In 198 Tagen zum Nordkap

Der Seniorenrat Aesch-Pfeffingen lud am Dienstag Nicole Schwarz ein, die zusammen mit Daniela Kleck die 4000 Kilometer lange Strecke von Basel zum Nordkap hinter sich gebracht hat. Das Interesse war enorm.

Walking North Girl: Trotz Hunger, Kälte und gesundheitlicher Rückschläge erreichte Nicole Schwarz den hohen Norden nach etwas mehr als sechs Monaten Wanderung.  Foto: Thomas Brunnschweiler
Walking North Girl: Trotz Hunger, Kälte und gesundheitlicher Rückschläge erreichte Nicole Schwarz den hohen Norden nach etwas mehr als sechs Monaten Wanderung. Foto: Thomas Brunnschweiler

Der Chesselisaal des Gasthofs Mühle war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als Nicole Schwarz ihren reich bebilderten Vortrag begann. Sie ist unter anderem spiritueller Coach und Pilgerbegleiterin und wanderte schon den Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ihre Frau, Daniela Kleck, ist Managerin und Dozentin im Marketing sowie ausgebildete Wanderführerin mit Wandererfahrungen aus der ganzen Welt. Die beiden «Walking North Girls» nahmen sich für das Abenteuer eine achtmonatige Auszeit. Im Februar 2016 ging es los. «Unsere Reise lief nicht immer wie geplant, aber genau das hat sie zu einem besonderen Erlebnis gemacht», heisst es auf ihrer Website. Mit guter Ausrüstung, einem GPS und einem Alarmknopf für Notfälle machten sich die beiden Frauen auf den Weg. Sie benutzten meist den E1, den Europäischen Fernwanderweg Sizilien–Nordkap. Zunächst nahmen sie wegen des Winterwetters den Badischen Weinweg unter die Füsse und froren selbst noch in ihren Daunenjacken. Weiter ging es Richtung Heidelberg zum Nibelungensteig und von Frankfurt aus auf den Pilgerweg der heiligen Elisabeth. Sie kamen durch Wertheim, den Heimatort von Daniela.

Am 6. März hatten sie 750 Kilometer geschafft. Bei Nicole machten sich aber erste Ermüdungserscheinungen in den Hüften bemerkbar, sodass sie in Hamburg die Notfallstation in Anspruch nehmen musste.

Trotz Widrigkeiten am Ziel

In Ratzeburg war für Nicole erst einmal Schluss. Nach der Diagnose einer Schilddrüsenüberfunktion schickte sie der Arzt zurück in die Schweiz, Daniela wanderte weiter nach Dänemark. Nach einem neuen Anlauf ab Oslo auf dem Olavsweg wurden bei Nicole zu allem Übel auch noch Gallensteine festgestellt. Die beiden entschlossen sich, noch nach Trondheim zu wandern, um dann aufzuhören. Aber nach dem Segen des Dompfarrers schöpften sie neue Zuversicht und zogen östlich nach Schweden und zum Dreiländereck, das sie am 12. August erreichten.

Oft mussten sie durch Flüsse waten, oft plagte sie der Hunger, weil der Proviant ausging. Manchmal geschah ein kleines Wunder, das sie aufmunterte. Sie genossen die Weite der Landschaft, die absolute Stille und die wenigen Begegnungen in der Einsamkeit. Je näher sie dem Ziel kamen, umso fröhlicher wurde ihre Stimmung. Endlich, nach 198 Tagen, hatten sie das Nordkap erreicht. Nicole Schwarz liess am Ende des Vortrags die Reise nochmals in Bildern und Filmsequenzen Revue passieren. Aus dem Publikum kamen einige Fragen. Der Wanderführer der beiden ist bereits erschienen. Ihr Buch «Walking North» wird in Kürze erscheinen.

 <link http: www.basel-nordkap.com>www.basel-nordkap.com

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