Gymnasiasten fühlen Bundesrat Guy Parmelin auf den Zahn

«Freiheit dank Sicherheit» lautet das Thema des Pfeffinger Forums am kommenden Montag. Die 27. Ausgabe wartet mit zwei Neuerungen auf.

Gut vorbereitet: Paul Schär bringt auch dieses Jahr einen Bundesrat ans Pfeffinger Forum. Ihm gegenüber sitzt Urs Steiner, der erstmals als Moderator in Erscheinung tritt.  Foto: Tobias Gfeller
Gut vorbereitet: Paul Schär bringt auch dieses Jahr einen Bundesrat ans Pfeffinger Forum. Ihm gegenüber sitzt Urs Steiner, der erstmals als Moderator in Erscheinung tritt. Foto: Tobias Gfeller

Wir gehen unruhigen Zeiten entgegen», heisst es vielerorts über den Handelskrieg zwischen den USA und China, den nationalistischen Tendenzen in Europa und den stetigen Unruhen im Nahen und Fernen Osten. Die Bedrohungsszenarien sind gefühlt weit weg, doch in Wahrheit nahe, betont Verteidigungsminister Guy Parmelin (SVP) regelmässig. Trotz Neutralität ist auch die Schweiz von der weltweiten Unsicherheitslage betroffen. Die Gefahr kommt dabei immer mehr aus dem Internet. Darüber wird Bundesrat Parmelin am kommenden Montag anlässlich des Pfeffinger Forums in der Mehrzweckhalle referieren.

Fundamente von Staat und Gesellschaft

Eingeladen hat ihn alt FDP-Landrat Paul Schär, der 1991 das Pfeffinger Forum gründet hatte. Für den Wohlstand der Schweiz sei gefühlte Unsicherheit Gift, warnt Schär. «Das Gefühl der Sicherheit ist für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung der Schweiz absolut essenziell.» Viel beruhe dabei auf Freiheit, so Schär: «Diese ist keinesfalls selbstverständlich und dafür braucht es eben Sicherheit.» Vonseiten VBS wird die Themenwahl des Pfeffinger Forums gelobt. «Krisen, Konflikte, Krieg und Terror sind nicht verschwunden – im Gegenteil, sie sind heute allgegenwärtig. Zudem darf man nicht die Allgegenwart von Cyber-Angriffen vergessen. Darum ist das Thema ‹Freiheit dank Sicherheit› speziell wichtig», erklärt Mediensprecher Lorenz Frischknecht. Sicherheit sei eines der Fundamente von Staat und Gesellschaft, von wirtschaftlichem Erfolg, von friedlichem und freiheitlichem Zusammenleben.

Braucht die Schweiz deshalb neue Kampfjets, eine Bodengestützte Luftverteidigung (BODLUV) oder eine verstärkte Cyberabwehr, um Freiheit und damit Wohlstand zu erhalten? Bundesrat Guy Parmelin wird in seinem Referat genau über diese Punkte sprechen und aufzeigen, wie und warum sich Investitionen in die Sicherheit lohnen.

Debattiererprobte Schüler

Zum ersten Mal ist es nicht das Publikum, das den Bundesrat nach dessen Referat Fragen stellt, sondern Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Münchenstein, die das Freifach Debattieren belegen. Damit möchte Paul Schär der jüngeren Generation eine stärkere Stimme geben und diese am Forum stärker einbinden. Deren Fragen werden sich um Kampfjets, Cyber-Attacken, Kriegsmaterialexporte und den Konflikt zwischen Militär- und Zivildienst drehen. Vier von der Klasse bestimmte Schülerinnen und Schüler haken, falls nötig, beim Bundesrat auf der Bühne nach.

Für die anschliessende Podiumsdiskussion hat Paul Schär vier Sicherheitspolitiker aller Bundesratsparteien eingeladen: den Urner Ständerat Isidor Baumann (CVP), den Schaffhauser Nationalrat Thomas Hurter (SVP), den St. Galler Nationalrat Marcel Dobler (FDP) und die Zürcher Nationalrätin Priska Graf Seiler (SP). Paul Schär erhofft sich eine lebendige Debatte. «Mir ist wichtig, dass sich die Besucher über das Thema ein vertieftes Bild machen können. Dazu gehört, dass sie möglichst viele Meinungen zu hören bekommen.» Moderiert wird das Podium erstmals von Urs Steiner, der Philipp Hammel ablöst. Steiner sass einst mit Paul Schär in der FDP-Fraktion im Landrat und führte die EBL während Jahren als CEO zum Erfolg. Der ehemalige Hauptmann möchte die Politiker «lebhaft provozierend, aber stets fair» zu ihren Standpunkten befragen und sie vielleicht auch aus der Reserve locken. Steiner selbst ist beim Thema Sicherheitspolitik klarer Meinung: «Wir brauchen Sicherheit und folglich eine starke Armee. Sicherheit gibt es eben nicht zum Nulltarif.» Als Podiumsleiter werde er sich aber neutral verhalten, betont Steiner.

Reservierte Sitzplätze gewinnen

Das Pfeffinger Forum findet am 5. November um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle statt. Der Eintritt ist auch in diesem Jahr kostenlos, um eine Anmeldung unter www.pfeffingerforum.ch wird gebeten. Als Medienpartner verlost das «Wochenblatt» 5 × 2 reservierte Plätze in den vorderen Reihen. Einfach eine E-Mail mit dem Stichwort «Forum» an <link>wettbewerb@wochenblatt.ch senden. Einsendeschluss ist der Freitag, 2. November, 14 Uhr. Viel Glück!

Weitere Artikel zu «Aesch und Pfeffingen», die sie interessieren könnten

Freuen sich auf die neue Saison: Geschäftsführer Fabio Back und Trainerin Melanie Cina. Foto: Fabian Schwarzenbach
Aesch und Pfeffingen07.10.2026

«Wir sind nicht da, um Vierte zu werden»

Am Samstag geht die Volleyballsaison 2026/27 in der höchsten Schweizer Spielklasse der Frauen in die nächste Runde. Die Volleyballerinnen von Sm’Aesch…
«Es ist der richtige Moment»: Urs David kann sich nun vermehrt auf seine anderen Engagements fokussieren. Foto: Florin Bürgler
Aesch und Pfeffingen30.09.2026

Lässt Pommes und Co. hinter sich: Urs David verabschiedet sich vom Badi-Beizli

Nach sechs Jahren als Pächter des Badi-Beizlis im Aescher Schwimmbad hört Urs David auf. Im Gespräch mit dem Wochenblatt blickt er auf diese Zeit zurück und…
Ziehen an einem Strang: Die langjährige Leiterin Valerie Lauper (in der Mitte) umgeben von Nadine Bron (links) und Jasmine Gutzwiller (rechts), die das Brüggli ab Januar führen werden. Fotos: Florin Bürgler
Aesch und Pfeffingen23.09.2026

«Ich gehe mit zwei weinenden Augen, aber einem glücklichen Herzen»

Am vergangenen Freitag fand das jährliche Brüggli-Fest im Familienzentrum Brüggli statt. Für die langjährige Leiterin Valerie Lauper war es gleichzeitig ein…