Öffnungszeiten. «Abfall, Verpackungen und kaputte Gegenstände gehören nicht ins Hüsli – und schon gar nicht einfach davorgestellt», stellt Lüssi klar. Das Team sei bereit, das Konzept wenn nötig noch etwas anzupassen.
Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt des Angebots
Das Team des Bring- und Holhüsli freut sich, dass es nun endlich wieder losgeht. Alle sind überzeugt vom Angebot und darum auch eingesprungen, als ein Teil des alten Teams aufgehört hatte. «Die Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Aspekt des Angebots», erklärt Lüssi. Das Bring- und Holhüsli gibt Gegenständen ein zweites Leben, statt dass sie im Abfall landen. Ausserdem sei das Bring- und Holhüsli gerade für Menschen mit weniger finanziellen Mitteln ein Angebot, das sehr geschätzt werde.
Doch was für Gegenstände werden denn überhaupt abgegeben? Vor allem Geschirr, Spielzeug, Gesellschaftsspiele und Kleider. Doch auch andere Gegenstände dürfen abgegeben werden, sofern sie nicht dreckig oder kaputt sind.
Die Freiwilligen bitten aber darum, keine Möbel vorbeizubringen. Diese seien zu gross für den Container. «Auch bei Büchern und Büromaterial müssen wir die Leute bremsen», sagt Lüssi. Ansonsten sei grundsätzlich aber alles willkommen. Gemeinsam will das Team das Bring- und Holhüsli wieder zu dem machen, was es sein soll: ein Ort zum Teilen, Wiederverwenden und Begegnen. Wer die Wiedereröffnung gestern Vormittag verpasst hat, kann sich bereits am Samstagvormittag selbst ein Bild vor Ort machen.


