Holz, Wärme und Würste – alles aus der Region
Mit einem Tag der offe-nen Tür in der Aescher Heizzentrale ging Primeo Energie am Samstag auf Tuchfühlung mit der Bevölkerung.
800 Liter Holzhackschnitzel ersetzen 60 Liter Heizöl. Um 1000 Liter Hackschnitzel herzustellen und zu transportieren, werden 0,94 Liter Dieseltreibstoff, sogenannte graue Energie, aufgewendet. Solches Wissen konnte sich aneignen, wer am vergangenen Samstag den Tag der offenen Tür der neuen Heizzentrale von Primeo Energie am Weidenring in Aesch besuchte. Nach deren Inbetriebnahme im vergangenen November lud der Energieversorger im Zusammenschluss mit Gemeinde und Bürgergemeinde Aesch zu einem kleinen Fest mit der Bevölkerung ein. Dabei war das Unternehmen darum bemüht, sich als unverzichtbar und sympathisch zugleich zu zeigen: «Als Genossenschaft gehört Primeo Energie unseren Kundinnen und Kunden. Deshalb hat ein Tag der offenen Tür eine grosse Bedeutung», so Cédric Christmann, CEO von Primeo Energie. Die Infrastruktur brauche in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. «Wir müssen zeigen, was wir machen und warum wir es machen.»
Die Heizzentrale und damit die Fernwärme gilt als wichtiger Bestandteil der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung in der Birsstadt, insgesamt 4,6 Megawatt Wärme können so produziert werden. Dazu kommt eine angeschlossene Wärmepumpe mit einem Wärmepotenzial von einem Megawatt. Etwa 3000 Tonnen Kohlendioxid würden mit der Heizzentrale jährlich eingespart. Primeo Energie investierte 30 Millionen Franken.
Quartiere in Aesch Nord sind bereits an das neue Leitungssystem angeschlossen. Dazu gehören unter anderem das Schulhaus Schützenmatt, das Vivo-Areal und das Firmengebäude von BWT Aqua. Im Verlauf der nächsten Jahre werden weitere Quartiere in Aesch folgen. Aus aktuellem geopolitischem Anlass sagte der CEO zudem: «Der Irankrieg hat keinen Einfluss auf diese Art der Wärmeversorgung. Es ist also eine Investition nicht nur in die Kreislaufwirtschaft, sondern auch in die Stabilität der Preise. Der Autonomiegrad unserer Heizzentrale ist sehr hoch.»
Smarte Quartiere
Der Energieversorger nutzte den Tag der offenen Tür auch, um andere Projekte und Investitionen an die Bevölkerung zu bringen. Gerne Auskunft gab etwa Stefan Grötzinger, der im Unternehmen das Projekt «Smart City» verantwortet: Bei diesem zweijährigen Pilotprojekt, welches in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aesch durchgeführt wird, geht es darum, Handlungsbedarf im Quartier Löhrenacker digital zu erfassen. Über Sensoren sollen etwa Winterdienste alarmiert oder der Bedarf zur Bewässerung von Bäumen sowie die Auslastung der Parkplätze erfasst werden. Grötzinger dazu: «Gerade bei solchen Projekten ist es wichtig, in Kontakt mit der Bevölkerung zu stehen, weil digitale Themen auch immer Ängste wecken.» Primeo Energie hofft, das Projekt nach der Entwicklungsphase in Aesch an andere Gemeinden bringen zu können. «Wir waren diese Woche in Thun, um unser Projekt vorzustellen. Die Leute dort waren hell begeistert», sagt der Zürcher lachend.
Hüpfburg und Verpflegung
Auch für die kleinen, bewegungshungrigen Gäste hatte der vergangene Samstag etwas zu bieten: So konnte sich, wer wollte, auf einer Hüpfburg des Volleyballclubs Sm’Aesch austoben. Auch die Bratwürste eines lokalen Metzgers genossen hohen Absatz. Sie schmeckten ausserordentlich gut, meinte ein Besucher.






