Heile Welt mit Rissen

Von Mittwoch bis Sonntag letzter Woche zeigte die Theatergruppe Aesch zum ersten Mal ein ­Freilichttheater. In diesem ging es um nichts weniger als das Paradies.

Erhitzte Gemüter: Die Maklerin tut alles, um die Hobbygärtner zu vertreiben.

Erhitzte Gemüter: Die Maklerin tut alles, um die Hobbygärtner zu vertreiben.

Kleingärtner unter sich: Gartenhäuschen sorgten für das Schrebergartenfeeling auf der Bühne.

Kleingärtner unter sich: Gartenhäuschen sorgten für das Schrebergartenfeeling auf der Bühne.

Strenge Regeln: Sigi sieht nach dem Rechten

Strenge Regeln: Sigi sieht nach dem Rechten

«Komm Hasso, komm, schön bei Fuss! Braver Hasso, nicht so schnell, langsam. Ist alles in Ordnung? Da machen wir doch gerade mal ein Päuschen.» Wohlig seufzend lässt sich der Sidi (Evelyne Spring) auf der einladenden Bank nieder. Drumherum drei Gartenhäuschen, wie sie in jedem Schrebergarten zu finden sind. Dazwischen Wege und natürlich: Zäune. Der Sidi, das ist der Sicherheitsdienst des Gartenvereins und Hasso ist der imaginäre Hund, der während des Stücks von den anderen Gartennutzern auch mal mehr, mal weniger gesehen wird. Das bunte Publikum, das die beiden Tribünen im Kollreuterschen Klushof fast vollständig befüllt, lässt zum ersten Mal ein raunendes Lachen hören.

Im Folgenden entwickelt sich eine Geschichte, die mitunter sehr lustig ist und zu begeistertem Lachen und Applaus animiert. Andererseits ist es aber auch eine Geschichte, die sehr real sein kann und durchaus ernste Töne anschlägt.

Regeln, Hippies, Autonome

Während der Sidi nach dem Rechten sieht, tritt verschlafen das Grosi Frida Klee (Edith Hänggi) aus ihrem Gartenhäuschen, in dem sie verbotenerweise übernachtet hat. Denn die zahlreichen Regeln sind streng im «Schrebergarten zum Paradies» und werden von Hugo Peterli (Alex Häring), dem Vize-Präsidenten des Vereins, mit Nachdruck eingefordert. Als Gegenstück zu Peterli gibt es Jo Blumer (Michi Wemans), Spät-Hippie und Hobbygärtner – vor allem von Hanf – und seine Frau Sofie de la Fleur (Uschi ­Salathé), eine Ex-Schauspielerin, die immer noch viel von sich hält. Mehr oder weniger brave Gärtner sind Willi und Rosa Bohnenblust (Steffi Krieg und Karin Güntner), wobei das «brav» bei Willi wörtlich zu nehmen ist, wenn seine Frau lautstark nach Willibald ruft oder barsch befiehlt: «Willibald, komm!»

Philip Lopsinger (Alex Gutzwiller) sorgt als Autonomer neben Willi für die meisten Lacher und Sändy (Sabine ­Lüthi) rettet am Ende quasi die ganze Geschichte, Gartenvereinspräsidentin und Maklerin Anja Dahlmann (Heidi Schultheiss) versucht, den Schreber­garten zu vernichten und die Wochenblatt-Journalistin Alexandra Sommer (Tanja Ulmer) sorgt mit heissen Veröffentlichungen für Furore.

Engagement und Herzblut

Die Geschichte von «Zoff im Paradies» mit über zwei Stunden Spielzeit ist schnell erzählt: Dahlmann möchte den Schrebergarten zusammen mit dem Industrieareal der Raiffeisenbank verkaufen. Dafür tut sie alles, um die Kleingärtner aus ihren Gärten zu ekeln. Und das nur, um ihre Tochter Sändy vor der autonomen Szene zu retten, in welche diese gerutscht ist und die in der Industrie haust. Die Kleingärtner führen ihre Kleingarten­leben mit allem, was dazu gehört und werden mehr und mehr in die Geschichte verwickelt. Schön ist, wie letztlich alle an einem Strang ziehen bis am Ende alles gut ist und nichts verkauft wird.

Die Protagonisten spielten alle mit viel Engagement und Herzblut, es war eine gelungene Vorstellung am heissen Sonntagnachmittag. Das Publikum bedachte die Aufführung mit Standing Ovations. Auch Aeschs ehemalige Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger war hin und weg: «Es war einfach grossartig! Der grosse Aufwand ist belohnt worden, auch von Petrus, der ja auch ein Aescher ist.»

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